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Handing Over

Liebe Mmabana-Freunde und –Förderer,

ich würde sagen wir – Frederik und Lena – melden uns jetzt zum letzten Mal bevor wir nach Deutschland abreisen und von unseren Nachfolgern – Louisa und Johannes – abgelöst werden.

Die beiden sind sicher schon ganz aufgeregt und freuen sich auf Mmabana. Frederik und ich sind natürlich auch etwas wehmütig. Wenn nicht sogar ganz schön wehmütig, dass wir Mmabana jetzt wieder verlassen müssen.

Es war eine super Zeit für uns und Mmabana hat so einiges in uns bewirkt. Genauso hoffen wir, dass wir in Mmabana ein bisschen was bewirken konnten, so wie das auch unsere Vorfreiwilligen taten und unsere Nachfolger tun werden.

Also lasst mich noch mal ein bisschen von Mmabanas Arbeit in der letzten Zeit berichten.

Die letzten Wochen waren sehr busy mit School Visits für unsere After School Club Kinder. Aber wir haben es geschafft mit allen Lehrern der Kinder zu sprechen und uns ein Bild über deren Schulleistung, Verhalten und Anwesenheit zu machen. So können wir Mittwochs im After School Club den Schülern besser helfen und können sie ermutigen regelmäßig zur Schule zu gehen und zu unserem Club zu kommen. Die meisten machen sich gut in der Schule und sind sehr motiviert.

Reading & Writing Club und After School Club laufen im Moment ganz gut. Die Freiwilligen, die vom Computer Course für diese Programme eingeteilt sind, haben sich gut an Mmabana gewöhnt und machen gute Arbeit, wenn es zu Kinder unterrichten, bei den Hausaufgaben helfen und Energizer machen kommt. Auch unsere Kinder vom R&W Club haben sich an einen Alltag gewöhnt, bei dem sie zweimal die Woche zu Mmabana kommen und unterrichtet werden und vor allem in einer liebevollen Umgebung sein und Spaß haben können. Es freut mich jedes Mal wieder wie glücklich die Kinder sind, wenn wir gemeinsam Lieder singen und sie so laut singen sollen wie sie können. Keiner der „Iwe Chongo!“ ruft – „Hey Lärm!“.

Wir haben gerade den Mid-Term-Test hinter uns. Das heißt die Kinder haben letzte Woche Mittwoch einen Test in Englisch und am Freitag einen Test in Mathematik geschrieben und diese Tests sind sehr gut ausgefallen. Die Kinder scheinen sich gut konzentrieren zu können und Spaß am Lernen zu haben. Die Kinder, die nicht da waren schreiben den Test diese Woche nach. Mittlerweile sind es sogar 29 Kinder, weil noch ein paar neue dazugekommen sind und ein paar es doch nicht geschafft haben, regelmäßig zu kommen. Sicher aus verschiedenen Gründen.

Wir haben übrigens gerade in Mmabana zum zweiten Mal Unterstützung von Freiwilligen von einer englischen Organisation VSO. Da ist Anna, eine Freiwillige aus UK und Kabamba, ein Freiwilliger aus Livingstone, die mit uns für knapp drei Monate zusammen arbeiten. Die haben uns begleitet als wir tagelang die ganzen Schulen für die School Visits besucht haben und sie sind immer bei den Clubs dabei. In der nächsten Zeit werden sie ein paar Sessions haben, in denen sie den Jugendlichen etwas über HIV/AIDS erzählen und andere Themen zu Gesundheit etc.

Beim letzten Staff Meeting wurden Frederik und ich „rausgeschmissen“, weil unsere Farewell-Party geplant werden muss und wir bei der Planung nichts mitbekommen sollen. Unsere Farewell-Party ist bereits morgen und wir freuen uns schon richtig. Ich bin gespannt, wie es wird und freue mich auf all die Leute, die uns hier in Mmabana und in Choma wichtig geworden sind.

Vor zwei Wochen war mein Geburtstag. Da sind wir mit allen Jugendlichen noch mal zum Choma Dam gefahren. Das hatten wir ja letztes Jahr schon einmal im Rahmen des Youth Clubs gemacht und es hatte mir und vielen Jugendlichen so gefallen, dass ich das noch mal machen wollte. Also sind wir an dem Samstag mit einem Cunter zum Damm gefahren und haben dort ein paar Spiele gespielt, zusammen gesessen und wir hatten morgens Brötchen mit Salat vorbereitet und Samoosas gemacht. Das sind diese kleinen dreieckigen Teigtaschen mit Reis und Kartoffeln gefüllt. Seeehr lecker! Es war ein wunderschöner Geburtstag mit den Mmabana-Leuten!

Die Computer Students sind bald durch mit ihrem Kurs, sodass bald angefangen wird, Werbung für den neuen Kurs zu machen, der im August starten soll. Aber die Jugendlichen sind dann ja noch ca. zwei Monate in Mmabana um ihren Freiwilligendienst in ihrem jeweiligen Programm abzuschließen.

Letzten Freitag im Youth Club haben Frederik und ich eine Facilitation über Verantwortung gehabt. Und wir hatten das Gefühl, dass die Jugendlichen das Thema interessant fanden und auch Spaß an unserer Diskussion hatten. Wir haben zwei kleine Videos zum Thema gezeigt und darüber geredet. Es fiel den meisten gar nicht schwer, das Thema auf ihren Alltag zu beziehen. So konnten sie auch ein paar neue Einsichten gewinnen.

Kids Club läuft wie immer super. Die Kinder haben jeden Sonntag Spaß an den verschiedenen Activity groups und auch die Freiwilligen kennen sich mittlerweile mit den Aktionen gut aus und sind für die Kinder da. Seit letztem Monat gibt es nicht mehr Chibwantu, sondern eine kleine Kekspackung für jeden. Da freuen sich die Kinder immer schon drauf!

Jetzt habe ich wieder eine Menge erzählt und ein ganz komisches Gefühl bekommen, weil ich jetzt nämlich hier zum letzten Mal von Mmabana erzählt habe. Aber zurück in Deutschland werde ich sicher noch ganz lange von Mmabana in Zambia erzählen und stolz Fotos rumreichen!

Also dann sagen Frederik und ich Tschüss und geben weiter an Louisa und Johannes. Wir wünschen den beiden, dass sie eine genauso wundervolle und ereignisreiche Zeit in Mmabana haben werden, wie man sie uns ermöglicht hat! Danke!

Twainka – We have gone.

Twalumba manink! – Thank you very much.

Frederik Chabota & Lena Lushomo

Sherry, Chibwantu and Youth Camp

Liebe Freunde und Förderer,

 

was passiert in Mmabana eigentlich gerade? Was machen die Leute da? Wie läuft Kids Club, was machen die Jugendlichen so und wie viele Kinder werden eigentlich gerade schulisch unterstützt?

 

Da haben wir uns wirklich lange nicht gemeldet!

Als aller erstes muss ich euch von unserem neuen Mitbewohner berichten. Er heißt Sherry, ist rot und ca. 25 Zentimeter lang. Ja richtig, ein Kater! Und der soll, wenn er irgendwann mal groß ist, die Ratten verjagen! Er trägt also auch seine Verantwortung in Mmabana.

 

So und nun zu unserer Arbeit. Gerade letztens hat mich die Frau von unserem Mentor gefragt: „Wie viele Kinder unterstützt ihr denn eigentlich im Moment in Bezug auf deren Schulbildung?“ 56, wenn wir genau sind. Da wir Anfang des Jahres 16 in die Schule integriert haben und 13 vom letzten Jahr noch dabei sind, besuchen derzeit 29 Schüler den After School Club.

Im Reading and Writing Club sind es 27 Kinder, unter denen sieben alte Hasen sind, die sicher nächstes Mal unter denen sein werden, die in die Schule kommen.

Mr. Lweendo, Evelyn und Mum Rose hatten sich also auf den Weg gemacht und sind durch Zambia und Mwapona Compound gelaufen, um schließlich 20 bedürftige Kinder zu Mmabana zu bringen.

Es tut gut zu wissen, dass wir so vielen Kindern mit ihrer Schulbildung helfen. Die würden sonst alle zuhause rum sitzen, mit den Nachbarn spielen und im Haushalt mithelfen. Und wenn sie groß sind, würden sie immer noch dasselbe machen, weil sie nie lesen und schreiben gelernt hätten und so nicht viele Chancen hätten, um etwas aus ihrem Leben machen zu können.

Und es sitzen immer noch ganz viele zuhause.

 

Jetzt gerade sind Schulferien, also ist es auch in Mmabana etwas ruhiger. Reading & Writing Club und After School Club findet also auch nicht statt. Umso mehr freut man sich auf den Kids Club am Sonntag, zu dem im Moment an die 200 Kinder jeden Sonntag kommen!

Die Kinder haben sich sehr gefreut, als neue Diabolos und Bälle ankamen. Die hatte mein Freund aus Deutschland zusammen mit Jongliertüchern und Jonglierbällen mitgebracht.

Kids Club ist jetzt endlich wieder voll am Laufen und ich glaube, es ist nicht nur für die 200 Kinder sondern auch für die Jugendlichen, die als Freiwillige mithelfen jedes Mal ein Event.

Jeden zweiten Sonntag gibt es Chibwantu für die Kinder, das traditionelle Getränk, worauf sie sich immer schon sehr freuen.

 

Es gibt noch ein großes Ereignis, von dem wir berichten müssen. Wir sind nämlich auf einem Youth Camp gewesen in Siamaluba auf dem Village. Dort sind wir als Gruppe gut zusammengewachsen und haben tolle Erfahrungen gemacht. Wir hatten morgens die Stille Zeit nach einem kurzen Impuls mit ein oder zwei Bibelversen von unserer Chefin Nosiku und abends auch noch mal eine Devotion. Tagsüber gab es viel freie Zeit zum Unterhalten, im Fluss baden gehen und Fußball spielen. Zwischendurch hatten wir noch die ein oder andere Facilitation, was den Jugendlichen und uns sehr viel mitgegeben hat. Es war ein super Erlebnis für vier Tage von zuhause weg zu sein und mal nur mit Jugendlichen zusammen zu sein.

 

Die Jugendlichen von dem neuen Computer Course, die nun auch schon das Beginner Exam hinter sich haben, haben sich durch das Camp gut in Mmabana eingelebt und viele kommen gerne einfach so mal zwischendurch vorbei. Dann wird gequatscht, Schach gespielt und manchmal echt rumgealbert!

 

Ich hoffe, dass Mmabana immer so offen und einladend für ganz viele Kinder und Jugendliche bleibt, denn es macht einen so großen Unterschied in der Community, wenn man einen Ort wie Mmabana hat, an dem man sich trifft und von dem man redet.

 

Mit ganz lieben Grüßen aus Choma von Mmabana

Tiyobbonana – See you

 

Freddy und Lulu

Stets ein buntes Mmabana

Liebe Mmabana-Freunde und –Förderer,

 

Jetzt sind es schon ganze 4 Monate, also ein Drittel des ganzen Jahres, die wir hier in Sambia sind. Mmabana ist busy am arbeiten! Hier und da – überall sind tolle Menschen am Werk, die immer irgendetwas vorzubereiten haben und Mmabana stets bunt machen.

 

Dieses Mal fange ich beim Youth Club an. Wir hatten jetzt schon zweimal eine Präsentation über Werte. Letztes Mal ging es um Ehrlichkeit. Die Jugendlichen lernen viel und vor allem lernen sie, sich eine eigene Meinung zu machen und diese auch vor anderen zu vertreten. Wir teilen unsere Erfahrungen miteinander und sind dabei natürlich ehrlich. Einmal im Monat gehen wir gemeinsam zum Mwagali Ground, wo wir Sport machen. Vergangenen Freitag haben wir Fußball für alle und Netball für die Mädchen gespielt. Und Rugby haben wir neu angeboten. Frederik hat seine frisch erworbenen Fähigkeiten bezüglich des Rugbyspielens an unsere Volunteers weitergegeben und ihnen damit eine Freude bereitet.

 

Vor ein paar Wochen sind wir mit der ganzen Youth-Club-Gruppe zum Choma Dam gefahren, einem bekannten Stausee ein paar Kilometer auswärts von Choma. Da hatten wir wirklich eine Menge Spaß und haben fleißig Fotos geschossen! Das war ein schöner Nachmittag, bei dem Teamgefühl und Gruppenzusammenhalt wichtig wurden.

Kids Club läuft im Moment leider nicht, da die Schule, dessen Schulhof wir normalerweise jeden Sonntag Nachmittag nutzen, Bauarbeiten durchführt. Mit den 200 Kids geht’s dann also erst nächstes Jahr wieder los. Auf den Straßen in unseren Compounds ist allerdings nicht zu überhören, dass sie Mmabana und den Kids Club nicht vergessen haben.

 

Die Reading und Writing Kinder sind gut dabei. Diese Woche besuchen wir sie und ihre Familien Zuhause, um für jedes Kind einen Steckbrief anzufertigen und damit auch Kontaktdaten zu erhalten. Das ist in der Hitze, die wir hier im Moment haben, wirklich eine Herausforderung. Und die ganzen letzten Tage hat es nicht wirklich geregnet. Alles wartet auf den Regen, damit sich die Luft mal wieder etwas abkühlen kann. Aber das Wetter fordert uns noch weiter heraus.

Glücklicherweise konnten wir, als wir heute schon mal mit den Familien im Mwapona Compound angefangen haben, auch so gut wie alle Eltern finden.

Nächste Woche werden dann schon die End-of-Term-Tests in Englisch und Mathe geschrieben. Für unseren letzten Reading and Writing Club vor unserer Weihnachtspause haben wir geplant, etwas Besonderes zu kochen – Reis mit Bohnen. Und dann soll hauptsächlich gespielt und gesungen werden, bevor wir in die Ferien gehen.

 

In vier Wochen werden Frederik und ich dann schon nach Südafrika gehen und sehen, was unsere Mitfreiwilligen dort machen. Das wird bestimmt super aufregend und noch mal ganz anders als hier in Sambia.

Aber unser Sambia und vor allem unser Choma haben wir mittlerweile schon so richtig liebgewonnen. Was da so zu gehört? Frauen mit Chitenge, Vitumboa essen, Chibwantu trinken, ein bisschen Njanya und Tonga sprechen, als Mädchen nur noch Röcke tragen und als Junge Komplimente bekommen, wenn man mal eine lange Hose anhat, und und und.

Was auch nicht fehlen darf, sind Aktionen wie Fußball spielen und Schwimmen gehen. Frederik ist schon bekannt als der Muzungu von Mmabana, der so gut spielt und ich hab jetzt auch mit Netball angefangen und lasse es mir von den Mädchen in Mmabanas Computer Course zeigen. Und zum Thema Schwimmen – ich hab es jetzt endlich mal geschafft, mit zwei Freundinnen von hier in eine Lodge mit Swimming Pool zu gehen. Und das ist wie ein Nachmittag Urlaub gewesen! Eine wunderbare und auch notwendige Abkühlung hat uns dieses Schwimmen gehen gebracht.

 

Ach und bevor ich es vergesse: Wir sind dabei eine Youth Night für Mmabanas Jugendliche zu planen. Da soll ordentlich getanzt und gelacht werden und natürlich wird auch etwas Besonderes zum Essen vorbereitet. Aber davon berichte ich, wenn es soweit ist!

 

Liebe Grüße von der Mmabana-Family

 

Chabota & Lushomo

von „abgelöst“ bis „Independence Day“

Liebe Leser, liebe Freunde und Förderer von Mmabana,

 

Ende Juli haben wir, Frederik und Lena, die ehemaligen Freiwilligen Megan und Jakob abgelöst. Nach dem wir zusammen eine Woche hier verbracht haben, wurde eine große Farewell-Party gefeiert, bei der mit den Jugendlichen und allen Mitgliedern von Mmabana getanzt, gesungen und auch geweint wurde.

 

Jetzt sind schon unsere ersten drei Monate hier in Choma vergangen und es ist so einiges passiert.

Das Outreach-Projekt lief nur noch bis Ende September. Es wurde beschlossen mehr finanzielle Unterstützung in die OVC-Projekte zustecken, sodass wir das Outreach-Projekt durch eine Erweiterung im Education Support eingetauscht haben. Beim Outreach wurden also fleißig Fotos mit den Klienten gemacht und jeder Abschied war nicht gerade einfach. Unsere Klienten haben Mmabanas Unterstützung in Form von Lebensmitteln, anderen Utensilien und dem monatlichen Besuch von einer großen Gruppe von Jugendlichen sehr genossen und werden sie sicher vermissen. Trotzdem war es schön, die fröhlichen Gesichter bei unseren Besuchen zu sehen und sie mit unseren Liedern und der mitgebrachten neuen Mmabana-Gitarre noch fröhlicher zu machen.

 

Nach einem Monat haben Frederik und ich die Arbeit untereinander aufgeteilt. Frederik macht nun hauptsächlich die Afternoon Class des Computer Courses und ist mit mir zusammen und anderen Freiwilligen von hier Leiter des Youth Clubs. Außerdem ist er Leiter von Mmabanas Fußballclub, der jetzt übrigens nach langem Suchen einheitliche rote Trikots bekommen hat.

Ich bin mit Mr. Lweendo und Evelyn im Team für die OVC-Projekte Reading & Writing Club, Education Support und Kids Club. Beim Kids Club ist Frederik auch immer dabei und spielt Gitarre in der Singing Group.

 

Der Reading & Writing Club hat im September wieder angefangen und läuft nun mit meistens mehr als 20 Kindern sehr gut. Für die Kinder, die nach dem Reading & Writing Club wieder in die Formal School gehen können, weil Mmabana sie mit dem Education Support unterstützt, haben wir nun jeden Mittwoch den After School Club. Hier kommen die Kinder je nach dem, ob sie vormittags oder nachmittags zur Schule gehen, in ihrer freien Zeit zu uns. Wir fragen nach ihren Hausaufgaben und ihren Problemen in der Schule und unterstützen sie somit auch persönlich.

 

Wir haben beschlossen mindestens einmal im Monat die Familien von den Kindern unter unserem Education Support zu besuchen. Also sind haben wir uns vergangene Woche auf den Weg gemacht. Mr. Lweendo ist mit dem Fahrrad nach Mwapona Compound gefahren, um dort sieben Familien zu besuchen und Eveyln und ich sind zu fuß durch Zambia Compound gelaufen und haben dort acht Schüler mit ihren Familien besucht. Das ist immer ein langer Fußmarsch, wenn wir diese sogenannten Home visits machen, aber es ist jedes Mal wieder sehr interessant und macht Spaß. Ob es die Mutter, die Tante, der Bruder oder auch der Nachbar ist, den man dann antrifft, sie sind alle super nett und geben uns Auskunft über das, was sie von dem Kind wissen. Die meisten gehen regelmäßig zur Schule und schaffen es auch, jetzt zu unserem neuen Mittwochsprogramm zu kommen. Für manche ist es aber auch schwierig. Sie sind es nicht gewohnt gewesen, zur Schule zu gehen. Die Eltern können die Schulhefte nicht durchgucken, weil sie selber kein Englisch sprechen. Wir versuchen sie dann mit unseren Besuchen zu motivieren.

 

Aber auch mit den Youths hat schon so einiges stattgefunden. Wir sind schon gemeinsam zum Forest gelaufen um dort zu sehen, wie man Bäume anpflanzt. Wir haben Präsentationen über HIV und AIDS, über Drogen, über Communication Skills und über Leadership Skills gehabt.

Und Mitte August haben wir an dem Fortress Youth Camp teilgenommen. Mit ca. 20 Jugendlichen von Mmabana sind wir zur Choma Secondary School gegangen, wo wir drei Nächte übernachtet haben und mit ganz vielen anderen Jugendlichen aus der ganzen Southern Province drei prägende Tage erlebt haben. Es ging um den Glauben und andere Themen, die für Jugendliche wichtig sind. So haben wir Präsentationen zu Human Trafficking und HIV/AIDS gesehen, Predigten zum Thema Leadership gehört, Diskussionen über Liebe und Beziehungen geführt und an Aktionen wie Armband gestalten, Fußball spielen, Kameras ausprobieren teilgenommen.

Für mich und Frederik waren diese Tage sehr prägend, da wir ganz viel über den Glauben der Menschen hier in Sambia gelernt haben. Es ist etwas ganz anderes. In vielen Punkten unterscheiden sich die Ansichtsweisen und das Verhalten von den Jugendlichen hier von unseren Ansichten und unserem Verhalten, was wir aus Deutschland mitgebracht haben.

 

Geburtstag haben wir auch gefeiert. Das unabhängige Sambia ist am 24. Oktober 49 Jahre alt geworden. Nachdem ich mit einem anderen Freiwilligen von Mmabana am Vorabend zum Independence Eve gegangen bin, wo wir die feierliche Zeremonie mit riesiger Geburtstagstorte, kleinem Feuerwerk und Nationalhymne singen mitgemacht haben, sind wir am darauffolgenden Tag mit knapp 40 Kindern aus dem Reading and Wiritng Club und dem Kids Club und ca. 20 Jugendlichen Teil der Independence-Feier im Stadion in Choma gewesen. Zuerst sind wir in dem großen Marsch durch die Stadt mitgelaufen, haben stolz unseren Mmabana Banner hochgehalten und lauthals gesungen. „We are all Zambians together. Zambia is our country.“ Bis einer am Straßenrand plötzlich ruft „This is not a Zambian!“ und auf Frederik und mich zeigt. Man fällt irgendwie immer auf hier in dem beschaulichen Choma, sage ich zu Frederik und wir lachen. Wir haben trotzdem weitergesungen. „Zambia celebrate. Zambia celebrate.“ Im Stadion hatte Mmabana dann auch seinen Auftritt. Die Kids Club-Kinder haben uns eine super süße Hulla-hoop-show geboten und wir haben zusammen mit den Kindern und den Jugendlichen ein selbst gedichtetes Independence-Lied gesungen. Es war auf jeden Fall ein Erfolg und hat uns allen Spaß gemacht! Ich finde es super, dass Mmabana dort aktiv teilgenommen hat. Und für unsere Kinder ist es auch ein aufregender und einmaliger Tag gewesen. Das hat man in ihren Gesichtern gesehen.

 

So, ich denke, das reicht erstmal für unseren ersten Post. Wir melden uns bald wieder aus der Mmabana-family.

Nicht vergessen: Tulipamozi. We are together.

 

Frederik und Lena

Ein Haus, zwei Voluntäre, ein Hund und nicht mehr viel Zeit

Liebe Leser des Friends at Mmabana Blogs,

ich muss mich schon wieder mal dafür entschuldigen das mein Blogeintrag so spät kommt. Es ist viel passiert, es gab viel zu tun und irgendwie bin ich unzuverlässiger Junge mal wieder darüber hinweggekommen mich hinzusetzen und einen schönen Eintrag zu schreiben, entschuldigt vielmals.

 

Naja, kommen wir aber mal zur Sache. Es ist nun 5 Wochen her, seitdem Miriam zuletzt geschrieben hat und es gibt vieles Neues zu berichten. Fangen wir bei den Aktivitäten an. Der Reading und Writing Club ist vor ein paar Wochen gestartet. Jeden Dienstag und Donnerstag kommt nun eine Gruppe von ca. 30 Kindern her um an einem der beiden Tage Lesen und Schreiben und an dem anderen Tag Zählen und Rechnen zu lernen. Die Kinder, die wir mit diesem Programm unterrichten sind momentan nicht in der Schule, was entweder auf schlechte schulische Leistungen (einen frühen Drop out aus der Schule) oder finanzielle Nöte der Eltern zurückzuführen ist. Sie kommen nun zweimal die Woche hier her, frühstücken mit uns und werden anschließend von den Freiwilligen unterrichtet. Sie sitzen dabei hier bei uns im Haus in einem Raum auf Grassmatten auf dem Boden und werden in Kleingruppen die an ihren Lernfortschritt angepasst sind, unterrichtet. Auf jeden Voluntär kommen somit 5-6 Kinder, was für afrikanische Verhältnisse ein großer Luxus ist, auch wenn die Voluntäre natürlich nicht extra für das Unterrichten ausgebildet wurden. Nach jeder Aktivität setzen sich die Freiwilligen zusammen und erstellen für die nächste Aktivität einen Lehrplan für ihre Gruppe, ergo sind die Aufgaben und der Lehrstoff immer genau auf das Wissen der Kinder  abgestimmt. Bis jetzt lief der Reading und Writing Club sehr gut und die Schüler machen gute Fortschritte. 

 

Auch die anderen Programme von Mmabana laufen zur Zeit sehr gut, was vor allem auf die gute Mitarbeit der Freiwilligen zurückzuführen ist. Beim Kids Club gibt es nun Leiter für die unterschiedlichen Aktivitäten und an jedem Sonntag wird etwas neues gemacht, sodass der Kids Club stets attraktiv bleibt. Beim Fußball gibt es somit manchmal Training, manchmal spielen die Kinder in kleinen Mannschaften Turniere gegeneinander, welche am Ende in spannenden Elfmeterschießen enden, es verändert sich von Aktivität zu Aktivität. Am Ende vom Kids Club, wenn die Kinder nochmal zusammenkommen, führen nun jedes mal ein oder zwei der Aktivitäten etwas vor, damit jeder der Teilnehmer sehen kann, was die anderen so machen. Diese Vorführungen werden sehr gemocht und es oft wird viel geklatscht und sich gefreut.

 

Das Outreach Programm ist im Moment so gut, wie es seitdem ich im letzten August angekommen bin, noch nie war. Die Freiwilligen sind alle mit vollem Herzen dabei, es wird gesungen, gearbeitet, geredet und gebetet, jeder tut mal etwas und bringt sich ein und unsere Outreachklienten sind jedes mal sehr dankbar und froh über unseren Besuch. Aktuell haben wir neun Klienten von denen jeden Mittwochmorgen zwei besucht werden. Am ersten Mittwoch des Monats werden drei Klienten besucht die in einem Stadtviertel Chomas wohnen, welches von dem Mmabanacenter etwas weiter entfernt liegt. Da es im Moment in Sambia über nacht immer kälter wird, haben wir nun einigen der Klienten Decken und Jacken mitgebracht, welche jeweils dankbar entgegengenommen wurden. Ich muss sagen, dass mir das Outreachprogramm im Moment am meisten Spaß macht und es mir auch am meisten am Herzen liegt.

 

Als Miriam anfang Mai den letzten Blog hier gepostet hat, hatte ich gerade damit angefangen gehabt, einen der Computerkurse selbst zu leiten. Ich gebe nun dreimal die Woche nachmittags von 14-16 Uhr Computerkurse in unserem neuen Haus im Shahcompound. Es ist eigentlich die erste Möglichkeit, dass ich meine langjährige Erfahrung im Umgang mit dem Computer mal sinnvoll einsetzen kann, was mir wiederum viel Freude bereitet. Meine Schüler kommen mit mir als Lehrer auch ganz gut klar und haben im letzten Examen alle, auch wenn manche nur knapp, bestanden. Ich werde bis Ende Juni den aktuellen Intermediatekurs, welcher sich ausschließlich mit dem Umgang mit Microsoft Word befasst, lehren und danach wird mein Kurs dann von einem anderen Freiwilligen übernommen, wenn es um Microsoft Powerpoint und Microsoft Excel geht.

 

Vom 6.-9. Juli wird das nächste Youthcamp stattfinden, dieses Mal an einem neuen Ort Ich bin schon sehr gespannt, wie es verlaufen wird und wie die Jugendlichen die Schule, in der das Camp stattfinden wird, finden werden. Direkt nach dem Youthcamp, am 9. Juli, werden meine Eltern zu Besuch kommen und gleich am Tag darauf werden Miriam, meine Eltern und ich in einen Nationalpark im Osten Sambias fahren, um dort den letzten Urlaub unseres Auslandsjahres zu erleben. 

 

Auch im letzten Monat hatten wir ein paar Tage Urlaub, zum einen waren wir in Lusaka bei unseren Mentoren und haben dort für ein Wochenende im Luxus gelebt. Der Luxus für uns beide war, dass es den ganzen Tag lang fließend Wasser, Brot, Wurst und Käse zum Frühstück, Pizza und eine riesige Shoppingmall gab, in der wir beide an einem Tag ordentlich einkaufen gegangen sind. Ein paar Wochenenden danach waren Miriam und ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen des ELM der sein Auslandsjahr in Südafrika verbringt, in einem Nationalpark im Westen Sambias. Der Park ist ungefähr so groß wie Wales und wir haben nur einen Bruchteil gesehen, der jedoch wunderschön war. Das Camp in dem wir übernachteten lag direkt an einem Fluss in dem den ganzen Tag lang Hippos grunzten und nachts auch gerne mal auf unserer Seite des Ufers zum Fressen rumliefen. Zur Toilette haben wir uns in der Dunkelheit nicht getraut.

 

Das Jahr geht langsam dem Ende zu, vorgestern haben wir schon mit Nosiku geklärt wie unser Farewell aussehen soll, bevor wir fahren. Es ist ein sehr komisches Gefühl zu merken, dass das Jahr nun doch so schnell vorbei gegangen ist und das die Zeit die uns noch bleibt noch viel schneller verstreicht. Die letzten Wochen hier sind wie im Flug vergangen, wir haben viel gearbeitet, meist von morgens um 8 oder 9  bis nachmittags um 16 oder 17 Uhr und unser Leben genossen.

 

Seit Dienstag dieser Woche ist Jonny in Südafrika, um dort etwas mit dem Auto zu klären, somit ist hier im Shampandehaus zwischenzeitlich etwas Ruhe eingekehrt. Diese ist am Mittwoch gleich wieder verflogen, da in einer Nacht letzter Woche ein Mensch versucht hat unser Auto zu klauen wurde entschieden, dass wir uns einen Hund anschaffen. Er heißt Mubyabi Mujayi, was Tonga ist und gefährlicher Killer heißt, denn wir wollen die Diebe ja ordentlich abschrecken, ist sechs Wochen alt und ein abenteuerlustiges Bürschchen. Gestern waren wir beim Tierarzt wo ihm eine Spritze gegen Tollwut und eine Tablette gegen Würmer, sowie Zecken und Floh Puder verabreicht wurde und nun steht seiner Zeit als Wachhund bei Mmabana nichts mehr im Wege. Er muss halt nur noch etwas größer werden, denn im Moment ist er noch ein nicht wirklich angsteinflößender, tollpatschiger Hundewelpe, der am liebsten mit jedem knuddeln will.

 

So weit so gut,

Miriam schreibt bald wieder,

Mubyabi braucht Mut,

im Moment sind wir im Fußballfieber,

denn er soll schließlich ein Wachhund werden,

die EM ist in vollem Gange,

und so manchem Dieb den Raub verderben,

bei seinem Anblick schon wird einem Angst und Bange… zumindest bald… hoffentlich 🙂

 

Gegrüßet seiet Ihr alle, Euer Louis

Kälte, Trauer und doch auch etwas erfreuliches

Liebe Leser und Leserinnen,

 

seit dem letzten Blogeintrag von Mutinta ist hier so manches losgewesen, was sich erzählen lässt.

 

Als der letzte Blogeintrag kam waren wir gerade aus dem Urlaub wiedergekommen, waren erholt, glücklich und neu motiviert. Erst einmal liefen die Aktivitäten weiter wie sonst auch. Wir hatten innerhalb des Managements einige Meetings, die zum einen dafür sorgten, dass wir nun einen neuen Manager haben, zum anderen aber auch einen neuen Arbeitsplan und neue Aufgaben.

 

Die Neuerungen bestehen darin, dass einige Aktivitäten auf andere Tage verlegt wurden und neue Arbeitsbereiche dazu kamen. Outreach wird ab jetzt nicht mehr freitags stattfinden, sondern mittwochs. Das macht es für uns und die Jugendlichen einfacher, die sonst den ganzen Freitag im Einsatz wären. Mein Reading & Writing Club wird ab Mitte Mai nun immer 2 mal die Woche am Dienstag und Donnerstag stattfinden und mit insgesamt 60 Kindern starten. Dafür muss noch einiges vorbereitet werden, aber ich freue mich schon darauf endlich wieder loszulegen. Mittwochs nach dem Outreach werden wir dann unseren Garten etwas auf Vordermann bringen. Was früher Louis Hobby war ist jetzt Arbeit für uns alle! Seitdem wir damit angefangen haben, sind wir auch schon richtig erfolgreich gewesen: Wassermelonen, Tomaten, Kürbisse, Salat, Zucchini und Karotten sind schon angepflanzt und werden mit viel Liebe gewässert und umsorgt. Es sollen noch weite Gemüsesorten folgen, unter anderem Zwiebeln.

Wäre richtig schön, wenn das alles wächst und gedeiht und man in ein paar Wochen von den eigenen Früchten profitieren kann!

 

Seit einer Woche haben wir eine weitere Freiwillige aus Livingstone dazu bekommen, die bis Juni hier ebenfalls mitarbeitet und noch durch einen jungen Mann aus England ergänzt werden soll, der zum Abflugdatum einige Probleme mit seinem Reisepass hatte und deshalb erst später hier eintreffen wird. Wir warten gespannt!

 

Erst gestern sind wir aus Siamaluba, aus der „rural Area“ ,wiedergekommen, wo wir für 4 Tage ein Youthcamp hatten. Mal wieder ohne Strom und fließend Wasser, auf offenem Feuer kochen und abends mit Kerzenlicht essen. Wir hatten entgegen unserer Erwartung und unserer Planung über 50 Jugendliche dabei, die sowohl unterhalten, als auch satt werden wollten, was uns vor eine Herausforderung stellte. Am Sonntag gab es als Festessen Hühnchenfleisch. Dafür kauften wir 5 Hühner vom Schulleiter, die dann erst mal noch fröhlich herumgelaufen sind. Ich durfte dann eines davon umbringen, sprich den Hals durchschneiden und mit meinen anderen Küchenhelfern die Federn rupfen und das Tier in essbare Teile zerlegen…

Ich muss sagen, ich hätte es mir wesentlich schlimmer vorgestellt! Als das Huhn in meinen Händen dann noch gezuckt hat, habe ich festgestellt, dass mich das Leben hier schon ganz schön abgehärtet hat.

Allerdings nicht gegen die Kälte, denn obwohl wir in Klassenräumen geschlafen haben, wurde es Nachts eisig kalt. Trotz dickem Pullover, warmen Socken und Schlafsack war man froh, dass die Nacht vorbei ist und die Sonne einen wieder aufwärmen würde.

 

Direkt nach Rückkehr vom Camp stand das nächste große Ereignis bevor, der Tag der Arbeit. Auch dies wird in Sambia groß gefeiert und es wurde marschiert. Unsere Jugendlichen hatten nach einiger Zeit und Mühe dann doch zwei Lieder, die auf Landessprache (Losi und Tonga) gesungen wurden, auf die Beine gestellt und so konnten wir eine super Performance hinlegen.

 

Jonny war mit seiner Freundin in Urlaub und so hatten Louis und ich eine zweier WG die wir sehr genossen haben. Es gab Pfannkuchen und Schnitzel, ausschlafen und einfach unsere Ruhe. Für das Camp und den Labour Day war er wieder hier, ist aber jetzt noch mal Richtung Livingstone und Lake Kariba aufgebrochen. Demnach haben wir noch einmal das Haus nur für uns.

 

Leider war dieser Tage nicht alles rosig. Heute haben wir unsere Freundin, Mitfreiwillige und Mutter eines ungeborenen Kindes im Alter von 21 Jahren zu Grabe getragen. Sie war diejenige, die mir noch die Haare eingeflochten hat und die eine sehr zuverlässige Kids Club Mitarbeiterin war.

 

Bereits gestern sind wir im traditionellen Chitenge und mit Singen zu ihrem Haus gegangen. Dort trauern die Familienangehörigen und Freunde ab dem Todestag mindestens 3 Tage um die Verstorbene, bevor die Beerdigung stattfindet. Viele Familien bringt das in den finanziellen Ruin, da alle anwesenden Trauernden mit Essen versorgt werden müssen. Als wir gestern im Zambia Compound ankamen und vor einer Blechhütte standen, ist mir bewusst geworden, wie gut ich es selbst in unserem Haus hier habe. Die Familie saß im inneren, die anderen außerhalb im Schatten. Geschätzt waren bestimmt 25 – 30 Leute dort.

Wir halfen noch Geschirr zu waschen und Wasser zu holen, beteten und gaben einen kleinen Geldbetrag an die Familie.

Heute war dann die offizielle Beerdigung an der Katholischen Kirche und dem Friedhof etwas außerhalb von Choma. Die Trauernden kamen in ganzen Lastwagen zur Kirche und es wurde geschrieen und geweint, als die Menschen in die Kirche kamen. Die Frauen der Kirche sangen ihre Lieder und insgesamt herrschte eine sehr gedrückte Stimmung.

 

Der Gottesdienst schien mir einem deutschen Trauergottesdienst sehr ähnlich, verstanden habe ich allerdings nichts, weil der Gottesdienst auf einer der Landessprachen gehalten wurde. Als es dann zur „Bodyview“ (den Leichnam anschauen) ging, wurde es uns zu viel und wir sind aus der Kirche gegangen.

Es ist schon traurig und ein seltsames Gefühl, einen Menschen, einen Freund zu beerdigen der genauso alt ist wie man selbst. Es ist schlimm Freunde so trauern zu sehen, die seit der Grundschule beste Freunde waren…

Es gibt allerdings nichts was einem bewusster macht, wie real AIDS eigentlich ist. Manchmal scheint es in Vergessenheit zu geraten, denn es wird ja nicht darüber geredet!

 

Trotz allem werden Louis und ich übers Wochenende nach Lusaka fahren und dort unsere Mentoren besuchen, die hier aus ihrem Haus geschmissen wurden. Ihr neugebautes Haus ist derzeit noch nicht einzugbereit und so leben sie übergangsweise in der Hauptstadt. Obwohl ich Lusaka nicht besonders mag, freue ich mich auf Pizza, Einkaufszentren und gutes Essen J

 

Und vor der Türe steht der Tod,

Abends wird die Sonne rot

Wir leben gern auch ohne Strom

Und spielen mit des Nachbars Sohn.

Im Garten wachsen die Tomaten

Zu Mütz und Handschuh muss ich raten…

Liebste Grüße aus dem Süden in den Norden!

Seid alle gegrüßt und Umarmt!

 

Choolwe

Osterblog

Liebe Leser des Friends at Mmabana Blogs,

 

es ist leider schon wieder eine Weile her seitdem Miriam zuetzt geschrieben hat, deshalb muss vom Louis mal wieder ein Blogeintrag her.

 

Die letzten Wochen im Mmabana Community Outreach Project waren relativ geschäftig. Zum einen kam Mitte März Jean-Cristophe (Jonny) Dalka, welcher nun bis Dezember hier im Projekt leben und arbeiten wird. Außerdem lag die hohe Geschäftigkeit an den vielen Besuchern, die uns die Ehre gaben sie in unserem heim wilkommen heißen zu dürfen. In einer Woche im März kamen zwei Freundinnen aus Südafrika, die dort, ebenfalls vom Evangelisch-Lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ausgesandt, ein Freiwilligenjahr verbringen. Die beiden waren sehr an unserer Arbeit und unserem Leben hier interessiert und wollten einfach eine Woche im MCOP miterleben. Genau an dem Tag der Abreise der beiden kamen zwei neue Damen aus Südafrika, welche bei Monique Dalka in Johannesburg wohnen/ gewohnt haben. Sie hatten über Monique von dem Projekt gehört und waren von Tag eins ihres Besuchs hier schon fest im Leben involviert, indem sie die Nachbarskinder belustigten. Außerdem wurde mir im Garten hilfreich zur Hand gegangen, wodurch dieser wieder zu alter Schönheit aufblühte. Zu Ende des Besuchs dieser Gäste hin kamen Monique und eine ihrer Mitbewohnerinnen und brachten uns ein Auto für das Projekt, sowie für Jonnys Job bei einer südafrikanischen Holzfirma (er muss seltene Bäume finden).

 

Neben all den Besuchern sind unsere sambianischen Mitbewohnerinnen Alice, Ruth und Nosiku an einem Samstag in das neue Haus in Shah umgezogen und nahmen dabei gleich alle Computer aus dem Office mit. Nun wohnen Miriam, Jonny und ich in dem alten Haus in Shampande. Hier findet noch der Youth Club und einige Meetings, sowie das Treffen zum Outreach am Freitag statt. In dem neuen Haus in Shah findet der Computerkurs statt und im Moment wird noch ein Internetcafe aufgebaut. Im Haus in Shampande wird ab Anfang Mai außerdem der Reading and Writing Club stattfinden. Es wurde beschlossen, dass es effizienter ist, wenn wir diese Aktivität in einem unserer Center ausführen und Kinder aus der Nachbarschaft einladen, die nie eine ausreichende Schulausbildung genossen haben, oder frühzeitig von der Schule gegangen sind. Für das am Freitagmorgen stattfindende Outreachprogramm haben wir noch 4 weitere Klienten gefunden, somit beträgt die Zahl der alten und hilfsbedürftigen Menschen die wir besuchen nun 9.

 

Anfang letzter Woche hat zudem noch der neue Computerkurs angefangen. Am Ende des Monats März wurden bei uns Bewerbungen abgegeben und es fanden Interviews mit neuen Freiwilligen statt, die gerne an dem Computerkurs teilnehmen würden. Die Phase des bewerbens ist nun vorbei und die neuen Freiwilligen lernen schon fleißig den Umgang mit dem Computer, ich werde ab Montag auch einen der Kurse leiten. Durch die neuen Freiwilligen kommt es auch zu Umstellungen bei den Aktivitäten. Es muss gezeigt werden, wie die Aktivitäten laufen sollen und jungen Damen und Herren kennen langsam ihre Aufgaben und die Abläufe. Auch die Zahlen der Freiwilligen sind enorm, beim Youth Club ist das Center meist mit 40 Menschen überfüllt und auch bei Kids Club waren manchmal über 36 Freiwillige präsent. Es wäre wunderbar, wenn wir diese Zahlen halten könnten.

 

Über das Osterwochenende waren Miriam und ich am Lake Kariba, dem zweitgrößten Stausee der Welt und machten dort Urlaub. Das war wnderschön. Nach den ganzen Umstellungen und der Geschäftigkeit, die vor Ostern herrschte, sind wir nun wieder vollends erholt und gehen mit neuer Motivation unseren Aufgaben nach. Es sind nun leider nur noch knapp 4 Monate bis zu unserer Abreise und wir haben vor für unsere Nachfolger alles so gut wie möglich vorzubereiten, damit sich diese leichter in ihre Arbeit und das Leben hier einfinden können.

 

Das ist es auch schon wieder soweit,

liebe Grüße an die Menschheit,

frohe Ostern noch nachträglich,

ich verabschiede mich herzlich,

 

euer Louis

Schon 7 1/2 Monate, ist das zu glauben???

Liebe Leserinnen und Leser,

 

leider wurde es nicht Februar wie angekündigt, sondern es ist inzwischen Mitte März geworden. Das tut mir leid, aber ich habe die letzten 6 Tage mit einer fiesen Grippe im Bett verbracht und war nicht in der Lage den neuen Eintrag zu posten.

 

Wie Louis ja schon vorausgesagt hatte, sind inzwischen alle Aktivitäten wieder angelaufen und wir haben wieder mehr Arbeit.

Für unser Outreach- Programm haben wir jetzt zwei neue potentielle Klienten gefunden. Beide wurden bereits besucht, es steht aber noch nicht endgültig fest, ob wir beide weiterhin betreuen werden.

Des Weiteren starten wir jetzt für unsere Klienten ein kleines „Hilfe-zur-Selbsthilfe“- Projekt indem wir ihnen Stoffe besorgen, damit sie Fußmatten herstellen können, oder wir kaufen ihnen Eier, die sie dann selbstständig weiterverkaufen können. Durch dieses eigene kleine Geschäft sollen sie dann ein Stück weit auf eigenen Beinen stehen. Wir sind gespannt, wie diese Idee umgesetzt wird und ob es ihnen wirklich Selbstständigkeit einbringt.

 

Im Kids Club hatten wir vorletzte Woche eine Höchstzahl von 312 Kindern, die alle mit Reis und Bohnen versorgt werden wollten, was heißt, dass das Kochen immer ein großer Aufwand ist und lange dauert.

Leider gibt es Probleme mit der Schule, da diese ein wunderbares neues Tor am Eingang erbaut hat und wir es bereits zwei Wochen verschlossen vorgefunden haben. Das ist nicht nur blöd, wenn wir mit schweren Töpfen den Eingang passieren müssen, sondern manche Kinder sind deshalb auch der Meinung, dass wir keinen Kids Club veranstalten und gehen wieder nach Hause. Deshalb müssen wir noch einmal zum Schulleiter gehen und ihn bitten das Tor am Sonntag für uns aufzuschließen.

Ansonsten läuft unser Sonntagsprogramm sehr gut und wir haben immer viel Spaß mit den Kindern.

 

Im Reading and Writing Club hat sich inzwischen einiges getan und nach dem „Einschätzungstest“ direkt am Anfang ist jetzt auch klar, dass wir das Programm erst mal fortsetzten werden, da es sehr wohl Kinder gibt, die Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben. Nächste Woche werden wir die Eltern einladen, einen Nachmittag mit uns gemeinsam zu verbringen, damit sie Mmabana kennen lernen können und auch erfahren, wo ihre Kinder jeden Mittwochnachmittag sind. Dazu soll ein Motivationsgespräch geführt werden, dass die Kinder ermutigen soll weiterhin fleißig zu lernen und zur Schule zu gehen. Hoffentlich finden wir ein geeignetes Beispiel dafür, um unserer Motivation auch glaubhaft zu machen.

 

Im Youth Programm steht am 12. März mal wieder etwas besonderes an, nämlich der „Youth Day“ (Tag der Jugend) und dafür sind wir fleißig am proben. Es soll ein Lied vorgetragen werden und ein kleines Theaterstück, sofern die Schauspieler da sein werden!

In letzter Zeit hatten wir viele Besucher, dir mittlerweile zur festen Jugendgruppe dazugehören. So wächst unsere Jugendarbeit weiter und es macht Spaß mit ihnen Spiele zu spielen, Sachen vorzubereiten und auch mal einen Film zu schauen.

 

Im Februar war unser Chef vom evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen da und wir verbrachten drei schöne Tage zusammen. Nicht zuletzt der dreijährige Geburtstag des Mmabana Community Outreach Projektes am Montag den 20. Februar war dabei ein Highlight. Der Geburtstag wurde in einem schönen Nachmittag gefeiert, der mit engagierten Jugendlichen im neuen Haus im Sha- Compound zelebriert wurde.

Er konnte nicht nur einen Einblick in unsere Wohnsituation erhaschen, nein er traf auch viele der Menschen, die unser Leben hier einzigartig machen.

Nicht zuletzt traf er auf unsere Mentoren, die wir nach einem halben Jahr nun endlich auf Grund unserer eigenen Suche gefunden haben.

Von Ihnen hat Louis auch unzählige neue Pflanzen bekommen, die unseren Garten wieder in neuer Pracht erstrahlen lassen. Hoffen wir nur, dass der Regen und unsere Nachbarn mit Machete nun etwas rücksichtsvoller vorgehen!

 

Unser letztes freies Wochenende verbrachten wir mal wieder auf der Farm unseres besten Freundes. Wir hatten dieses mal das Vergnügen eine Walking-Safari (Safari, bei der man durch den Busch läuft) zu machen. Das Gras war dank der Regenzeit gut 2 Meter hoch und so dicht, dass man oft nicht weiter als einen Meter sehen konnte. Es gab einiges an Insekten zu bestaunen, nicht zuletzt unzählige Spinnenarten, die mir dieses Vergnügen etwas vermiest haben, sondern auch Libellen, Ameisen und Zecken!

Leider waren alle Wildtiere gerade ausgeflogen und außer einem leeren Stacheltierhügel und ein paar Fußspuren von Antilopen gab es nichts interessantes zu sehen. Den nächsten Tag beschloss Louis im Garten ein paar Tauben zum Mittagessen zu schießen und er hatte sogar Glück und erwischte drei. Später beschlossen wir dann mit einem anderen Freund noch auf Perlhuhnjagd zu gehen. Auch dabei waren wir erfolgreich und schossen eines.

Die Zeit auf der Farm verging mal wieder viel zu schnell und dann stand schon die nächste Woche vor der Tür.

 

Noch immer warten wir auf unseren dritten Freiwilligen Jean-Christophe Dalka, der eigentlich schon lange hier sein wollte, aber seine Ankunft mehrmals verschieben musste. Nun hoffen wir ihn Mitte März bei uns begrüßen zu dürfen. Im April kommt eine Weitere Freiwillige aus England, auf die wir uns auch schon freuen.

Ebenfalls im April soll der Computerkurs nach Sha ins neue Haus umziehen und das Internetcafé soll seinen Anfang finden.

Hoffen wir mal, das alles so klappt wie es soll und sich hier einiges ändern wird! Der aktuelle Plan ist es auch, dass Nosiku und meine Gastschwestern in das neue Haus umziehen werden, sobald Jonny hier ist. Allerdings muss dort noch einiges passieren, bevor es einzugsbereit ist.

 

Dieses Wochenende habe ich mir mal wieder eine neue Frisur zugelegt und habe nun sehr viele Zöpfe aus Baumwollfäden, die in meine inzwischen sehr langen Haare eingeflochten sind. Leider gab es kein Braun mehr und so sind die Zöpfe etwas sehr rotstichig geworden, da meine neue Farbe nun in Richtung Kastanienbraun geht. Wir werden sehen wie lange das hält!

 

Als Ausgleich zu unserer Arbeit haben Louis und ich beschlossen wieder regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen bzw. Louis hatte das schon lange wieder angefangen, nur ich war nicht so motiviert, weil viele der Geräte kaputt gegangen waren. Allerdings ist der neue Inhaber des Fitnessstudios sehr engagiert und hat immer Aerobic mit mir gemacht, wenn ich kam. Neuerdings gibt es auch wieder neue Geräte und so macht das Training auch ohne Aerobic wieder mehr Spaß.

 

Besuch wird uns bald ereilen,

denn zwei Mädels werden mit uns weilen

Noch ein paar Monate hier

Dann steht was neues vor der Tür

Der nächste Brief ist schon geschrieben

Wilde Hunde werden hier vertrieben!

Stolz auf ihre Wahnsinns Dichtkünste 😉

 

grüßt euch Choolwe (alias Miriam)