Hier kommt unerwartet, deshalb aber umso besser, der letzte Blogeintrag bevor wir uns auf den Weg nach Johannesburg machen. In letzter Zeit hatten wir relativ viel zu tun und zu organisieren, weshalb die Tage noch kürzer erschienen als sie eigentlich waren.

Am 1. Dezember war World-AIDS-Day, vielleicht hat der ein oder andere davon im Radio oder Fernsehen gehört. In Sambia wird das groß gefeiert! Zum Vorabend gab es einen Lichtergottesdienst, während dem der an AIDS Verstorbenen gedacht wurde.

Alle Besucher bekamen eine Kerze und eine Flasche Wasser, weil es trotz späterer Stunde noch immer ziemlich heiß war. Typisch afrikanisch fing der Gottesdienst erst 1 ½ Std. später an als geplant, doch das war gar nicht so schlimm. Da die Kirche mit überwiegend Frauen besetzt war, kamen von überall her Gesänge und die anderen stimmten mit ein. Insgesamt eine schöne Sache, nur die Ventilatoren an der Decke pusteten kontinuierlich die Kerzen wieder aus, die wir so mühsam versuchten am brennen zu halten.

Bereits am nächsten Morgen, nach nur sehr wenig Schlaf, machten wir uns auf den Weg zum Choma Museum, von wo aus wir wieder einmal zu den Regierungsgebäuden marschieren sollten. Mit unserem Banner und einer Menge müder Jugendlicher ging es dann also los. Nach einigen Reden und anderen Schauspielen durften wir endlich unseren eigens einstudierten Tongasong präsentieren! Dieser war ein solcher Erfolg, dass sie uns baten ihn am nächsten Event gleich noch mal zu präsentieren.

Am 5. Dezember machten wir uns erneut auf den Weg zum Choma Museum, um noch einmal zu den Regierungsgebäuden zu marschieren. Diesmal war es Zeit für den „Internationalen Tag der Volontäre“ (wenn ich es wörtlich übersetzte). Dieser findet einmal im Jahr und nur an einem bestimmten Ort in ganz Sambia statt. Also hatten wir richtig Glück, dass es in die „Southern Province“ nach Choma gelegt wurde. Neben Gästen aus Lusaka und Livingstone, hatten wir einen relativ kurzen Anreiseweg!

Nosiku kam aus Lusaka wieder und war für eine Woche zu Hause. Sie kam Freitagnacht und verließ uns eine Woche später am frühen Morgen wieder. Sie besuchte mehrere Meetings und eine ganze Reihe guter Freunde, was dazu führte, dass sie zu Hause doch eher selten zu sehen war… Leider brach sich Belindas Sohn den Arm und wurde im Krankenhaus festgehalten, ohne dass etwas passierte. Nach einer Woche ohne Doktor, wurden sie dann nach Monzeh verwiesen, um dort zu operieren. Bis heute hat der Junge weder einen Gips noch ist er operiert und wir wünschen ihm alles Gute! Trotz wenig gemeinsamer Zeit kamen wir gut miteinander aus und werden uns in nicht allzu ferner Zeit in Südafrika wiedersehen. Belinda wird leider nicht mit uns nach Johannesburg kommen, weil sie ihren Sohn nicht alleine lassen kann. Das bedeutet für Louis und mich eine 3-Tagesreise allein zu bestreiten. Wir werden in Lusaka einen Zwischenstopp einlegen und erst den nächsten Tag nach Südafrika fahren.

Bei Monique werden wir Weihnachten feiern, die Gesellschaft unserer Freunde und Mitfreiwilligen genießen und hoffentlich eine Runde in den Pool springen können. Nachdem wir auf dem Kailager (ein großes Jugendcamp in der Nähe von Durban) als Küchenhilfe gearbeitet haben, werden Louis und ich die einzige Woche, für ein ganzes Jahr auf engstem Raum, getrennt verbringen. Er wird in den Drakensbergen wandern gehen und ich hab mich noch immer nicht entschieden, aber wahrscheinlich werde ich in Durban sein.

Insgesamt sind wir 6 Wochen unterwegs und werden noch jede Menge anderer Dinge erleben und besichtigen, bis wir gegen Ende Januar dann unser Zwischenseminar in Pietermaritzburg besuchen. Von alledem werdet ihr dann hören, wenn wir im Februar wieder zu Hause in Sambia sind!

Wie bereits erwähnt hat Ende November die Regenzeit angefangen und sie entfaltet gerade jetzt ihre ganze Kraft. Wie in den vielen Naturfilmen auch, kommt der Regen in Afrika sehr plötzlich. Den einen Moment ist es heiß und die Sonne scheint am strahlend blauen Himmel, den nächsten Moment kommen dicke schwarze Wolken und es schüttet literweise Regen vom Himmel. Manchmal nur für einen kurzen Schauer, manchmal aber auch für Stunden. Die letzten Tage hat es oft und heftig geregnet, sodass eine ganze Brücke so tief im Wasser stand, dass die Autos nicht passieren konnten. Das Wasser hatte solche Kräfte, dass es die Leitplanken total verbog und fast zum ausbrechen brachte. Vor unserem Haus haben wir nun einen See und in den Trampelpfaden, die durch die Sandstraßen laufen, findet man nun kleine Bäche und trifft auf den ein oder anderen Frosch.

Am Samstag sollte eigentlich der letzte Wichtige Tag vor Weihnachten stattfinden, der „Gender Fortnight“ (Tag, der sich um die Geschlechterdiskriminierung dreht), allerdings fiel dieser wortwörtlich ins Wasser. Es hatte die ganze Nacht hindurch geregnet und auch bis zum frühen Nachmittag nicht aufgehört. Folglich konnte man sich nur schwimmend fortbewegen und bleib am besten den ganzen Tag im Haus, was wir dann auch gemacht haben.

Am frühen Morgen kräht der Hahn

Durch Straßen muss man Bötchen fahr’n

Der Nachbar der hat Welpen

Im Regen kann man sich erkälten

Unser Urlaub der wird schön

Im Februar werden wir uns wieder hör’n

Leider muss ich gehen

Und mal schnell im Nshima dreh’n

Grüße an die nördlich Hemisphäre 🙂 Miriam