Liebe Leser des „Extended Family of Mmabana“ Blogs,

dies ist der fünfte Blogeintrag über den Freiwilligendienst der beiden ELM-Freiwilligen Miriam Figge und Louis Hesse in dem Mmabana Community Outreach Project (MCOP) in Sambia. In den Monaten Oktober und November ist hier in Choma schon wieder einiges geschehen.

Als erstes hatten wir am zweiten Wochenende dieses Monats wieder ein Jugendcamp. Dieses Mal ging es in das ca. 45 Kilometer entfernte Siamaluba, einem kleinen Dorf im abgelenen Osten Chomas. Wir haben dort in einer Schule gewohnt, die Mädchen und Jungs hatten jeweils ein Klassenzimmer für sich und ein weiteres Klassenzimmer stand uns für die Mahlzeiten und Aktivitäten zur Verfügung. Ansonsten hatten wir noch eine kleine Hütte zum Kochen und wie üblich Plumsklos für andere Geschäfte. Die Umgebung war wunderschön, 100% pures Afrika. Wir erlebten schöne Sonnenunter- und aufgänge, klaren Sternenhimmel in der Nacht, es war sehr grün und in der Nähe war ein kleiner Fluss, in dem gebadet wurde. Das Leben dort war sehr entspannt, verglichen mit der Betriebsamkeit im dichtbevölkerten Choma.

Man kann stolz sagen, dass dieses Camp ein voller Erfolg war. Die Gruppe Jugendlicher mit der wir fuhren war sehr freundlich, pünktlich und pflichtbewusst und es entstand schnell eine tolle Gemeinschaft. Das Programm bestand wie beim letzten Camp wieder aus Unterrichtsstunden, Essen, Spielen und anderen Aktivitäten. Unterrichtet wurde über Selbstwahrnehmung, Beziehungen, den Sinn des Lebens und Gemeinschaft. Vor allem bei der Stunde über Beziehungen waren die Jugendlichen mal wieder voll dabei und haben sich dementsprechend in die Diskussionen involviert. Die Hauptfrage bei dieser Stunde war es, wieso sich junge Erwachsene in Beziehungen stürzen, ohne sich vorher überhaupt richtig kennengelernt und gedatet zu haben. Es geschieht in Sambia öfters, dass vor allem junge Leute früh schwanger werden oder heiraten.

Auch außerhalb der Unterrichtsstunden war die Stimmung sehr gut. Miriam und ich waren verantwortlich für Spiele und Energizer und konnten damit ordentlich punkten. In dem in den Pausen wurde ansonsten oft gebadet. Da viele der Jugendlichen es nie gelernt haben richtig zu schwimmen, habe ich es ihnen etwas beigebracht, was jedoch bei schmutzigem, undurchsichtigem Wasser und glitschigen Steinen relativ schwierig war. Die einzige Niederlage bei diesem Camp geschah am Sonntagnachmittag beim traditionellen Fußballspiel gegen die einheimischen Jugendlichen, als das Team des MCOP gegen das Siamaluba-Team mit 5:2 verlor.

Auch die anderen Aktivitäten des Projekts laufen zur Zeit sehr gut. Im Kids Club wurden am letzten Sonntag über hundert Hochzeitskarten für ein Hochzeitspaar in Deutschland gemalt, dabei kamen sehr schöne und interessante Ergebnisse heraus. Im Accompaniment wurden die Kinder, wie Miriam im letzten Blog schon geschrieben hat, bezüglich ihrer Lese- und Schreibfähigkeiten in Untergruppen untergeteilt. Diese Untergruppen kriegen unterschiedliche Arbeitsaufträge und werden somit ihrem Wissenstand entsprechend bestmöglich gefördert. Bis jetzt kommen wir damit ganz gut voran, nächste Woche Mittwoch werden wir mit den Kindern zum Abschluss des Jahres 2011 zum Choma Museum gehen, dort Spiele spielen und mit ihnen eine besondere Mahlzeit essen.

Im Outreach geht es jetzt auch wieder etwas besser voran, nachdem es einige Schwierigkeiten mit dem letzten Leiter für diese Aktivität gab. Dieser Leiter ist nun nicht mehr in Choma, wurde von mir und zwei anderen Jugendlichen ersetzt und wir bilden ein gutes Team. Für diesen Monat haben wir nur fünf Klienten, da ein Mann verreist und eine Frau gestorben ist. Vor der Regenzeit müssen wir uns darum kümmern, das bei ein oder zwei der Klienten die Häuser repariert werden, da sie sonst durch den vielen Regen einstürzen könnten.

Beim Youth Club am Freitag Nachmittag wird zur Zeit ordentlich für die nächsten wichtigen Daten vorbereitet. Am Anfang Dezember stehen 3 wichtige Termine bevor, der World Aids Day, der World Volunteers Day und die Gender Fortnight, bei denen wir jeweils teilnehmen und etwas aufführen müssen. Da es in letzter Zeit etwas Schwierigkeiten mit solchen wichtigen Terminen gab, haben wir eine Theatergruppe erstellt, die für das Aufführen und Vorbereiten von Theaterstücken auf diesen Veranstaltungen verantwortlich ist. Eine Fußballmannschaft haben wir auch erstellt, da uns die 5:2 Niederlage beim Camp doch etwas zu hoch war 🙂

Nosiku, die seit Mitte Oktober zum Schreiben ihrer Examen in Lusaka wohnt, war für eine Woche in Choma, um dem Camp und dem monatlichen Management Meeting beizuwohnen. Miriam und ich hatten auch einige Meetings mit ihr, in der wir über unsere Arbeit und Probleme sprachen, was uns letztendlich sehr geholfen hat.

Ansonsten bricht hier langsam die Regensaison an, es regnet und gewittert vor allem abends des öfteren sehr stark und es gibt folglich oft Stromausfälle. Im Vergleich zu der letzten Zeit, in der es sehr oft sehr heiß war und man es für eine längere Dauer in der Sonne nicht aushalten konnte, ist die Abkühlung und der Regen sehr erfrischend. Die Jugendlichen finden unsere Tonganamen Choolwe und Mutinta viel besser als Louis und Miriam, da es einigen unter ihnen auch schwer fällt das R von dem L und das L von dem R zu unterscheiden. So kommt des öftelen ein Rouis (mit einem schönen gelorrten R) oder ein Miliam dabei laus. Da ist Mutinta und Choolwe (gesprochen Choolue) schon leichter auszusprechen und wird folglich auch freudig benutzt.

 

Das war es erstmal mit diesem Blog, wobei es kommt noch was:

Genug für diesen Monat,

im nächsten kommt noch einer,

danach ist Weihnachtspause

und 012 geht‘s fröhlich weiter.

Bis dahin wünsch ich euch allen

eine schöne und selige Zeit,

mög‘ euch Freud und Glück ereilen,

bis Miriam wieder schreibt.

 

Viele liebe Grüße, Rrrouis