Stets ein buntes Mmabana

Liebe Mmabana-Freunde und –Förderer,

 

Jetzt sind es schon ganze 4 Monate, also ein Drittel des ganzen Jahres, die wir hier in Sambia sind. Mmabana ist busy am arbeiten! Hier und da – überall sind tolle Menschen am Werk, die immer irgendetwas vorzubereiten haben und Mmabana stets bunt machen.

 

Dieses Mal fange ich beim Youth Club an. Wir hatten jetzt schon zweimal eine Präsentation über Werte. Letztes Mal ging es um Ehrlichkeit. Die Jugendlichen lernen viel und vor allem lernen sie, sich eine eigene Meinung zu machen und diese auch vor anderen zu vertreten. Wir teilen unsere Erfahrungen miteinander und sind dabei natürlich ehrlich. Einmal im Monat gehen wir gemeinsam zum Mwagali Ground, wo wir Sport machen. Vergangenen Freitag haben wir Fußball für alle und Netball für die Mädchen gespielt. Und Rugby haben wir neu angeboten. Frederik hat seine frisch erworbenen Fähigkeiten bezüglich des Rugbyspielens an unsere Volunteers weitergegeben und ihnen damit eine Freude bereitet.

 

Vor ein paar Wochen sind wir mit der ganzen Youth-Club-Gruppe zum Choma Dam gefahren, einem bekannten Stausee ein paar Kilometer auswärts von Choma. Da hatten wir wirklich eine Menge Spaß und haben fleißig Fotos geschossen! Das war ein schöner Nachmittag, bei dem Teamgefühl und Gruppenzusammenhalt wichtig wurden.

Kids Club läuft im Moment leider nicht, da die Schule, dessen Schulhof wir normalerweise jeden Sonntag Nachmittag nutzen, Bauarbeiten durchführt. Mit den 200 Kids geht’s dann also erst nächstes Jahr wieder los. Auf den Straßen in unseren Compounds ist allerdings nicht zu überhören, dass sie Mmabana und den Kids Club nicht vergessen haben.

 

Die Reading und Writing Kinder sind gut dabei. Diese Woche besuchen wir sie und ihre Familien Zuhause, um für jedes Kind einen Steckbrief anzufertigen und damit auch Kontaktdaten zu erhalten. Das ist in der Hitze, die wir hier im Moment haben, wirklich eine Herausforderung. Und die ganzen letzten Tage hat es nicht wirklich geregnet. Alles wartet auf den Regen, damit sich die Luft mal wieder etwas abkühlen kann. Aber das Wetter fordert uns noch weiter heraus.

Glücklicherweise konnten wir, als wir heute schon mal mit den Familien im Mwapona Compound angefangen haben, auch so gut wie alle Eltern finden.

Nächste Woche werden dann schon die End-of-Term-Tests in Englisch und Mathe geschrieben. Für unseren letzten Reading and Writing Club vor unserer Weihnachtspause haben wir geplant, etwas Besonderes zu kochen – Reis mit Bohnen. Und dann soll hauptsächlich gespielt und gesungen werden, bevor wir in die Ferien gehen.

 

In vier Wochen werden Frederik und ich dann schon nach Südafrika gehen und sehen, was unsere Mitfreiwilligen dort machen. Das wird bestimmt super aufregend und noch mal ganz anders als hier in Sambia.

Aber unser Sambia und vor allem unser Choma haben wir mittlerweile schon so richtig liebgewonnen. Was da so zu gehört? Frauen mit Chitenge, Vitumboa essen, Chibwantu trinken, ein bisschen Njanya und Tonga sprechen, als Mädchen nur noch Röcke tragen und als Junge Komplimente bekommen, wenn man mal eine lange Hose anhat, und und und.

Was auch nicht fehlen darf, sind Aktionen wie Fußball spielen und Schwimmen gehen. Frederik ist schon bekannt als der Muzungu von Mmabana, der so gut spielt und ich hab jetzt auch mit Netball angefangen und lasse es mir von den Mädchen in Mmabanas Computer Course zeigen. Und zum Thema Schwimmen – ich hab es jetzt endlich mal geschafft, mit zwei Freundinnen von hier in eine Lodge mit Swimming Pool zu gehen. Und das ist wie ein Nachmittag Urlaub gewesen! Eine wunderbare und auch notwendige Abkühlung hat uns dieses Schwimmen gehen gebracht.

 

Ach und bevor ich es vergesse: Wir sind dabei eine Youth Night für Mmabanas Jugendliche zu planen. Da soll ordentlich getanzt und gelacht werden und natürlich wird auch etwas Besonderes zum Essen vorbereitet. Aber davon berichte ich, wenn es soweit ist!

 

Liebe Grüße von der Mmabana-Family

 

Chabota & Lushomo

„Something will come out of this!“

Nie zuvor hatte ich dieses Gefühl. Nie zuvor habe ich mich zugleich so nützlich und unnütz gefühlt. Ein sonderbares Gefühl ist das, es hat meine Lebenswahrnehmung total verändert. Es hat mir eine neue Perspektive gegeben, neue Träume, neue Hoffnung und neue Visionen. Ich war nicht länger als zwei Monate bei Mmabana – andere sind viel viel länger als ich geblieben – aber es waren zwei intensive Monate, emotional und spirituell. Wie die meisten von Euch habe ich die Ereignisse des Mmabana Projekts von der Ferne aus beobachtet. Mein Leben in Europa und die Ereignisse in Choma, Sambia – da war genug Distanz zwischen meiner ‚Comfort Zone‘ und den wahren Begebenheiten in Sambia. Ich war vor allem fasziniert von der freiwilligen Arbeit der Jugendlichen in Sambia, besonders weil sie noch so jung sind. Aber meine Augen und Ohren waren leider auch schon sehr gewöhnt an die Nachrichten vieler sozialer Organisationen in Afrika. Für mich war das Projekt erst mal eher nur eins von vielen. Als Monique Dalka mit dem Wissen, dass ich einige noch nicht verplante Monate vor mir hatte, mir anbot, doch für einige Zeit ins Projekt nach Sambia zu gehen, wusste ich überhaupt nicht, was da auf mich zukommen würde. Selbst heute, zurück in Frankreich, träume ich noch von den Kindern und höre ihr Lachen und ihre Stimmen. Es gibt allerdings eine Person, die ich wirklich im Herzen trage. Das ist die Schneiderin Pamela. Die meisten von Euch werden ihre Geschichte bereits durch den Katalog „Mmabana Tailoring“ kennen. Aber für die, die noch nichts von ihr gelesen haben, möchte ich ihre Geschichte schnell zusammenfassen. Pamela ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern (2-11 Jahre alt), ihr Einkommen setzt sich aus den Einkünften durch ihre Schneiderarbeiten zusammen. Sie besitzt ein kleines Zimmer auf einem Markt. Dort steht eine Nähmaschine mit der sie vor allem traditionelle Kleidung wie Hosen, Hemden, Röcke und manchmal auch Hochzeitskleider und Schuluniformen näht. Wie für viele in Sambia, sind ihre kleinen Einkünfte nicht genug um ihre Kinder durchzubringen und die Miete für ihr kleines Haus zu zahlen. Vor allem in der Regenzeit (November-April) gibt es nur wenige bis gar keine Aufträge. Dann muss sie sich auf die Hilfe der Gemeinschaft verlassen um bis April durchzukommen, wenn neue Aufträge kommen. Bei unserer ersten Begegnung habe ich sie als still und vielleicht sogar ein bisschen schüchtern wahrgenommen. Jedoch lächelte sie immerzu. Sie hätte sich nie über ihre eigene Situation beschwert oder ihre Situation erzählt, um Mitleid zu bekommen – ganz im Gegenteil. Ich empfand sie als eine würdevolle und weise Frau. Sie geht durch ihr Leben voller Energie, Glauben, Hoffnung und Freude. Was für eine Frau! Als wir uns entschieden „Mmabana Tailoring“ in einer Pilotphase ins Leben zu rufen, haben wir ihr natürlich angeboten, Mmabanas erste Schneiderin zu werden. Und so begann sie für uns zu schneidern und natürlich auch für Euch! Die ersten Bestellungen kamen überraschenderweise „en masse“ (dank Euch!), dass wir sogar eine zweite Schneiderin beauftragen konnten, für uns zu nähen. So kam Grace zu uns ins Projekt und durch die Hilfe vieler Freiwilliger konnten wir alle Aufträge erfüllen. Über 100 Stücke wurden für 17 Aufträge genäht. In zwanzig Tagen hatten die beiden Schneiderinnen so die Möglichkeit den normalen Monatslohn von zwei Monaten zu verdienen. Mmabana hat durch das Projekt einen Gewinn von ca. 733,13 € (mit ca. 240 € Restmaterial). Dieser Gewinn, mit einer zugesagten Spende von 3900 € der sambischen Regierung (jedoch ist dieses Geld noch nicht eingetroffen), wird dafür verwendet, das „Mmabana Taloring“ Projekt als Teil der Organisation weiter aufzubauen. Ziel ist, dass Mmabana nicht nur von Spenden aus dem Ausland abhängig ist, sondern sich größtenteils selbst finanzieren kann. (Spenden aus dem Ausland sind natürlich weiterhin wichtig…wir stecken hier noch in den Kinderschuhen). Weiter soll ein Teil des Gewinns direkt zum Bildungsfond („Education Support Fund“) gehen, der bedürftige Kinder bei der Schulfinanzierung unter die Arme greift. Das Ziel durch „Mmabana Tailoring“ finanziell unabhängiger zu werden, möchten wir durch zwei Maßnahmen erreichen: Wir möchten ethnische Kleidung aus Sambia in internationalen Märkten (vorwiegend Europa) verkaufen. Wir möchten Schuluniformen zu günstigen Preisen für die Schulen im Umkreis von Choma nähen. Wenn ich nun auf den Anfang dieser Überlegungen zurückblicke und mich daran erinnere wie Pierre-Yves, Jean-Christophe und ich Ideen für das Tailoring-Projekt gesammelt haben, kommt mir das ziemlich verrückt vor. Wir waren uns nicht sicher, ob das alles funktionieren würde und sich der Aufwand lohnt. Außerdem standen wir unter Zeitdruck, es waren nur noch fünf Wochen bis Weihnachten. Nachdem wir nun vor zwei Monaten den Katalog herausgegeben haben, hat für „Mmabana Tailoring“ ein neues Kapitel begonnen. Mit der Spende die wir von der Regierung Sambias erhalten haben, konnte sich das Projekt zwei neue Nähmaschinen kaufen. Ein Raum im Mmabana Zentrum ist jetzt nur für die Schneiderei bestimmt und die Schuluniformen sind schon in Produktion. Pamela und Grace arbeiten wundervoll zusammen und sind wahnsinnig glücklich mit ihrer Arbeit. Noch vor drei Monaten hätten wir nicht im Traum an dieses großartige Resultat geglaubt. Aber ich erinnere mich, was wir immer gesagt haben, wenn wir an unseren Plänen zweifelten. „Something will come out of this. We don’t know what, we can’t see it, but something will come out of this!“ „And something great did!“ Wir möchten uns an dieser Stelle für Eure Unterstützung bedanken und vor allem bei all jenen die unsere Vision durch Rat und Tat unterstützt haben. „And more still will…We just can’t see it yet. “ Sarah Strittmatter Um unseren Fashionkatalog anzusehen und mehr über das Projekt zu erfahren, informiert Euch kann man den Katalog hier herunterladen. Schaut euch das Video unten an, um einen unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen des Fotoshoots mit Freiwilligen aus Choma zu werfen. Bitte besucht unsere Facebook Seite und leitet sie an Freunde weiter: www.facebook.com/Mmabana.Tailoring

Ein Jahr, tausend Begegnungen – wo fängt man da bloß an?

Ein Artikel von Jean-Christophe Dalka, überarbeitet von Pierre-Yves Dalka | 2013-01-31 | Tübingen, Deutschland

Schon während meinem Studium in Deutschland hatte ich vor, für ein Jahr bei Mmabana in Sambia mitzuwirken. Kaum hätte ich damit rechnen können was mich alles erwarten und bewegen würde.

Alles fing mit meinem ersten Besuch des Projekts in Sambia im Jahr 2009 an. Dieser fünftägige Besuch war sehr intensiv, aber leider auch sehr kurz (siehe alten Artikel – nur auf English aber dafür mit vielen Bildern). Mit dieser positiven Erfahrung machte ich mich im März 2012 auf den Weg nach Choma. Die Fahrt war wie immer traumhaft und die über 1400 km lassen sich mit unangetasteter Natur links und rechts der Straße total genießen. In Botswana gab es auf der Strecke durch den Chobe Game Reserve sogar Elefanten zu sehen.

In Choma wurden wir herzlich von der Mmabana Familie begrüßt. Zu diesem Zeitpunkt wohnten neben Nosiku und ihrer Familie auch die beiden ELM-Freiwilligen Miriam und Louis im Mmabana Haus. Dieses Haus war über das Jahr hindurch eine Begegnungsstätte für Menschen aus aller Welt. Wir hatten Besucher aus Südafrika, Kolumbien, Niederlande, Frankreich und Deutschland. Ich freute mich über jeden Besucher. Diese Besuche zeigten mir, dass nicht nur bei mir, sondern auch bei Anderen großes Interesse am Projekt, am Land und vor allem an den Menschen besteht. Über einen besonderen Besuch habe ich mich riesig gefreut. Nämlich, dass mich meine Freundin Lisa besuchte und das gleich zwei Mal J. Im August stießen die neuen ELM-Freiwilligen Megan und Jakob aus Deutschland dazu, die nun auch Teil der wachsenden Mmabana Familie wurden und meinen Bruder Pierre-Yves und Sarah aus Frankreich herzlich willkommen hießen.

Meine Aufgaben als freiwilliger Mitarbeiter waren sehr umfangreich und technisch. Kurz gesagt sollte ich neue Projekte initiieren, die der finanziellen Nachhaltigkeit von Mmabana dienten. Nun geht Mmabana ins Jahr 2013 mit einer Druckerei, einem Internet Café und einer Schneiderei. Alle diese Programme habe und hätte ich auch nicht alleine stemmen können, sondern ich war auf die Hilfe vieler Sambier und internationalen Unterstützern angewiesen. Ich habe mich total geehrt gefühlt, diese neuen Projekte durchzuführen, und noch gesegneter fühle ich mich nun zu wissen, dass diese Projekte auch nach meinem Gehen reibungslos weiterlaufen.

Eine sehr enge Zusammenarbeit hatte ich mit dem Leitungsteam. Darunter befanden sich Nosiku, Mr. Davies (Mmabana Manager), der Mmabana Vorstand und viele Andere, wie die Jugendlichen und ELM-Freiwilligen. Nur gemeinsam gelang es uns die Arbeitsstrukturen zu verbessern und umzusetzen. Also nochmals an alle vielen Dank!

Neben der ganzen Arbeit war es mein Ziel, den Kindern und Jugendlichen näher zu kommen. Wie gut, dass ich mich den Kinderprogrammen am Wochenende oder unter der Woche einfach anschließen und Spaß haben konnte. Vor allem bildeten sich sehr enge Freundschaften zwischen mir und den Kindern aus der Nachbarschaft, die anfangs allesamt „Onkel“ zu mir sagten und gegen Ende „Papa“ riefen. Mir kommen die Tränen zu wissen, dass sie mir und ich ihnen so viel bedeute. Auf jeden Fall ist für Februar ein Videogespräch mit den Kindern geplant! Das wird mir mein Herz und die Erinnerungen wieder öffnen.

Das Jahr war bunt, gefüllt mit Liebe und Schönheit, umgeben mit Armut und Herausforderungen, gepackt mit Erfahrungen und Erinnerungen, bemalt mit Erfolg und Misserfolg, und zu aller Letzt gesegnet mit Bewahrung. Kurz: ein Segen, ein Geschenk. Dieses Geschenk kann ich jedem weiterempfehlen. Ob Schüler oder Student, Mama oder Papa, jung oder alt, für einen Monat oder ein Jahr… Allen kann ich dieses Geschenk an Erfahrung aufs Herz legen. Traut euch!

Liebe Grüße
Jonny

PS: Wer gerne mehr und persönliches aus meinem Jahr erfahren will, kann mich gerne unter jean.dalka@gmail.com kontaktieren.
Wichtige Nachricht: Mmabana benötigt dringend neue Spender für die Kinder- und Jugendprojekte. Als Verein „Friends of Mmabana Deutschland e.V.“ sammeln wir Spenden für diese Projekte durch Mitgliedsbeiträge. Du kannst bereits mit 1€ pro Monat als Mitglied im Verein Mmabana direkt unterstützen. Momentan benötigen wir weitere 400€ pro Monat um den Kosten hinterher zu kommen. Vielen Dank!

Wenn sich Wege ebnen …

Die Leitung des Choma Trades Training Institute hat zwei jungen Freiwilligen von Mmabana ein Stipendium übergeben, mit dem sie an besagtem Institut ein einjährigen Kurs erweiterter Computerkenntnisse belegen können.

Dieser Entschluss folgt im Sinne eines Abkommens zwischen Mmabana und dem Choma Trades Training Institute, welche eine akademische Partnerschaft eingingen, um gemeinsam gesellschaftliche Entwicklung und die Ermächtigung benachteiligter Jugendlicher zu fördern. Seit der Gründung Mmabanas im Jahr 2009 ist Choma Trades ein tragender Partner des “Information and Communication Technology” (ICT) Programms gewesen.

Die Stipendiaten wurden nach Grad ihrer Bedürftigkeit und ihres gesellschaftlichen Engagements ausgesucht. So fiel die Wahl auf die Mmabana Voluntäre Kaoma Munsanje und Andrew Zulu.

Auf die Frage, inwiefern das Stipendium ihr helfen würde, antwortete Kaoma: „Das Stipendium ist wie ein großes Wunder für mich! Ich bin Teil einer dreiköpfigen Familie und wurde als Waisin von meiner Tante und meinem Onkel aufgenommen. Da hätte ich noch lange auf irgendeine Art von Hochschulbildung warten können. Meine Erzieher müssen ja noch zuerst ihren eigenen Kindern die Schulbildung fertig finanzieren.“ Kaoma hofft nach dem Kurs eine Arbeit zu finden, mit deren Verdienst sie sich ihren Traum eines Medizinstudiums erfüllen kann.

Der zweite Glückliche ist Andrew, Kind in einer zehnköpfigen Familie. Er fühlt sich von dem Stipendium einfach überwältigt: „Ich danke Gott für diese Möglichkeit. Ich will gern Kommunikationswissenschaft studieren. Der Computerkurs wird mir den Weg zu weiteren Studien ebnen können.“

Mmabana bietet einen kostenlosen Computergrundkurs für Jugendliche des Distrikts Choma an, um digitalen Analphabetismus entgegenzuwirken und Jugendlichen somit Instrumente zur Selbstbemächtigung zu ermöglichen. Bislang haben mehr als 100 Jugendliche an diesem Kurs teilgenommen. Das Stipendium, das Kaoma und Andrew erhalten haben, wird ihnen eine anerkannte Qualifikation geben und ihnen helfen, noch mehr Kenntnisse zu erwerben, als Mmabana ihnen bisher bieten konnte.

Einen herzlichen Dank gilt an dieser Stelle dem Choma Trade Training Institute für die zwei Stipendien und ihre langjährige Partnerschaft mit Mmabana.

Die sambische Regierung, genauer genommen das Ministerium für Jugend und Sport, hat Mmabana K30.000.000 (oder KR30.000 nach aktueller sambischer Währungsreform; fast €4.300) erteilt, um den Computerkurs aufzustocken. Neben neuen Computern für den Unterricht soll Teil des Geldes zum Kauf neuer Geräte für den Mmabana Copy Shop eingesetzt werden. Der Copy Shop dient als lokale Einnahmequelle, dessen Erlös die Verwaltung des Computerkurses deckt.

Mmabana dankt der Regierung für die Geste ihrer Anerkennung und für die Unterstützung des ICT Programms. Wir sind uns gewiss, dass einer stets zunehmenden Zahl von Jugendlichen in Choma durch diese Art von Unterstützung geholfen wird.
Nosiku Kalonga

 

von „abgelöst“ bis „Independence Day“

Liebe Leser, liebe Freunde und Förderer von Mmabana,

 

Ende Juli haben wir, Frederik und Lena, die ehemaligen Freiwilligen Megan und Jakob abgelöst. Nach dem wir zusammen eine Woche hier verbracht haben, wurde eine große Farewell-Party gefeiert, bei der mit den Jugendlichen und allen Mitgliedern von Mmabana getanzt, gesungen und auch geweint wurde.

 

Jetzt sind schon unsere ersten drei Monate hier in Choma vergangen und es ist so einiges passiert.

Das Outreach-Projekt lief nur noch bis Ende September. Es wurde beschlossen mehr finanzielle Unterstützung in die OVC-Projekte zustecken, sodass wir das Outreach-Projekt durch eine Erweiterung im Education Support eingetauscht haben. Beim Outreach wurden also fleißig Fotos mit den Klienten gemacht und jeder Abschied war nicht gerade einfach. Unsere Klienten haben Mmabanas Unterstützung in Form von Lebensmitteln, anderen Utensilien und dem monatlichen Besuch von einer großen Gruppe von Jugendlichen sehr genossen und werden sie sicher vermissen. Trotzdem war es schön, die fröhlichen Gesichter bei unseren Besuchen zu sehen und sie mit unseren Liedern und der mitgebrachten neuen Mmabana-Gitarre noch fröhlicher zu machen.

 

Nach einem Monat haben Frederik und ich die Arbeit untereinander aufgeteilt. Frederik macht nun hauptsächlich die Afternoon Class des Computer Courses und ist mit mir zusammen und anderen Freiwilligen von hier Leiter des Youth Clubs. Außerdem ist er Leiter von Mmabanas Fußballclub, der jetzt übrigens nach langem Suchen einheitliche rote Trikots bekommen hat.

Ich bin mit Mr. Lweendo und Evelyn im Team für die OVC-Projekte Reading & Writing Club, Education Support und Kids Club. Beim Kids Club ist Frederik auch immer dabei und spielt Gitarre in der Singing Group.

 

Der Reading & Writing Club hat im September wieder angefangen und läuft nun mit meistens mehr als 20 Kindern sehr gut. Für die Kinder, die nach dem Reading & Writing Club wieder in die Formal School gehen können, weil Mmabana sie mit dem Education Support unterstützt, haben wir nun jeden Mittwoch den After School Club. Hier kommen die Kinder je nach dem, ob sie vormittags oder nachmittags zur Schule gehen, in ihrer freien Zeit zu uns. Wir fragen nach ihren Hausaufgaben und ihren Problemen in der Schule und unterstützen sie somit auch persönlich.

 

Wir haben beschlossen mindestens einmal im Monat die Familien von den Kindern unter unserem Education Support zu besuchen. Also sind haben wir uns vergangene Woche auf den Weg gemacht. Mr. Lweendo ist mit dem Fahrrad nach Mwapona Compound gefahren, um dort sieben Familien zu besuchen und Eveyln und ich sind zu fuß durch Zambia Compound gelaufen und haben dort acht Schüler mit ihren Familien besucht. Das ist immer ein langer Fußmarsch, wenn wir diese sogenannten Home visits machen, aber es ist jedes Mal wieder sehr interessant und macht Spaß. Ob es die Mutter, die Tante, der Bruder oder auch der Nachbar ist, den man dann antrifft, sie sind alle super nett und geben uns Auskunft über das, was sie von dem Kind wissen. Die meisten gehen regelmäßig zur Schule und schaffen es auch, jetzt zu unserem neuen Mittwochsprogramm zu kommen. Für manche ist es aber auch schwierig. Sie sind es nicht gewohnt gewesen, zur Schule zu gehen. Die Eltern können die Schulhefte nicht durchgucken, weil sie selber kein Englisch sprechen. Wir versuchen sie dann mit unseren Besuchen zu motivieren.

 

Aber auch mit den Youths hat schon so einiges stattgefunden. Wir sind schon gemeinsam zum Forest gelaufen um dort zu sehen, wie man Bäume anpflanzt. Wir haben Präsentationen über HIV und AIDS, über Drogen, über Communication Skills und über Leadership Skills gehabt.

Und Mitte August haben wir an dem Fortress Youth Camp teilgenommen. Mit ca. 20 Jugendlichen von Mmabana sind wir zur Choma Secondary School gegangen, wo wir drei Nächte übernachtet haben und mit ganz vielen anderen Jugendlichen aus der ganzen Southern Province drei prägende Tage erlebt haben. Es ging um den Glauben und andere Themen, die für Jugendliche wichtig sind. So haben wir Präsentationen zu Human Trafficking und HIV/AIDS gesehen, Predigten zum Thema Leadership gehört, Diskussionen über Liebe und Beziehungen geführt und an Aktionen wie Armband gestalten, Fußball spielen, Kameras ausprobieren teilgenommen.

Für mich und Frederik waren diese Tage sehr prägend, da wir ganz viel über den Glauben der Menschen hier in Sambia gelernt haben. Es ist etwas ganz anderes. In vielen Punkten unterscheiden sich die Ansichtsweisen und das Verhalten von den Jugendlichen hier von unseren Ansichten und unserem Verhalten, was wir aus Deutschland mitgebracht haben.

 

Geburtstag haben wir auch gefeiert. Das unabhängige Sambia ist am 24. Oktober 49 Jahre alt geworden. Nachdem ich mit einem anderen Freiwilligen von Mmabana am Vorabend zum Independence Eve gegangen bin, wo wir die feierliche Zeremonie mit riesiger Geburtstagstorte, kleinem Feuerwerk und Nationalhymne singen mitgemacht haben, sind wir am darauffolgenden Tag mit knapp 40 Kindern aus dem Reading and Wiritng Club und dem Kids Club und ca. 20 Jugendlichen Teil der Independence-Feier im Stadion in Choma gewesen. Zuerst sind wir in dem großen Marsch durch die Stadt mitgelaufen, haben stolz unseren Mmabana Banner hochgehalten und lauthals gesungen. „We are all Zambians together. Zambia is our country.“ Bis einer am Straßenrand plötzlich ruft „This is not a Zambian!“ und auf Frederik und mich zeigt. Man fällt irgendwie immer auf hier in dem beschaulichen Choma, sage ich zu Frederik und wir lachen. Wir haben trotzdem weitergesungen. „Zambia celebrate. Zambia celebrate.“ Im Stadion hatte Mmabana dann auch seinen Auftritt. Die Kids Club-Kinder haben uns eine super süße Hulla-hoop-show geboten und wir haben zusammen mit den Kindern und den Jugendlichen ein selbst gedichtetes Independence-Lied gesungen. Es war auf jeden Fall ein Erfolg und hat uns allen Spaß gemacht! Ich finde es super, dass Mmabana dort aktiv teilgenommen hat. Und für unsere Kinder ist es auch ein aufregender und einmaliger Tag gewesen. Das hat man in ihren Gesichtern gesehen.

 

So, ich denke, das reicht erstmal für unseren ersten Post. Wir melden uns bald wieder aus der Mmabana-family.

Nicht vergessen: Tulipamozi. We are together.

 

Frederik und Lena