Beiträge

Newsletter Dezember 2015

Liebe Friends of Mmabana,
das Jahr 2015 neigt sich langsam dem Ende und Sie bekommen somit den letzten Newsletter in diesem Jahr…

Was passiert in DEUTSCHLAND?

Wir hoffen Sie erleben eine besinnliche Adventszeit und können sich nun auf Weihnachten und die Feiertage freuen. Unsere Projektleiterin Nosiku Kalonga konnte bei ihrer Deutschlandreise im Oktober und November bereits erste Eindrücke vom vorweihnachtlichen Deutschland sammeln. Es gab viele Begegnungen in Gemeinde, Schule und mit ehemaligen Freiwilligen, Freunden und bis dato Fremden, die ihr sehr positiv in Erinnerung bleiben werden. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten und Organisatoren, die ihren Aufenthalt so toll gestaltet haben. Auch bei der Mitgliederversammlung vom 30.10. bis 01.11. in Karlsruhe war sie dabei und plante und überlegte gemeinsam mit uns was für das Jahr 2016 für Mmabana auf dem Programm stehen wird.

Was passiert in SAMBIA?

Sowohl in Deutschland als auch in Sambia gab es für unsere Projektleiterin Nosiku vieles zu planen und zwar, weil sie am 11.12. geheiratet hat. Von unserer Seite herzliche Glückwünsche und dem jungen Ehepaar und der Familie alles Gute und Gottes reichen Segen.

Was sich sonst noch derzeit in Sambia tut, erzählen hier nun unsere beiden Freiwilligen:
„Wir sind jetzt schon seit gut vier Monaten Freiwillige bei Mmabana und die Zeit vergeht einfach viel zu schnell – da sind wir beide uns einig. Wir haben uns sehr gut in das Alltagsleben hier in Choma und in das Projekt einleben können.

Im Projekt sind wir nun nicht mehr nur die Beobachter, sondern leiten aktiv die verschiedenen Programme mit. Neben dem After School Club bereitet uns vor allem die Arbeit beim She Club sehr große Freude. Diesen leiten wir gemeinsam mit den weiblichen Freiwilligen von Mmabana – Männer sind hier nicht erlaubt. Wir haben zwei Schulen an denen wir jeweils 50 bis 60 Mädchen in Themen rund um das Feld Frau sein unterrichten. Unser Ziel ist es vor Allem die Mädchen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Eine wichtige Einheit war beispielsweise die Kommunikationsfähigkeit. Es ging darum zu lernen richtig „Nein!“ zu sagen, zu sexuellen Übergriffen. Die Vergewaltigungsrate ist recht hoch und auch frühe Schwangerschaften sind nichts Ungewöhnliches. So versuchen wir die Mädchen zu motivieren sich auf die Schule zu konzentrieren und überdies „Nein“ zu den eigenen Eltern zu sagen, wenn diese sie zu häuslichen Arbeiten drängen und sie dadurch daran hindern zur Schule zu gehen.

Wir versuchen immer auf die Wünsche der Mädchen einzugehen. Bei dem Thema persönliche Hygiene kamen immer wieder Fragen zur monatlichen Periode auf. So haben wir die nächste Session zu eben diesem Thema geplant, über dass die meisten leider schlecht oder gar nicht aufgeklärt sind. Viele Mädchen wissen nicht, was sie tun sollen, wenn sie zum ersten Mal anfangen zu bluten, sodass einige sich während ihrer Tage nicht einmal mehr aus dem Haus trauen. Um die Stunden möglichst interessant zu gestalten, bauen wir immer kleine Übungen mit ein. Am Ende machen wir mit den Mädchen zur Auflockerung immer einige „Energizer“ mit viel Bewegung und Tanz. Damit treffen wir den Geschmack der Mädchen voll und ganz.

Das Schönste ist, dass die Erfolge des Programms schon zu sehen sind. Die Mädchen sind wahnsinnig interessiert und werden uns gegenüber immer offener. Sie beginnen mehr Fragen zu stellen und zum Abschied bekommen wir von jedem Mädchen einzeln eine liebe Umarmung. Auch in unseren Schlachtruf „She Heros“ steigen sie schon aus voller Seele mit ein.

Im Moment sind allerdings Schulferien und Afterschool Club und She Club somit unterbrochen. Mit einer Spielestunde haben wir die Kinder in die Ferien entlassen und nach dem Jahresabschlussmeeting ist das Arbeitsjahr nun auch für uns Mmabana-Mitglieder beendet. Um ein wenig Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, haben wir das Team am 1. Advent zum Kekse essen und Tee trinken eingeladen. Alle haben sich sehr gefreut und auch unser kleines Adventsständchen hat allen gut gefallen.

Weihnachten werden wir mit Nosiku und Familie beim Grillen verbringen. Wenn wir Glück haben, werden wir diejenigen sein, die das Weihnachtshühnchen höchstpersönlich schlachten.

Liebe Grüße aus dem sonnigen Sambia, wünschen euch die Hanna und die Julia“

 

Wir wünschen Ihnen nun ein schönes Weihnachtsfest, entspannte und ruhige Feiertage und einen guten und gesunden Rutsch ins neue Jahr. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung in 2015 und freuen uns auf das gemeinsame neue Jahr mit Ihnen.

Herzliche Grüße, ihr Editor Team

Handing Over

Liebe Mmabana-Freunde und –Förderer,

ich würde sagen wir – Frederik und Lena – melden uns jetzt zum letzten Mal bevor wir nach Deutschland abreisen und von unseren Nachfolgern – Louisa und Johannes – abgelöst werden.

Die beiden sind sicher schon ganz aufgeregt und freuen sich auf Mmabana. Frederik und ich sind natürlich auch etwas wehmütig. Wenn nicht sogar ganz schön wehmütig, dass wir Mmabana jetzt wieder verlassen müssen.

Es war eine super Zeit für uns und Mmabana hat so einiges in uns bewirkt. Genauso hoffen wir, dass wir in Mmabana ein bisschen was bewirken konnten, so wie das auch unsere Vorfreiwilligen taten und unsere Nachfolger tun werden.

Also lasst mich noch mal ein bisschen von Mmabanas Arbeit in der letzten Zeit berichten.

Die letzten Wochen waren sehr busy mit School Visits für unsere After School Club Kinder. Aber wir haben es geschafft mit allen Lehrern der Kinder zu sprechen und uns ein Bild über deren Schulleistung, Verhalten und Anwesenheit zu machen. So können wir Mittwochs im After School Club den Schülern besser helfen und können sie ermutigen regelmäßig zur Schule zu gehen und zu unserem Club zu kommen. Die meisten machen sich gut in der Schule und sind sehr motiviert.

Reading & Writing Club und After School Club laufen im Moment ganz gut. Die Freiwilligen, die vom Computer Course für diese Programme eingeteilt sind, haben sich gut an Mmabana gewöhnt und machen gute Arbeit, wenn es zu Kinder unterrichten, bei den Hausaufgaben helfen und Energizer machen kommt. Auch unsere Kinder vom R&W Club haben sich an einen Alltag gewöhnt, bei dem sie zweimal die Woche zu Mmabana kommen und unterrichtet werden und vor allem in einer liebevollen Umgebung sein und Spaß haben können. Es freut mich jedes Mal wieder wie glücklich die Kinder sind, wenn wir gemeinsam Lieder singen und sie so laut singen sollen wie sie können. Keiner der „Iwe Chongo!“ ruft – „Hey Lärm!“.

Wir haben gerade den Mid-Term-Test hinter uns. Das heißt die Kinder haben letzte Woche Mittwoch einen Test in Englisch und am Freitag einen Test in Mathematik geschrieben und diese Tests sind sehr gut ausgefallen. Die Kinder scheinen sich gut konzentrieren zu können und Spaß am Lernen zu haben. Die Kinder, die nicht da waren schreiben den Test diese Woche nach. Mittlerweile sind es sogar 29 Kinder, weil noch ein paar neue dazugekommen sind und ein paar es doch nicht geschafft haben, regelmäßig zu kommen. Sicher aus verschiedenen Gründen.

Wir haben übrigens gerade in Mmabana zum zweiten Mal Unterstützung von Freiwilligen von einer englischen Organisation VSO. Da ist Anna, eine Freiwillige aus UK und Kabamba, ein Freiwilliger aus Livingstone, die mit uns für knapp drei Monate zusammen arbeiten. Die haben uns begleitet als wir tagelang die ganzen Schulen für die School Visits besucht haben und sie sind immer bei den Clubs dabei. In der nächsten Zeit werden sie ein paar Sessions haben, in denen sie den Jugendlichen etwas über HIV/AIDS erzählen und andere Themen zu Gesundheit etc.

Beim letzten Staff Meeting wurden Frederik und ich „rausgeschmissen“, weil unsere Farewell-Party geplant werden muss und wir bei der Planung nichts mitbekommen sollen. Unsere Farewell-Party ist bereits morgen und wir freuen uns schon richtig. Ich bin gespannt, wie es wird und freue mich auf all die Leute, die uns hier in Mmabana und in Choma wichtig geworden sind.

Vor zwei Wochen war mein Geburtstag. Da sind wir mit allen Jugendlichen noch mal zum Choma Dam gefahren. Das hatten wir ja letztes Jahr schon einmal im Rahmen des Youth Clubs gemacht und es hatte mir und vielen Jugendlichen so gefallen, dass ich das noch mal machen wollte. Also sind wir an dem Samstag mit einem Cunter zum Damm gefahren und haben dort ein paar Spiele gespielt, zusammen gesessen und wir hatten morgens Brötchen mit Salat vorbereitet und Samoosas gemacht. Das sind diese kleinen dreieckigen Teigtaschen mit Reis und Kartoffeln gefüllt. Seeehr lecker! Es war ein wunderschöner Geburtstag mit den Mmabana-Leuten!

Die Computer Students sind bald durch mit ihrem Kurs, sodass bald angefangen wird, Werbung für den neuen Kurs zu machen, der im August starten soll. Aber die Jugendlichen sind dann ja noch ca. zwei Monate in Mmabana um ihren Freiwilligendienst in ihrem jeweiligen Programm abzuschließen.

Letzten Freitag im Youth Club haben Frederik und ich eine Facilitation über Verantwortung gehabt. Und wir hatten das Gefühl, dass die Jugendlichen das Thema interessant fanden und auch Spaß an unserer Diskussion hatten. Wir haben zwei kleine Videos zum Thema gezeigt und darüber geredet. Es fiel den meisten gar nicht schwer, das Thema auf ihren Alltag zu beziehen. So konnten sie auch ein paar neue Einsichten gewinnen.

Kids Club läuft wie immer super. Die Kinder haben jeden Sonntag Spaß an den verschiedenen Activity groups und auch die Freiwilligen kennen sich mittlerweile mit den Aktionen gut aus und sind für die Kinder da. Seit letztem Monat gibt es nicht mehr Chibwantu, sondern eine kleine Kekspackung für jeden. Da freuen sich die Kinder immer schon drauf!

Jetzt habe ich wieder eine Menge erzählt und ein ganz komisches Gefühl bekommen, weil ich jetzt nämlich hier zum letzten Mal von Mmabana erzählt habe. Aber zurück in Deutschland werde ich sicher noch ganz lange von Mmabana in Zambia erzählen und stolz Fotos rumreichen!

Also dann sagen Frederik und ich Tschüss und geben weiter an Louisa und Johannes. Wir wünschen den beiden, dass sie eine genauso wundervolle und ereignisreiche Zeit in Mmabana haben werden, wie man sie uns ermöglicht hat! Danke!

Twainka – We have gone.

Twalumba manink! – Thank you very much.

Frederik Chabota & Lena Lushomo

Sherry, Chibwantu and Youth Camp

Liebe Freunde und Förderer,

 

was passiert in Mmabana eigentlich gerade? Was machen die Leute da? Wie läuft Kids Club, was machen die Jugendlichen so und wie viele Kinder werden eigentlich gerade schulisch unterstützt?

 

Da haben wir uns wirklich lange nicht gemeldet!

Als aller erstes muss ich euch von unserem neuen Mitbewohner berichten. Er heißt Sherry, ist rot und ca. 25 Zentimeter lang. Ja richtig, ein Kater! Und der soll, wenn er irgendwann mal groß ist, die Ratten verjagen! Er trägt also auch seine Verantwortung in Mmabana.

 

So und nun zu unserer Arbeit. Gerade letztens hat mich die Frau von unserem Mentor gefragt: „Wie viele Kinder unterstützt ihr denn eigentlich im Moment in Bezug auf deren Schulbildung?“ 56, wenn wir genau sind. Da wir Anfang des Jahres 16 in die Schule integriert haben und 13 vom letzten Jahr noch dabei sind, besuchen derzeit 29 Schüler den After School Club.

Im Reading and Writing Club sind es 27 Kinder, unter denen sieben alte Hasen sind, die sicher nächstes Mal unter denen sein werden, die in die Schule kommen.

Mr. Lweendo, Evelyn und Mum Rose hatten sich also auf den Weg gemacht und sind durch Zambia und Mwapona Compound gelaufen, um schließlich 20 bedürftige Kinder zu Mmabana zu bringen.

Es tut gut zu wissen, dass wir so vielen Kindern mit ihrer Schulbildung helfen. Die würden sonst alle zuhause rum sitzen, mit den Nachbarn spielen und im Haushalt mithelfen. Und wenn sie groß sind, würden sie immer noch dasselbe machen, weil sie nie lesen und schreiben gelernt hätten und so nicht viele Chancen hätten, um etwas aus ihrem Leben machen zu können.

Und es sitzen immer noch ganz viele zuhause.

 

Jetzt gerade sind Schulferien, also ist es auch in Mmabana etwas ruhiger. Reading & Writing Club und After School Club findet also auch nicht statt. Umso mehr freut man sich auf den Kids Club am Sonntag, zu dem im Moment an die 200 Kinder jeden Sonntag kommen!

Die Kinder haben sich sehr gefreut, als neue Diabolos und Bälle ankamen. Die hatte mein Freund aus Deutschland zusammen mit Jongliertüchern und Jonglierbällen mitgebracht.

Kids Club ist jetzt endlich wieder voll am Laufen und ich glaube, es ist nicht nur für die 200 Kinder sondern auch für die Jugendlichen, die als Freiwillige mithelfen jedes Mal ein Event.

Jeden zweiten Sonntag gibt es Chibwantu für die Kinder, das traditionelle Getränk, worauf sie sich immer schon sehr freuen.

 

Es gibt noch ein großes Ereignis, von dem wir berichten müssen. Wir sind nämlich auf einem Youth Camp gewesen in Siamaluba auf dem Village. Dort sind wir als Gruppe gut zusammengewachsen und haben tolle Erfahrungen gemacht. Wir hatten morgens die Stille Zeit nach einem kurzen Impuls mit ein oder zwei Bibelversen von unserer Chefin Nosiku und abends auch noch mal eine Devotion. Tagsüber gab es viel freie Zeit zum Unterhalten, im Fluss baden gehen und Fußball spielen. Zwischendurch hatten wir noch die ein oder andere Facilitation, was den Jugendlichen und uns sehr viel mitgegeben hat. Es war ein super Erlebnis für vier Tage von zuhause weg zu sein und mal nur mit Jugendlichen zusammen zu sein.

 

Die Jugendlichen von dem neuen Computer Course, die nun auch schon das Beginner Exam hinter sich haben, haben sich durch das Camp gut in Mmabana eingelebt und viele kommen gerne einfach so mal zwischendurch vorbei. Dann wird gequatscht, Schach gespielt und manchmal echt rumgealbert!

 

Ich hoffe, dass Mmabana immer so offen und einladend für ganz viele Kinder und Jugendliche bleibt, denn es macht einen so großen Unterschied in der Community, wenn man einen Ort wie Mmabana hat, an dem man sich trifft und von dem man redet.

 

Mit ganz lieben Grüßen aus Choma von Mmabana

Tiyobbonana – See you

 

Freddy und Lulu