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Mitgliederversammlung 2015 – Sonnige und produktive Tage in Braunschweig

Vom 10.-12.April haben wir uns zur ersten Mitgliederversammlung diesen Jahres in der St. Johannis Gemeinde in Braunschweig eingefunden. Die großzügigen Räumlichkeiten im Gemeindezentrum ermöglichten uns einen produktiven Tagungstag mit kurzen Pausen im sonnigen Garten, sowie nächtlichen Kickerturnieren. Wir haben uns vor allem intensiv mit dem geplanten Hausbau in Choma, Sambia beschäftigt. Da uns dies als kleiner Verein vor große Herausforderungen stellt, haben wir uns über potentielle Fördermöglichkeiten informiert.

Es war uns allen eine große Freude die zwei neuen Freiwilligen für das Jahr 2015/16 in Braunschweig zu begrüßen. Hanna Jonas und Julia Wrogemann werden ab Sommer ein Jahr bei Mmabana sein und hatten natürlich einige offene Fragen mitgebracht, die wir, vor allem aber die ehemaligen Freiwilligen Jakob Teichmann, Megan Duddek und Frederik Bade, hoffentlich ausführlich beantworten konnten. Die Freiwilligen in ihrer Vorbereitung zu unterstützen und sie auch während ihres Aufenthaltes vor Ort zu begleiten ist für uns eine sehr wichtige Aufgabe.

Des Weiteren hat sich eine Veränderung im Vorstand ergeben. Nach drei Jahren als erste Vorsitzende, freue ich mich Jakob Teichmann als neuen Vorsitzenden im Vorstand der Friends of Mmabana Deutschland e.V. zu begrüßen. Mich erfüllt es mit großem Stolz, dass sich ehemalige ELM-Freiwillige bei uns im Verein engagieren und bereit sind auch weiterhin – neben Nebenjobs und Studium – ihre Zeit hierfür zu investieren. Ein besseres Feedback kann es für Mmabana in Sambia kaum geben! Den Posten des Schriftführers hat Megan Duddek übernommen – sie war das erste Mal bei unserer MV dabei und beglückte uns alle mit großem Tatendrang ☺! Andreas Knüdel und Jean-Christophe Dalka bleiben uns für ein weiteres Jahr als 2. Vorsitzender und Kassenwart erhalten. Danke!

Ein herzlicher Dank gilt der St. Johannis Gemeinde für die Räumlichkeiten. Wir kommen gerne wieder ☺ …

Einen schönen Frühlingsstart wünscht im Namen des gesamten Vereins,
Natalie Zaiss

„Something will come out of this!“

Nie zuvor hatte ich dieses Gefühl. Nie zuvor habe ich mich zugleich so nützlich und unnütz gefühlt. Ein sonderbares Gefühl ist das, es hat meine Lebenswahrnehmung total verändert. Es hat mir eine neue Perspektive gegeben, neue Träume, neue Hoffnung und neue Visionen. Ich war nicht länger als zwei Monate bei Mmabana – andere sind viel viel länger als ich geblieben – aber es waren zwei intensive Monate, emotional und spirituell. Wie die meisten von Euch habe ich die Ereignisse des Mmabana Projekts von der Ferne aus beobachtet. Mein Leben in Europa und die Ereignisse in Choma, Sambia – da war genug Distanz zwischen meiner ‚Comfort Zone‘ und den wahren Begebenheiten in Sambia. Ich war vor allem fasziniert von der freiwilligen Arbeit der Jugendlichen in Sambia, besonders weil sie noch so jung sind. Aber meine Augen und Ohren waren leider auch schon sehr gewöhnt an die Nachrichten vieler sozialer Organisationen in Afrika. Für mich war das Projekt erst mal eher nur eins von vielen. Als Monique Dalka mit dem Wissen, dass ich einige noch nicht verplante Monate vor mir hatte, mir anbot, doch für einige Zeit ins Projekt nach Sambia zu gehen, wusste ich überhaupt nicht, was da auf mich zukommen würde. Selbst heute, zurück in Frankreich, träume ich noch von den Kindern und höre ihr Lachen und ihre Stimmen. Es gibt allerdings eine Person, die ich wirklich im Herzen trage. Das ist die Schneiderin Pamela. Die meisten von Euch werden ihre Geschichte bereits durch den Katalog „Mmabana Tailoring“ kennen. Aber für die, die noch nichts von ihr gelesen haben, möchte ich ihre Geschichte schnell zusammenfassen. Pamela ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern (2-11 Jahre alt), ihr Einkommen setzt sich aus den Einkünften durch ihre Schneiderarbeiten zusammen. Sie besitzt ein kleines Zimmer auf einem Markt. Dort steht eine Nähmaschine mit der sie vor allem traditionelle Kleidung wie Hosen, Hemden, Röcke und manchmal auch Hochzeitskleider und Schuluniformen näht. Wie für viele in Sambia, sind ihre kleinen Einkünfte nicht genug um ihre Kinder durchzubringen und die Miete für ihr kleines Haus zu zahlen. Vor allem in der Regenzeit (November-April) gibt es nur wenige bis gar keine Aufträge. Dann muss sie sich auf die Hilfe der Gemeinschaft verlassen um bis April durchzukommen, wenn neue Aufträge kommen. Bei unserer ersten Begegnung habe ich sie als still und vielleicht sogar ein bisschen schüchtern wahrgenommen. Jedoch lächelte sie immerzu. Sie hätte sich nie über ihre eigene Situation beschwert oder ihre Situation erzählt, um Mitleid zu bekommen – ganz im Gegenteil. Ich empfand sie als eine würdevolle und weise Frau. Sie geht durch ihr Leben voller Energie, Glauben, Hoffnung und Freude. Was für eine Frau! Als wir uns entschieden „Mmabana Tailoring“ in einer Pilotphase ins Leben zu rufen, haben wir ihr natürlich angeboten, Mmabanas erste Schneiderin zu werden. Und so begann sie für uns zu schneidern und natürlich auch für Euch! Die ersten Bestellungen kamen überraschenderweise „en masse“ (dank Euch!), dass wir sogar eine zweite Schneiderin beauftragen konnten, für uns zu nähen. So kam Grace zu uns ins Projekt und durch die Hilfe vieler Freiwilliger konnten wir alle Aufträge erfüllen. Über 100 Stücke wurden für 17 Aufträge genäht. In zwanzig Tagen hatten die beiden Schneiderinnen so die Möglichkeit den normalen Monatslohn von zwei Monaten zu verdienen. Mmabana hat durch das Projekt einen Gewinn von ca. 733,13 € (mit ca. 240 € Restmaterial). Dieser Gewinn, mit einer zugesagten Spende von 3900 € der sambischen Regierung (jedoch ist dieses Geld noch nicht eingetroffen), wird dafür verwendet, das „Mmabana Taloring“ Projekt als Teil der Organisation weiter aufzubauen. Ziel ist, dass Mmabana nicht nur von Spenden aus dem Ausland abhängig ist, sondern sich größtenteils selbst finanzieren kann. (Spenden aus dem Ausland sind natürlich weiterhin wichtig…wir stecken hier noch in den Kinderschuhen). Weiter soll ein Teil des Gewinns direkt zum Bildungsfond („Education Support Fund“) gehen, der bedürftige Kinder bei der Schulfinanzierung unter die Arme greift. Das Ziel durch „Mmabana Tailoring“ finanziell unabhängiger zu werden, möchten wir durch zwei Maßnahmen erreichen: Wir möchten ethnische Kleidung aus Sambia in internationalen Märkten (vorwiegend Europa) verkaufen. Wir möchten Schuluniformen zu günstigen Preisen für die Schulen im Umkreis von Choma nähen. Wenn ich nun auf den Anfang dieser Überlegungen zurückblicke und mich daran erinnere wie Pierre-Yves, Jean-Christophe und ich Ideen für das Tailoring-Projekt gesammelt haben, kommt mir das ziemlich verrückt vor. Wir waren uns nicht sicher, ob das alles funktionieren würde und sich der Aufwand lohnt. Außerdem standen wir unter Zeitdruck, es waren nur noch fünf Wochen bis Weihnachten. Nachdem wir nun vor zwei Monaten den Katalog herausgegeben haben, hat für „Mmabana Tailoring“ ein neues Kapitel begonnen. Mit der Spende die wir von der Regierung Sambias erhalten haben, konnte sich das Projekt zwei neue Nähmaschinen kaufen. Ein Raum im Mmabana Zentrum ist jetzt nur für die Schneiderei bestimmt und die Schuluniformen sind schon in Produktion. Pamela und Grace arbeiten wundervoll zusammen und sind wahnsinnig glücklich mit ihrer Arbeit. Noch vor drei Monaten hätten wir nicht im Traum an dieses großartige Resultat geglaubt. Aber ich erinnere mich, was wir immer gesagt haben, wenn wir an unseren Plänen zweifelten. „Something will come out of this. We don’t know what, we can’t see it, but something will come out of this!“ „And something great did!“ Wir möchten uns an dieser Stelle für Eure Unterstützung bedanken und vor allem bei all jenen die unsere Vision durch Rat und Tat unterstützt haben. „And more still will…We just can’t see it yet. “ Sarah Strittmatter Um unseren Fashionkatalog anzusehen und mehr über das Projekt zu erfahren, informiert Euch kann man den Katalog hier herunterladen. Schaut euch das Video unten an, um einen unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen des Fotoshoots mit Freiwilligen aus Choma zu werfen. Bitte besucht unsere Facebook Seite und leitet sie an Freunde weiter: www.facebook.com/Mmabana.Tailoring

Vier Freunde und ein Zirkuszelt…

Am Sonntag den 26.06.2011 waren die Freunde der Mmabana Foundation mit einem Infostand beim Zeltfestival der PH Heidelberg. Sie mischten sich unter das bunte Volk und konnten viele zum Mitwirken begeisterten.

Das Zeltfestival Heidelberg ist ein mehrtägiges Event von und in der PH Heidelberg (Pädagogische Hochschule). In einem Zirkuszelt finden Konzerte statt, treten Theatergruppen auf und batteln sich Improvisationstheater-Gruppen und Poetry-Slammisten/innen. Draußen vor dem Zelt gibt’s kühle Getränke, selbst gemachte Fladen und einen große Chillout Area mit  von Sonnensegeln überdachten Sitzgruppen aus Kissen, Paletten und Bänken, einem Outdoor-Wohnzimmer ausgestattet mit Sofas und TV und Lampions, die im Wind in den Bäumen schaukeln. Eine Mischung aus Zirkusmanege und Villa Kunterbunt.
Wie auch die Freunde der Mmabana Foundation ist das Zeltfestival überwiegend von Studenten/innen organisiert. Die Kooperationsbereitschaft ist groß, die Leute flexibel und offen.

Gestern am frühen Abend also machten wir uns von Mannheim aus auf den Weg nach Heidelberg. Um kurz vor sieben liefen wir auf dem Gelände im Neuenheimer Feld ein, und bauten unseren Infostand nach kurzer Geländebesichtigung mit Rebecca, unserer Kontaktperson vom Asta der PH, neben dem Hintereingang des Zirkuszeltes auf. Wir positionierten uns also direkt in der Chillout Area, wo sich die Theaterbesucher vor Beginn der Show aufhielten, an der Bar ein kühles Bier genossen oder ihren knurrenden Magen mit knusprig gegrillten Würstchen oder Fladen mit Oliven und Feta stillten. Vor einem Bauzaun stellten wir Tisch und Bank auf, dekorierten und bestückten sie mit Photos aus Choma und dem selbstgemalten Plakat im Hintergrund.

Da Menschen bekannter Maßen zu Beginn etwas scheu sein können, beschlossen wir, uns unter’s Volk zu mischen. Wir schnappten uns ’ne Hand voll „Spendenkulis“ und ein paar Flyer und machten es uns zusammen mit den Theaterfreunden auf Bänken, Kissen und Sofas gemütlich und erzählten ihnen von dem Projekt. Mit Erfolg! Fast jeder kaufte einen Kuli für 1 €, Flyer wurden interessiert entgegen genommen, Interesse für Freiwilligen Dienste wurde angekündigt. Ob für sich selber oder jüngere Geschwister, die Frage nach der Möglichkeit einen Freiwilligen Dienst in Choma zu machen kam vermehrt. Es wurden Fragen gestellt, Bedenken geäußert, Neugier gezeigt, Bewunderung ausgedrückt und Kooperationsbereitschaft gezeigt: Carolin, Mitglied der Fachschaftskonferenz der Uni Heidelberg, bot ihren Kontakt an, um zukünftige Events weitläufiger ankündigen zu können. Thomas, selbst Betreuer eines Projektes im Bereich der Vergangenheitsbewältigung, spendete uns  30 €, weil wir so engagiert aufgetreten sind. Ein riesengroßes Dankeschön nochmals dafür!

In nur 2 Stunden haben wir unglaublich vielen Leuten von unserem Projekt erzählen können, sind um eine Menge Kulis leichter und einige neue Newsletterempfänger schwerer geworden, 2 potenzielle Freiwillige gab es und über 50 € Spenden haben wir eingenommen. Ein Resultat das mehr als erfreulich ist! Daher gilt ein riesen Dankeschön an dieser Stelle nicht nur allen Freunden, das waren an diesem Tag Gregor, Kerstin und Natalie, sondern vor allem auch Rebecca vom Zeltfestival für ihre Hilfs- und Kooperationsbereitschaft und allen interessierten Spendern!

Ein herzliches Danke aus Heidelberg, Pauline!

Noch ein link zum Zeltfestival: zeltfestival.ph-heidelberg.net/2011/index.php