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Die MCOP-Jugend besucht Gefängnisse und Krankenhäuser

Wezzy Binda, Teil der Jugendlichen des MCOP, erzählt davon, wie die Jugendlichen des MCOP auf neue Art und Weise Menschen in Krankenhäusern und Gefängnissen die Hand reichen können.

 

Als Teil der MCOP-Jugend hatten wir die Möglichkeit unsere Liebe mit 257 Gefangenen zu teilen. Eine Erfahrung die sich auf lange Zeit in unseren Herzen verankern wird. Das MCOP ist ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, die wahre Botschaft des Projektes zu leben und zu verbreiten. Ebenso wie die Bewohner Chomas unsere Angebote wahrnehmen können, möchten wir sie auch zu denen bringen, die aufgrund verschiedener Umstände nicht in unser Center kommen können.

 

Am 23. April 2011 versammelten sich 20 Jugendliche mit einer Vision: Einem Besuch im Gefängnis Chomas. Wezzy Binda (die Jugendkoordinatorin) und Mum Elizabeth Masiku (ein Board Mitglied) hatten sich mit den Gefängnisbehörden abgesprochen. Die Jugendlichen durften die Gefangenen besuchen, ihnen ihre Nächstenliebe aussprechen und ihnen Salz als Spende mitbringen. Eine eigentlich kleine Spende, allerdings gibt es oft im Gefängnis nicht genug Salz.

 

Da wir zuvor noch nie in einem Gefängnis waren, waren wir alle zu Beginn etwas nervös. Wir wussten nicht was uns erwartete. Als wir ankamen, fragten wir uns wie und wo wir wohl anfangen würden. Überraschenderweise wurden wir von den Gefangenen mit Liedern des Dankes begrüßt. Es war ein ganz besonderer, berührender Moment. Nachdem wir etwas zusammen gesungen hatten, stellten uns Mum Masiku vor und erklärte den Grund für unseren Besuch. Die Gefangenen waren sehr froh über unseren Besuch und das Salz. Wir brachten ihnen 150 kg Salz im Wert von R300 (EUR 30). Mum Masiku sprach den Gefangenen ermutigende Worte zu und erinnerte sie an die Liebe Gottes und daran, dass Gott uns immer eine weitere Chance gibt. Danach sangen wir weitere Lieder und beendeten den Besuch mit einem Gebet von Naomi, einer Jugendlichen.

 

Der Besuch im Gefängnis wird nun einmal im Monat stattfinden. Er ersetzt den monatlichen Besuch bei den Obdachlosen Chomas. Der Besuch bei den Obdachlosen gestaltet sich oft als sehr schwierig; deshalb hat sich das MCOP Management entschieden, die vorgesehenen Gelder dem Besuch im Gefängnis und dem Besuch im Krankenhaus zuzuteilen.

 

Nach dem Besuch im Gefängnis gingen zehn Jugendliche in das Krankenhaus Chomas um kranke Kinder auf der Kinderstation zu besuchen. Sie beteten mit den Kranken  bevor sie wieder nach Hause gingen. Es war ein Moment großer Gemeinschaft in dem wir uns alle erfüllt fühlten.

 

Wir möchten der Leiterin des MCOP, Nosiku Kalonga, für die Chancen die sie den Jugendlichen Chomas offenbart hat, danken. Jetzt können wir unseren Mitbürgern auf völlig neue Art und Weise die Hände reichen. Wir möchten auch unseren Freunden in Südafrika, Deutschland und anderen Teilen der Welt für ihre finanzielle und geistliche Unterstützung danken. Außerdem danken wir natürlich Mum Masiku die uns in der Vorbereitung und Ausführung des Tages immer zur Seite stand.

 

Dankeschön!

 

Wezzy Binda, MCOP Outreach Youth Coordinator

Outreach und Fieldwork

Y’ello again!

Inzwischen ist wieder einige Zeit vergangen und hier ist einiges passiert.

 

Kurz nach unserem ersten Eintrag bin ich mit anderen Freiwilligen des MCOP zum „Outreach“ gegangen. Dieses Teilprojekt besteht darin, die Ärmsten der Armen hier zu besuchen, mit ihnen zu beten und aus der Bibel zu lesen. Außerdem wird die Hütte ausgefegt, Wasser geholt und das Geschirr gespült. Zusätzlich bringen wir ihnen einige Dinge, die sie für ihr tägliches Leben brauchen. Dazu zählt zum Beispiel Salz, Zucker, Seife, Spülmittel, eine Kerze mit Streichhölzern und Maismehl.

 

Da Louis noch krank war, hat mich Alice, meine Gastschwester, begleitet und wir sind zu unserem ersten Klienten aufgebrochen. Dort angekommen, wurden sämtliche Hocker und Sitzgelegenheiten aus dem Haus geräumt und sich in einem Kreis um den 54-jährigen gesammelt. Er leidet an einer Krankheit, die es ihm nicht mehr erlaubt sich aufrecht fortzubewegen, also krabbelt oder kriecht er auf einen kleinen Hocker gestützt auf einen Steinhaufen, von wo aus er uns gut sehen kann. Wir beginnen mit unseren Arbeiten und er freut sich so sehr, dass jemand kommt, um ihn zu besuchen.

Nachdem wir mit ihm gebetet haben, ist er so ergriffen, dass er mit Tränen in den Augen Gott dafür dankt, dass er ihn nicht vergessen hat!

Danach ging es noch zu einer blinden Frau, deren Nachbarn sie unterstützen, so gut es geht. So blieb uns nichts anderes zu tun als mit ihr zu beten und zu singen. Doch das ist genau das, was sie brauchte.

 

Für mich war das eine ganz schön harte aber auch sehr ergreifende Erfahrung. Ich hätte es mir nicht so schlimm vorgestellt und bin wirklich froh, dass es dieses Projekt im MCOP gibt! Hier kann man ganz nah miterleiben wie Gott wirkt und man erfährt gleichzeitig, wie gesegnet wir doch sind.

 

Am Beginn der folgenden Woche starteten wir unsere „Fieldwork“ zu den Geburtsurkunden. In Sambia ist es so, dass die meisten Kinder keine Geburtsurkunde haben, weil die Eltern entweder nichts davon wissen, oder Schwierigkeiten haben eine zu bekommen. Das heißt, dass die Kinder hier quasi keine Identität haben und nicht zur Schule gehen können, da man die Urkunde braucht, um zur ersten Klasse zugelassen zu werden. Leider kümmert sich die Regierung nur sehr wenig darum und deshalb möchte das MCOP ein Pilotprojekt starten, mit dem möglichst viele Kinder registriert werden sollen.

Allerdings darf man das nicht so einfach und deshalb begannen wir mit einer Umfrage, damit wir Ergebnisse haben, die wir vorweisen können, um finanzielle Unterstützung und die Erlaubnis zu bekommen.

 

Also sind wir losgezogen und von Haus zu Haus gewandert, um die Menschen in Choma zu befragen. Insgesamt 5 Kleingruppen verteilten sich über die einzelnen Distrikts und befragten die Leute. Hauptsächlich liefen die Befragungen in Englisch ab, wenn die Befragten das nicht verstehen konnten, wurde für uns übersetzt. Insgesamt war das Unterfangen relativ erfolgreich, ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Vor uns liegt also noch eine Menge Überzeugungsarbeit!

Was mir bei den Interviews sehr stark aufgefallen ist, ist dass die Leute sehr skeptisch und misstrauisch uns gegenüber waren, weil sie hier große Angst vor Satanismus haben. Alles was unbekannt ist, könnte also gefährlich sein. Das nötigte uns also dazu viel Überzeugungsarbeit zu leisten, bevor wir auch nur die erste Frage gestellt hatten.

 

Am 20. September waren in Sambia die Wahlen zum Präsidenten. Manche Leute hier hatten Angst vor Unruhen und Aufständen. Einige Schulen gaben deswegen sogar Schulfrei, wieder andere Menschen wollten ihr Haus nicht mehr verlassen.

Mir kamen die Tage um die Wahlen herum allerdings ruhiger vor als sonst. Die Wahl wurde von der Opposition gewonnen und so gibt es nach 20 Jahren einen Wechsel in der regierenden Partei. Die Menschen hier sind sehr froh über diese Entwicklung und feierten einen ganzen Tag lang auf der Straße. Das äußert sich in Autocorsos und tanzenden und singenden Leuten auf der Straße.

Der Wahlspruch der Opposition lautete „Donch’ Kubeba“, was Tonga ist und soviel heißt wie „erzähl es ihnen nicht“ und das Lied mit diesem Titel läuft nun überall hoch und runter.

 

Louis, der zu der Hochzeit gegangen ist, war enttäuscht. Die Zeremonie sollte um 18:00 Uhr beginnen und in weiser Vorraussicht über die afrikanische Pünktlichkeit brach er zusammen mit Nosiku und einigen anderen erst gegen 19:00 Uhr hier auf. Zu allem übel hat Louis dann sein Handy im Taxi verloren und die Versuche es anzurufen und eine SMS zu schicken verliefen im Sande.

Die Hochzeit war alles in allem sehr amerikanisch und kein bisschen traditionell, was er eigentlich gehofft hatte. Letztenendes begann die Feierlichkeit dann gegen 21:30 Uhr und zog sich auch anschließend unendlich in die Länge, das Essen gab es um 23:30h. Alles in allem war dieser Abend bis auf die Freigetränke 🙂 eher enttäuschend. Aber es gibt auch eine erfreuliche Nachricht: wir konnten den Taxifahrer ausfindig machen und Louis hat sein Handy wiederbekommen!

 

Louis und ich haben übrigens beide einen Tonga-Namen bekommen. Louis wird Mutinta genannt. Das Wort Mutinta heißt soviel wie „allein unter Frauen“ und ich heiße Choloe. Choloe heißt „die Glückliche“ und ich bekam den Namen von einem älteren Mann, dessen Namen ich mir absolut nicht merken kann, der mir aber etwas Buchhaltung beigebracht hat. Louis hat seinen Namen von Nosiku und den beiden Mädels Idah und Alice bekommen. Wir tragen die Namen mit Stolz!

 

Eeene Meene Schrank aufräumen

Wir werden keine Aktion versäumen

Als Frau trägt man Chitenge

Eidechsen gibt’s hier ne Menge

Getwistet ist mein Haar

Das Wetter hier ist wunderbar

Gefährlich ist das Taxi Fah’n

Das nächste mal ist Louis dran

 

Grüße an die Welt, Miriam!