Ein letztes mal Hallo an die Leser dieses ausgesprochen guten Blogs 😉

 

Inzwischen rast die Zeit nur noch so dahin und man fragt sich wo die Tage eigentlich geblieben sind. Vom Gefühl her würde ich sagen ich bin gerade mal 4 oder 5 Monate hier. Die Wahrheit ist jedoch, dass wir nur noch 2 Tage haben, bis unser Flug nach Johannesburg geht.

Wir sind mitten in der Zeit des „Sachen zum letzten Mal machens“ und es ist manchmal schon sehr traurig, wenn man sich von Outreachklienten, anderen Freiwilligen aus Amerika und Deutschland, sowie Familie und Freunden hier verabschieden muss.

 

Als Jonny aus Südafrika wiederkam brachte er Monique und Susanna mit. Beide kennen wir aus Südafrika und haben uns über die Besuche gefreut, auch wenn durch die Begegnungen die Zeit noch schneller zu verfliegen schien. Zusammen mit Monique und Susanna sind wir an einem Montag zum Flughafen in Livingstone gefahren und haben sie und Susanna dort verabschiedet. Nur wenige Minuten später landete der Flieger in dem Louis Eltern saßen, die ihren Sohn nach fast einem Jahr wieder in die Arme schließen konnten.

Gemeinsam haben wir uns auf den langen Weg in die Eastern Province gemacht um dort in einem Nationalpark noch mal ein wenig Urlaub zu machen. Von Choma aus bis zu unserem Camp sind es 1000 km, die wir auf 2 Tage aufgeteilt hinter uns gelegt haben. Wenn ich mich nicht irre, dann ist das ungefähr so weit, wie von meinem Ort in Deutschland bis nach Kroatien in den Urlaub. Manchmal ist es unglaublich wie groß dieses Land ist!

Auf der Hinfahrt sind wir direkt in den Park gefahren, anstatt erst mal unsere Sachen am Camp abzuladen und da wir auch an diesem Tag schon einige Kilometer hinter uns gebracht hatten war es noch recht früh (ca. 11:30 Uhr) als wir in den Park fuhren. Wider aller Erwartungen sahen wir erstaunlich viele Tiere inklusive eines Leoparden, der in der prallen Mittagssonne durch die Savanne streifte und einer Elefantenfamilie, die ca. 20 cm vor unserem Auto die Straße überquerte.

Am nächsten morgen fuhren wir früh in den Park und genossen unser Frühstück inmitten einer Menge Antilopen und Zebras. Am frühen Abend ging es dann mit dem Campeigenen Safari-Auto auf einen Nightdrive. Wir sahen einen zweiten Leoparden, Löwen und Hyänen, neben kleineren Wildkatzen und dem ein oder anderen Elefant.

Den nächsten Tag ging es dann via Walkingsafari zu unserem Bushcamp. Wir stießen auf Giraffen und Elefanten, bekamen ein 3-Gänge Menü und eine ganz neue Erfahrung durch bewaffnete Begleitung bei jedem Toilettengang. Am nächsten Morgen ging es dann in aller Frühe mit einem Bushwalk wieder zurück zum Hauptcamp.

Auf dem Rückweg besuchten wir unsere Mentoren in Lusaka und streiften dort gemeinsam durch die Innenstadt auf der Suche nach den passenden Stoffen für Hemd, Hose und Kleid, die wir dann in Choma zum Schneider brachten.

Insgesamt war ein wunderbarer Urlaub und wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Leider machte uns die Kupplung des gemieteten Toyota Hilux etwas zu schaffen und das Autofahren war mitunter etwas anstrengend.

 

Vorige Woche fuhren wir alle zusammen zu unseren Freunden auf die Rossfarm, machten dort einen kleinen Gamedrive, fütterten das zahme Dayka (kleinste Antilopenart; wurde von Rosses mit der Hand aufgezogen) mit Apfel und Orange und genossen ein gemeinsames Abendessen.

Leider wird dieser Besuch auch der letzte bei Ihnen gewesen sein und wir werden sie sehr vermissen. Da diese Familie uns quasi adoptiert hatte und es immer ein bisschen wie nach Hause kommen war, wenn wir zu ihnen gefahren sind.

Mittlerweile hatten wir auch die Abschiedsparty von und für die Jugendlichen. Es waren schöne Zusammenkünfte, aber trotz allem auch durch die eine oder andere Träne gekennzeichnet.

Louis und ich befinden uns nun schon mitten in der letzten Woche dieses Auslandsjahres in Sambia und wir können stolz auf die geleistete Arbeit zurückblicken und uns gegenseitig auf die Schulter klopfen! Leider ist uns durch den anderen Blickwinkel, der durch Familie Hesse in das Projekt kam, auch einiges aufgefallen, was uns dieses Jahr sehr erschwert hat und in Auswertungsgesprächen aufgegriffen wurde.

Mit allem was wir jetzt noch zur Ansprache gebracht haben, können wir nur hoffen das es für die Kommenden Volontäre Megan und Jakob besser wird!

 

Wir verbringen die letzten Stunden damit unsere Sachen zu packen, Abschiedsgeschenke abzuliefern, die Zimmer zu säubern und geliebten Personen einen Besuch abzustatten.

Am Freitag fliegen wir dann schon nach Johannesburg und in gänziger Bälde wird man sich in „good-old-Germany“ wieder die Hand schütteln, oder wer ganz mutig ist, auch in den Arm nehmen!

 

Mit allerletzten Grüßen aus Sambia, Miriam alias Choolwe 🙂