Liebe Leser, liebe Freunde und Förderer von Mmabana,

 

Ende Juli haben wir, Frederik und Lena, die ehemaligen Freiwilligen Megan und Jakob abgelöst. Nach dem wir zusammen eine Woche hier verbracht haben, wurde eine große Farewell-Party gefeiert, bei der mit den Jugendlichen und allen Mitgliedern von Mmabana getanzt, gesungen und auch geweint wurde.

 

Jetzt sind schon unsere ersten drei Monate hier in Choma vergangen und es ist so einiges passiert.

Das Outreach-Projekt lief nur noch bis Ende September. Es wurde beschlossen mehr finanzielle Unterstützung in die OVC-Projekte zustecken, sodass wir das Outreach-Projekt durch eine Erweiterung im Education Support eingetauscht haben. Beim Outreach wurden also fleißig Fotos mit den Klienten gemacht und jeder Abschied war nicht gerade einfach. Unsere Klienten haben Mmabanas Unterstützung in Form von Lebensmitteln, anderen Utensilien und dem monatlichen Besuch von einer großen Gruppe von Jugendlichen sehr genossen und werden sie sicher vermissen. Trotzdem war es schön, die fröhlichen Gesichter bei unseren Besuchen zu sehen und sie mit unseren Liedern und der mitgebrachten neuen Mmabana-Gitarre noch fröhlicher zu machen.

 

Nach einem Monat haben Frederik und ich die Arbeit untereinander aufgeteilt. Frederik macht nun hauptsächlich die Afternoon Class des Computer Courses und ist mit mir zusammen und anderen Freiwilligen von hier Leiter des Youth Clubs. Außerdem ist er Leiter von Mmabanas Fußballclub, der jetzt übrigens nach langem Suchen einheitliche rote Trikots bekommen hat.

Ich bin mit Mr. Lweendo und Evelyn im Team für die OVC-Projekte Reading & Writing Club, Education Support und Kids Club. Beim Kids Club ist Frederik auch immer dabei und spielt Gitarre in der Singing Group.

 

Der Reading & Writing Club hat im September wieder angefangen und läuft nun mit meistens mehr als 20 Kindern sehr gut. Für die Kinder, die nach dem Reading & Writing Club wieder in die Formal School gehen können, weil Mmabana sie mit dem Education Support unterstützt, haben wir nun jeden Mittwoch den After School Club. Hier kommen die Kinder je nach dem, ob sie vormittags oder nachmittags zur Schule gehen, in ihrer freien Zeit zu uns. Wir fragen nach ihren Hausaufgaben und ihren Problemen in der Schule und unterstützen sie somit auch persönlich.

 

Wir haben beschlossen mindestens einmal im Monat die Familien von den Kindern unter unserem Education Support zu besuchen. Also sind haben wir uns vergangene Woche auf den Weg gemacht. Mr. Lweendo ist mit dem Fahrrad nach Mwapona Compound gefahren, um dort sieben Familien zu besuchen und Eveyln und ich sind zu fuß durch Zambia Compound gelaufen und haben dort acht Schüler mit ihren Familien besucht. Das ist immer ein langer Fußmarsch, wenn wir diese sogenannten Home visits machen, aber es ist jedes Mal wieder sehr interessant und macht Spaß. Ob es die Mutter, die Tante, der Bruder oder auch der Nachbar ist, den man dann antrifft, sie sind alle super nett und geben uns Auskunft über das, was sie von dem Kind wissen. Die meisten gehen regelmäßig zur Schule und schaffen es auch, jetzt zu unserem neuen Mittwochsprogramm zu kommen. Für manche ist es aber auch schwierig. Sie sind es nicht gewohnt gewesen, zur Schule zu gehen. Die Eltern können die Schulhefte nicht durchgucken, weil sie selber kein Englisch sprechen. Wir versuchen sie dann mit unseren Besuchen zu motivieren.

 

Aber auch mit den Youths hat schon so einiges stattgefunden. Wir sind schon gemeinsam zum Forest gelaufen um dort zu sehen, wie man Bäume anpflanzt. Wir haben Präsentationen über HIV und AIDS, über Drogen, über Communication Skills und über Leadership Skills gehabt.

Und Mitte August haben wir an dem Fortress Youth Camp teilgenommen. Mit ca. 20 Jugendlichen von Mmabana sind wir zur Choma Secondary School gegangen, wo wir drei Nächte übernachtet haben und mit ganz vielen anderen Jugendlichen aus der ganzen Southern Province drei prägende Tage erlebt haben. Es ging um den Glauben und andere Themen, die für Jugendliche wichtig sind. So haben wir Präsentationen zu Human Trafficking und HIV/AIDS gesehen, Predigten zum Thema Leadership gehört, Diskussionen über Liebe und Beziehungen geführt und an Aktionen wie Armband gestalten, Fußball spielen, Kameras ausprobieren teilgenommen.

Für mich und Frederik waren diese Tage sehr prägend, da wir ganz viel über den Glauben der Menschen hier in Sambia gelernt haben. Es ist etwas ganz anderes. In vielen Punkten unterscheiden sich die Ansichtsweisen und das Verhalten von den Jugendlichen hier von unseren Ansichten und unserem Verhalten, was wir aus Deutschland mitgebracht haben.

 

Geburtstag haben wir auch gefeiert. Das unabhängige Sambia ist am 24. Oktober 49 Jahre alt geworden. Nachdem ich mit einem anderen Freiwilligen von Mmabana am Vorabend zum Independence Eve gegangen bin, wo wir die feierliche Zeremonie mit riesiger Geburtstagstorte, kleinem Feuerwerk und Nationalhymne singen mitgemacht haben, sind wir am darauffolgenden Tag mit knapp 40 Kindern aus dem Reading and Wiritng Club und dem Kids Club und ca. 20 Jugendlichen Teil der Independence-Feier im Stadion in Choma gewesen. Zuerst sind wir in dem großen Marsch durch die Stadt mitgelaufen, haben stolz unseren Mmabana Banner hochgehalten und lauthals gesungen. „We are all Zambians together. Zambia is our country.“ Bis einer am Straßenrand plötzlich ruft „This is not a Zambian!“ und auf Frederik und mich zeigt. Man fällt irgendwie immer auf hier in dem beschaulichen Choma, sage ich zu Frederik und wir lachen. Wir haben trotzdem weitergesungen. „Zambia celebrate. Zambia celebrate.“ Im Stadion hatte Mmabana dann auch seinen Auftritt. Die Kids Club-Kinder haben uns eine super süße Hulla-hoop-show geboten und wir haben zusammen mit den Kindern und den Jugendlichen ein selbst gedichtetes Independence-Lied gesungen. Es war auf jeden Fall ein Erfolg und hat uns allen Spaß gemacht! Ich finde es super, dass Mmabana dort aktiv teilgenommen hat. Und für unsere Kinder ist es auch ein aufregender und einmaliger Tag gewesen. Das hat man in ihren Gesichtern gesehen.

 

So, ich denke, das reicht erstmal für unseren ersten Post. Wir melden uns bald wieder aus der Mmabana-family.

Nicht vergessen: Tulipamozi. We are together.

 

Frederik und Lena