Ein Blogartikel von Sarah Strittmatter, übersetzt und überarbeitet von Natalie Zaiß | 2012-10-27 | Choma, Zambia

Der nachfolgende Artikel wurde von Sarah Strittmatter geschrieben. Sarah ist eine junge Französin die sich entschlossen hat das Ende des Jahres 2012 als Freiwillige beim Mmabana Communtiy Outreach Projekt zu verbringen. Sarah verbringt ihr Sabbatjahr auf der Suche nach „außergewöhnlichen Menschen“ die sie mit einer grünen Sonnenbrille markiert und deren persönliche Geschichten sie auf ihrem Blog veröffentlicht. In Choma hat sie einen dieser besonderen Menschen getroffen, Mister Peter der durch die Nachbarschaftshilfe von Mmabana betreut wird. Dies ist die berührende Geschichte von der Verwirklichung von Träumen und von unendlicher Dankbarkeit, die alle Gewinnmaximierung in Frage stellt.

Hier nennen sie ihn „Mister Peter“. Dieser ältere Herr besitzt fast nichts und ist trotzdem der glücklichste Mann der Welt. Er lebt allein in einer Hütte die 5m² misst. Dort hat er weder Wasser- noch Stromversorgung. In seiner kleinen Hütte befindet sich all sein Besitz: ein kleines Bett zum Schlafen, einige alte Fotos und Bilder, Kleidungsstücke und sein Rollstuhl. Mister Peter kann nicht gehen. Die meiste Zeit verbringt er mit der Bearbeitung von Holzstücken. Er sitzt auf einem Hocker und unterhält sich mit vorbeigehenden Nachbarn. Manchmal verlässt er die Hütte um Wasser zu holen und es in Plastikflaschen abzufüllen, oder er kauft Maismehl, um Nshimabrei zu kochen, oder auch Kerzen, um Licht in seiner Hütte zu haben. [Trotz seiner ärmlichen Umstände] beschreibt sich Mister Peter in seinem neuen Haus als „der glücklichste Mann der Welt!“
[Mister Peter hatte nur einen Traum,] ein Grundbedürfnis das so groß war, dass er es fast nicht sagen wollte… von ganzem Herzen wünschte er sich eine richtige Toilette. Jedoch hatte die Mmabana Foundation nicht genug Geld um den Bau einer Toilette zu finanzieren (ca. 300€). Ein europäisches Paar, das ihren Sohn, ein Freiwilliger im Projekt, besuchte, entschied sich Mister Peters Wunsch zu ermöglichen. Nach vielen Wochen der Bauarbeiten ist die Toilette fertig. Außerdem kann Mister Peter eine Tür hinter sich schließen und hat einen zweiten abgetrennten Raum, in dem er sich waschen kann. Dies ist die unglaubliche Geschichte von Mister Peter, der, wenn man ihn besucht, immer wieder ausruft „Ich bin der glücklichste Mann der Welt! Ich weiß nicht wie ich Euch danken soll! Ich bin so glücklich! So so glücklich!“

Mister Peter’s Waschraum wurde mit einer Feierlichkeit, zu der auch die Nachbarn, Mmabana Mitglieder und Ortsvorsteher kamen, eröffnet. Die Fotos können Sie in der beigefügten Gallerie ansehen.
Leider ist Mister Peter am 25. Oktober, nur wenige Tage nach der Einweihung der neuen Toilette, von uns gegangen. Einen herzlichen Dank richten wir an dieser Stelle an diejenigen, die dazu beigetragen haben, dass Mister Peter seine letzten Tag in wiederhergestellter Würde verbringen konnte. Wir vertrauen darauf, dass er nun in Frieden ruhen mag, erlöst von dem Leid, das er in seinen letzten Jahren erleiden musste.