Ein weiteres Hallo aus dem wunderschönen Sambia!

Hier wird es Sommer was heißt, dass es letzte Woche in Livingstone 41°C hatte! Hier in Choma war es vermutlich etwas „kühler“, da wir aber kein Thermometer besitzen kann ich das nicht so genau sagen.

Louis, unser fleißiger Gärtner hat inzwischen auch noch eine Lilie und einige Petunien gepflanzt und kümmert sich aufopferungsvoll um seine Blumen. Außerdem ernten wir unseren eigenen Spinat und Chinakohl, den wir dann meistens zusammen mit Nshima verspeisen. Zum Teil können wir also von den Früchten unseres Gartens leben, der momentan sogar relativ grün ist. Was ich bei dieser Hitze ziemlich verwunderlich finde!

Der Computerkurs hat angefangen und ich habe mittlerweile schon 3 Unterrichtsstunden hinter mir und diese Woche werden noch 3 weitere folgen. Angefangen beim Ein- und Ausschalten eines Computers haben meine Schüler gelernt was Hardware und Software ist, wo sie die wichtigsten Tasten auf der Tastatur finden und wann sie einen Doppelklick mit der linken Mousetaste machen müssen. Insgesamt hab ich mir das Unterrichten schwieriger vorgestellt, meine Lieblingsarbeit wird es aber nicht werden! Trotz allem bleibt Englisch eine Fremdsprache, was insbesondere in der Fachsprache sehr deutlich wird. Im normalen Alltag habe ich kaum Probleme mit der Kommunikation, aber wenn es dann an die Details eines Computers geht, komme ich doch an meine Grenzen. Ich frage mich, was werden wird, wenn der Anfängerkurs dann in den mittleren übergeht, denn da komme ich wohl auch an die Grenzen meines Wissens… Wir werden sehen.

Beim Accompainment wird es jetzt spannend für uns, weil wir beschlossen haben, die große Gruppe in kleinere zu teilen, die dann auf die Kenntnisse und Fähigkeiten der Kinder abgestimmt sind. Das heißt wir werden die Kinder einschätzen und dann in eine der 3 neuen Gruppen zuordnen. Die Gruppen sind aufgeteilt nach denen die sehr clever sind und gut mitkommen, nach denen die etwas lesen und schreiben können, aber dennoch Schwierigkeiten haben und nach denen die weder lesen noch schreiben können. Für uns heißt das, dass wir verschiedene Aufgaben für die verschiedenen Gruppen vorbereiten müssen, aber solange es das Beste für die Kinder ist, machen wir das mit Vergnügen. Louis und ich sind jetzt sehr gespannt, wie das bei den Kindern ankommt und wie sie damit umgehen werden.

Was uns die Arbeit insgesamt sehr erschwert sind die ständigen Stromausfälle. In letzter Zeit ist es immer schlimmer geworden und wir haben nahezu jeden Tag mehrere Stunden keinen Strom, was besonders Abends zu einem großen Problem wird. Gibt es keinen Strom, gibt es auch kein Wasser…Kein Strom, kein Kochen, kein warmes Essen! Zum Glück haben wir Taschenlampen und Kerzen, aber dennoch ist es eine nervenaufreibende Geschichte. Zu den ständigen Stromausfällen kommt, dass alle Stromnetze innerhalb des Hauses sehr instabil sind. Besonders im Büro, wo die Unterrichtsstunden für den Computerkurs stattfinden, sind die Kabel überlastet und nahezu alle Steckdosen sind durchgebrannt oder defekt. Mittlerweile kochen wir das Wasser mit dem Wasserkocher nicht mehr in der Küche, wie üblich, sondern entweder im Büro oder in einem unserer eigenen Zimmer!

Neben allen Herausforderungen und Schwierigkeiten genießen wir die Zeit in Sambia doch sehr. Wir beide lieben dieses Land schon jetzt!

Die Menschen sind insgesamt sehr freundlich und offen. Für meinen Geschmack manchmal auch etwas zu freundlich beziehungsweise interessiert! Letzte Woche bin ich mit meiner Gastschwester Idah auf den Markt gegangen, um den Wocheneinkauf zu machen. Dort rufen mir die Kinder immer „Musungu“ nach, was so viel heißt wie „Weiße“ und manche Frauen haben sich auf Nyanja bei Idah beschwert, wie sie es wagen kann eine Weiße mit auf den Markt zu bringen, weil in der Sonne meine weiße Haut verbrennt! Insbesondere Männer rufen mich „Sweetheart“, „Honey“ oder „Baby“ und wollen wissen wie ich heiße, um mir einen Heiratsantrag zu machen. An diesem besagten Tag waren es insgesamt 4 Anträge innerhalb eines Vormittags…

Aber leider sind es nicht nur die Kinder, die mich „Musungu“ nennen. Letzte Woche beim Kids Club kam ein junger Mann zu mir und fragt: „Ey, Musungu, can you pass me the Chitenge?“ (Ey, Weiße, kannst du mir den Chitenge geben?). So etwas ist von Erwachsenen usneres Erachtens nach respektlos und unfreundlich. Ich hab ihm dann erst mal klar gemacht, sollte er mich jemals noch mal so nennen, dass es dann ärger gibt! Eines anderen Tages bin ich mit Alice durch die Stadt gegangen und als wir am Taxistand vorbeikamen fragte mich einer der Fahrer: „Whity, how are you?“ (Weiße, wie geht es dir?). Ich hab dann dementsprechend geantwortet, was ihm dann erst mal die Sprache verschlagen hat!

Alles andere, was mir auf den Landessprachen mitgeteilt wird kann ich gut ignorieren, es ist dann nur interessant, was Idah oder Alice mir so alles übersetzten…

Das, was uns die Zeit hier am meistens verschönert und zu einer unvergesslichen machen lässt, sind unsere Freunde! Insbesondere Max und Gavin machen unsere Wochenenden zu der besten Zeit hier! Sie nehmen uns mit auf Safari in der Nacht und am Tag, sie gehen mit uns Fischen und Hasen schießen. Wir relaxen auf der Veranda des Farmhauses, genießen Musik und gutes Essen. Sie zeigen uns die Tiere, die auf den Farmen leben und werden dieses Wochenende mit uns den Lochinvar-Park besuchen. Ihnen verdanken wir die Energie, die wir über die Woche in unsere Arbeit stecken können J Letzte Woche sind wir alle zusammen mit einem Amerikaner und einer weiteren Deutschen feiern gegangen und hatten einen wunderschönen Abend.

Wie ihr sicherlich schon rausgehört habt, es geht uns hier gerade richtig gut und wir genießen jeden einzelnen Tag! Ich habe mir erneut die Haare einflechten lassen und sowohl Louis, als auch ich sind schon richtig braun geworden (Louis wird des öfteren, obwohl er sich immer brav mit Sonnencreme Stufe 50+ eincremt auch noch rot). Die Arbeit macht uns Spaß und wir haben unseren Platz hier gefunden!

 

Impala, Kudu und Stachelschwein

Diese werden nicht die letzten sein

Warzenschwein und Wildkatze

Hexe, reich mir deine Tatze

Grüße an die Welt 🙂

Wir vermissen euch!

Fühlt euch umarmt, Choolwe (Miriam)