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Handing Over

Liebe Mmabana-Freunde und –Förderer,

ich würde sagen wir – Frederik und Lena – melden uns jetzt zum letzten Mal bevor wir nach Deutschland abreisen und von unseren Nachfolgern – Louisa und Johannes – abgelöst werden.

Die beiden sind sicher schon ganz aufgeregt und freuen sich auf Mmabana. Frederik und ich sind natürlich auch etwas wehmütig. Wenn nicht sogar ganz schön wehmütig, dass wir Mmabana jetzt wieder verlassen müssen.

Es war eine super Zeit für uns und Mmabana hat so einiges in uns bewirkt. Genauso hoffen wir, dass wir in Mmabana ein bisschen was bewirken konnten, so wie das auch unsere Vorfreiwilligen taten und unsere Nachfolger tun werden.

Also lasst mich noch mal ein bisschen von Mmabanas Arbeit in der letzten Zeit berichten.

Die letzten Wochen waren sehr busy mit School Visits für unsere After School Club Kinder. Aber wir haben es geschafft mit allen Lehrern der Kinder zu sprechen und uns ein Bild über deren Schulleistung, Verhalten und Anwesenheit zu machen. So können wir Mittwochs im After School Club den Schülern besser helfen und können sie ermutigen regelmäßig zur Schule zu gehen und zu unserem Club zu kommen. Die meisten machen sich gut in der Schule und sind sehr motiviert.

Reading & Writing Club und After School Club laufen im Moment ganz gut. Die Freiwilligen, die vom Computer Course für diese Programme eingeteilt sind, haben sich gut an Mmabana gewöhnt und machen gute Arbeit, wenn es zu Kinder unterrichten, bei den Hausaufgaben helfen und Energizer machen kommt. Auch unsere Kinder vom R&W Club haben sich an einen Alltag gewöhnt, bei dem sie zweimal die Woche zu Mmabana kommen und unterrichtet werden und vor allem in einer liebevollen Umgebung sein und Spaß haben können. Es freut mich jedes Mal wieder wie glücklich die Kinder sind, wenn wir gemeinsam Lieder singen und sie so laut singen sollen wie sie können. Keiner der „Iwe Chongo!“ ruft – „Hey Lärm!“.

Wir haben gerade den Mid-Term-Test hinter uns. Das heißt die Kinder haben letzte Woche Mittwoch einen Test in Englisch und am Freitag einen Test in Mathematik geschrieben und diese Tests sind sehr gut ausgefallen. Die Kinder scheinen sich gut konzentrieren zu können und Spaß am Lernen zu haben. Die Kinder, die nicht da waren schreiben den Test diese Woche nach. Mittlerweile sind es sogar 29 Kinder, weil noch ein paar neue dazugekommen sind und ein paar es doch nicht geschafft haben, regelmäßig zu kommen. Sicher aus verschiedenen Gründen.

Wir haben übrigens gerade in Mmabana zum zweiten Mal Unterstützung von Freiwilligen von einer englischen Organisation VSO. Da ist Anna, eine Freiwillige aus UK und Kabamba, ein Freiwilliger aus Livingstone, die mit uns für knapp drei Monate zusammen arbeiten. Die haben uns begleitet als wir tagelang die ganzen Schulen für die School Visits besucht haben und sie sind immer bei den Clubs dabei. In der nächsten Zeit werden sie ein paar Sessions haben, in denen sie den Jugendlichen etwas über HIV/AIDS erzählen und andere Themen zu Gesundheit etc.

Beim letzten Staff Meeting wurden Frederik und ich „rausgeschmissen“, weil unsere Farewell-Party geplant werden muss und wir bei der Planung nichts mitbekommen sollen. Unsere Farewell-Party ist bereits morgen und wir freuen uns schon richtig. Ich bin gespannt, wie es wird und freue mich auf all die Leute, die uns hier in Mmabana und in Choma wichtig geworden sind.

Vor zwei Wochen war mein Geburtstag. Da sind wir mit allen Jugendlichen noch mal zum Choma Dam gefahren. Das hatten wir ja letztes Jahr schon einmal im Rahmen des Youth Clubs gemacht und es hatte mir und vielen Jugendlichen so gefallen, dass ich das noch mal machen wollte. Also sind wir an dem Samstag mit einem Cunter zum Damm gefahren und haben dort ein paar Spiele gespielt, zusammen gesessen und wir hatten morgens Brötchen mit Salat vorbereitet und Samoosas gemacht. Das sind diese kleinen dreieckigen Teigtaschen mit Reis und Kartoffeln gefüllt. Seeehr lecker! Es war ein wunderschöner Geburtstag mit den Mmabana-Leuten!

Die Computer Students sind bald durch mit ihrem Kurs, sodass bald angefangen wird, Werbung für den neuen Kurs zu machen, der im August starten soll. Aber die Jugendlichen sind dann ja noch ca. zwei Monate in Mmabana um ihren Freiwilligendienst in ihrem jeweiligen Programm abzuschließen.

Letzten Freitag im Youth Club haben Frederik und ich eine Facilitation über Verantwortung gehabt. Und wir hatten das Gefühl, dass die Jugendlichen das Thema interessant fanden und auch Spaß an unserer Diskussion hatten. Wir haben zwei kleine Videos zum Thema gezeigt und darüber geredet. Es fiel den meisten gar nicht schwer, das Thema auf ihren Alltag zu beziehen. So konnten sie auch ein paar neue Einsichten gewinnen.

Kids Club läuft wie immer super. Die Kinder haben jeden Sonntag Spaß an den verschiedenen Activity groups und auch die Freiwilligen kennen sich mittlerweile mit den Aktionen gut aus und sind für die Kinder da. Seit letztem Monat gibt es nicht mehr Chibwantu, sondern eine kleine Kekspackung für jeden. Da freuen sich die Kinder immer schon drauf!

Jetzt habe ich wieder eine Menge erzählt und ein ganz komisches Gefühl bekommen, weil ich jetzt nämlich hier zum letzten Mal von Mmabana erzählt habe. Aber zurück in Deutschland werde ich sicher noch ganz lange von Mmabana in Zambia erzählen und stolz Fotos rumreichen!

Also dann sagen Frederik und ich Tschüss und geben weiter an Louisa und Johannes. Wir wünschen den beiden, dass sie eine genauso wundervolle und ereignisreiche Zeit in Mmabana haben werden, wie man sie uns ermöglicht hat! Danke!

Twainka – We have gone.

Twalumba manink! – Thank you very much.

Frederik Chabota & Lena Lushomo

Stets ein buntes Mmabana

Liebe Mmabana-Freunde und –Förderer,

 

Jetzt sind es schon ganze 4 Monate, also ein Drittel des ganzen Jahres, die wir hier in Sambia sind. Mmabana ist busy am arbeiten! Hier und da – überall sind tolle Menschen am Werk, die immer irgendetwas vorzubereiten haben und Mmabana stets bunt machen.

 

Dieses Mal fange ich beim Youth Club an. Wir hatten jetzt schon zweimal eine Präsentation über Werte. Letztes Mal ging es um Ehrlichkeit. Die Jugendlichen lernen viel und vor allem lernen sie, sich eine eigene Meinung zu machen und diese auch vor anderen zu vertreten. Wir teilen unsere Erfahrungen miteinander und sind dabei natürlich ehrlich. Einmal im Monat gehen wir gemeinsam zum Mwagali Ground, wo wir Sport machen. Vergangenen Freitag haben wir Fußball für alle und Netball für die Mädchen gespielt. Und Rugby haben wir neu angeboten. Frederik hat seine frisch erworbenen Fähigkeiten bezüglich des Rugbyspielens an unsere Volunteers weitergegeben und ihnen damit eine Freude bereitet.

 

Vor ein paar Wochen sind wir mit der ganzen Youth-Club-Gruppe zum Choma Dam gefahren, einem bekannten Stausee ein paar Kilometer auswärts von Choma. Da hatten wir wirklich eine Menge Spaß und haben fleißig Fotos geschossen! Das war ein schöner Nachmittag, bei dem Teamgefühl und Gruppenzusammenhalt wichtig wurden.

Kids Club läuft im Moment leider nicht, da die Schule, dessen Schulhof wir normalerweise jeden Sonntag Nachmittag nutzen, Bauarbeiten durchführt. Mit den 200 Kids geht’s dann also erst nächstes Jahr wieder los. Auf den Straßen in unseren Compounds ist allerdings nicht zu überhören, dass sie Mmabana und den Kids Club nicht vergessen haben.

 

Die Reading und Writing Kinder sind gut dabei. Diese Woche besuchen wir sie und ihre Familien Zuhause, um für jedes Kind einen Steckbrief anzufertigen und damit auch Kontaktdaten zu erhalten. Das ist in der Hitze, die wir hier im Moment haben, wirklich eine Herausforderung. Und die ganzen letzten Tage hat es nicht wirklich geregnet. Alles wartet auf den Regen, damit sich die Luft mal wieder etwas abkühlen kann. Aber das Wetter fordert uns noch weiter heraus.

Glücklicherweise konnten wir, als wir heute schon mal mit den Familien im Mwapona Compound angefangen haben, auch so gut wie alle Eltern finden.

Nächste Woche werden dann schon die End-of-Term-Tests in Englisch und Mathe geschrieben. Für unseren letzten Reading and Writing Club vor unserer Weihnachtspause haben wir geplant, etwas Besonderes zu kochen – Reis mit Bohnen. Und dann soll hauptsächlich gespielt und gesungen werden, bevor wir in die Ferien gehen.

 

In vier Wochen werden Frederik und ich dann schon nach Südafrika gehen und sehen, was unsere Mitfreiwilligen dort machen. Das wird bestimmt super aufregend und noch mal ganz anders als hier in Sambia.

Aber unser Sambia und vor allem unser Choma haben wir mittlerweile schon so richtig liebgewonnen. Was da so zu gehört? Frauen mit Chitenge, Vitumboa essen, Chibwantu trinken, ein bisschen Njanya und Tonga sprechen, als Mädchen nur noch Röcke tragen und als Junge Komplimente bekommen, wenn man mal eine lange Hose anhat, und und und.

Was auch nicht fehlen darf, sind Aktionen wie Fußball spielen und Schwimmen gehen. Frederik ist schon bekannt als der Muzungu von Mmabana, der so gut spielt und ich hab jetzt auch mit Netball angefangen und lasse es mir von den Mädchen in Mmabanas Computer Course zeigen. Und zum Thema Schwimmen – ich hab es jetzt endlich mal geschafft, mit zwei Freundinnen von hier in eine Lodge mit Swimming Pool zu gehen. Und das ist wie ein Nachmittag Urlaub gewesen! Eine wunderbare und auch notwendige Abkühlung hat uns dieses Schwimmen gehen gebracht.

 

Ach und bevor ich es vergesse: Wir sind dabei eine Youth Night für Mmabanas Jugendliche zu planen. Da soll ordentlich getanzt und gelacht werden und natürlich wird auch etwas Besonderes zum Essen vorbereitet. Aber davon berichte ich, wenn es soweit ist!

 

Liebe Grüße von der Mmabana-Family

 

Chabota & Lushomo

Osterblog

Liebe Leser des Friends at Mmabana Blogs,

 

es ist leider schon wieder eine Weile her seitdem Miriam zuetzt geschrieben hat, deshalb muss vom Louis mal wieder ein Blogeintrag her.

 

Die letzten Wochen im Mmabana Community Outreach Project waren relativ geschäftig. Zum einen kam Mitte März Jean-Cristophe (Jonny) Dalka, welcher nun bis Dezember hier im Projekt leben und arbeiten wird. Außerdem lag die hohe Geschäftigkeit an den vielen Besuchern, die uns die Ehre gaben sie in unserem heim wilkommen heißen zu dürfen. In einer Woche im März kamen zwei Freundinnen aus Südafrika, die dort, ebenfalls vom Evangelisch-Lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ausgesandt, ein Freiwilligenjahr verbringen. Die beiden waren sehr an unserer Arbeit und unserem Leben hier interessiert und wollten einfach eine Woche im MCOP miterleben. Genau an dem Tag der Abreise der beiden kamen zwei neue Damen aus Südafrika, welche bei Monique Dalka in Johannesburg wohnen/ gewohnt haben. Sie hatten über Monique von dem Projekt gehört und waren von Tag eins ihres Besuchs hier schon fest im Leben involviert, indem sie die Nachbarskinder belustigten. Außerdem wurde mir im Garten hilfreich zur Hand gegangen, wodurch dieser wieder zu alter Schönheit aufblühte. Zu Ende des Besuchs dieser Gäste hin kamen Monique und eine ihrer Mitbewohnerinnen und brachten uns ein Auto für das Projekt, sowie für Jonnys Job bei einer südafrikanischen Holzfirma (er muss seltene Bäume finden).

 

Neben all den Besuchern sind unsere sambianischen Mitbewohnerinnen Alice, Ruth und Nosiku an einem Samstag in das neue Haus in Shah umgezogen und nahmen dabei gleich alle Computer aus dem Office mit. Nun wohnen Miriam, Jonny und ich in dem alten Haus in Shampande. Hier findet noch der Youth Club und einige Meetings, sowie das Treffen zum Outreach am Freitag statt. In dem neuen Haus in Shah findet der Computerkurs statt und im Moment wird noch ein Internetcafe aufgebaut. Im Haus in Shampande wird ab Anfang Mai außerdem der Reading and Writing Club stattfinden. Es wurde beschlossen, dass es effizienter ist, wenn wir diese Aktivität in einem unserer Center ausführen und Kinder aus der Nachbarschaft einladen, die nie eine ausreichende Schulausbildung genossen haben, oder frühzeitig von der Schule gegangen sind. Für das am Freitagmorgen stattfindende Outreachprogramm haben wir noch 4 weitere Klienten gefunden, somit beträgt die Zahl der alten und hilfsbedürftigen Menschen die wir besuchen nun 9.

 

Anfang letzter Woche hat zudem noch der neue Computerkurs angefangen. Am Ende des Monats März wurden bei uns Bewerbungen abgegeben und es fanden Interviews mit neuen Freiwilligen statt, die gerne an dem Computerkurs teilnehmen würden. Die Phase des bewerbens ist nun vorbei und die neuen Freiwilligen lernen schon fleißig den Umgang mit dem Computer, ich werde ab Montag auch einen der Kurse leiten. Durch die neuen Freiwilligen kommt es auch zu Umstellungen bei den Aktivitäten. Es muss gezeigt werden, wie die Aktivitäten laufen sollen und jungen Damen und Herren kennen langsam ihre Aufgaben und die Abläufe. Auch die Zahlen der Freiwilligen sind enorm, beim Youth Club ist das Center meist mit 40 Menschen überfüllt und auch bei Kids Club waren manchmal über 36 Freiwillige präsent. Es wäre wunderbar, wenn wir diese Zahlen halten könnten.

 

Über das Osterwochenende waren Miriam und ich am Lake Kariba, dem zweitgrößten Stausee der Welt und machten dort Urlaub. Das war wnderschön. Nach den ganzen Umstellungen und der Geschäftigkeit, die vor Ostern herrschte, sind wir nun wieder vollends erholt und gehen mit neuer Motivation unseren Aufgaben nach. Es sind nun leider nur noch knapp 4 Monate bis zu unserer Abreise und wir haben vor für unsere Nachfolger alles so gut wie möglich vorzubereiten, damit sich diese leichter in ihre Arbeit und das Leben hier einfinden können.

 

Das ist es auch schon wieder soweit,

liebe Grüße an die Menschheit,

frohe Ostern noch nachträglich,

ich verabschiede mich herzlich,

 

euer Louis

Post Nr. 5 übers Jugendcamp und Aktivitäten

Liebe Leser des „Extended Family of Mmabana“ Blogs,

dies ist der fünfte Blogeintrag über den Freiwilligendienst der beiden ELM-Freiwilligen Miriam Figge und Louis Hesse in dem Mmabana Community Outreach Project (MCOP) in Sambia. In den Monaten Oktober und November ist hier in Choma schon wieder einiges geschehen.

Als erstes hatten wir am zweiten Wochenende dieses Monats wieder ein Jugendcamp. Dieses Mal ging es in das ca. 45 Kilometer entfernte Siamaluba, einem kleinen Dorf im abgelenen Osten Chomas. Wir haben dort in einer Schule gewohnt, die Mädchen und Jungs hatten jeweils ein Klassenzimmer für sich und ein weiteres Klassenzimmer stand uns für die Mahlzeiten und Aktivitäten zur Verfügung. Ansonsten hatten wir noch eine kleine Hütte zum Kochen und wie üblich Plumsklos für andere Geschäfte. Die Umgebung war wunderschön, 100% pures Afrika. Wir erlebten schöne Sonnenunter- und aufgänge, klaren Sternenhimmel in der Nacht, es war sehr grün und in der Nähe war ein kleiner Fluss, in dem gebadet wurde. Das Leben dort war sehr entspannt, verglichen mit der Betriebsamkeit im dichtbevölkerten Choma.

Man kann stolz sagen, dass dieses Camp ein voller Erfolg war. Die Gruppe Jugendlicher mit der wir fuhren war sehr freundlich, pünktlich und pflichtbewusst und es entstand schnell eine tolle Gemeinschaft. Das Programm bestand wie beim letzten Camp wieder aus Unterrichtsstunden, Essen, Spielen und anderen Aktivitäten. Unterrichtet wurde über Selbstwahrnehmung, Beziehungen, den Sinn des Lebens und Gemeinschaft. Vor allem bei der Stunde über Beziehungen waren die Jugendlichen mal wieder voll dabei und haben sich dementsprechend in die Diskussionen involviert. Die Hauptfrage bei dieser Stunde war es, wieso sich junge Erwachsene in Beziehungen stürzen, ohne sich vorher überhaupt richtig kennengelernt und gedatet zu haben. Es geschieht in Sambia öfters, dass vor allem junge Leute früh schwanger werden oder heiraten.

Auch außerhalb der Unterrichtsstunden war die Stimmung sehr gut. Miriam und ich waren verantwortlich für Spiele und Energizer und konnten damit ordentlich punkten. In dem in den Pausen wurde ansonsten oft gebadet. Da viele der Jugendlichen es nie gelernt haben richtig zu schwimmen, habe ich es ihnen etwas beigebracht, was jedoch bei schmutzigem, undurchsichtigem Wasser und glitschigen Steinen relativ schwierig war. Die einzige Niederlage bei diesem Camp geschah am Sonntagnachmittag beim traditionellen Fußballspiel gegen die einheimischen Jugendlichen, als das Team des MCOP gegen das Siamaluba-Team mit 5:2 verlor.

Auch die anderen Aktivitäten des Projekts laufen zur Zeit sehr gut. Im Kids Club wurden am letzten Sonntag über hundert Hochzeitskarten für ein Hochzeitspaar in Deutschland gemalt, dabei kamen sehr schöne und interessante Ergebnisse heraus. Im Accompaniment wurden die Kinder, wie Miriam im letzten Blog schon geschrieben hat, bezüglich ihrer Lese- und Schreibfähigkeiten in Untergruppen untergeteilt. Diese Untergruppen kriegen unterschiedliche Arbeitsaufträge und werden somit ihrem Wissenstand entsprechend bestmöglich gefördert. Bis jetzt kommen wir damit ganz gut voran, nächste Woche Mittwoch werden wir mit den Kindern zum Abschluss des Jahres 2011 zum Choma Museum gehen, dort Spiele spielen und mit ihnen eine besondere Mahlzeit essen.

Im Outreach geht es jetzt auch wieder etwas besser voran, nachdem es einige Schwierigkeiten mit dem letzten Leiter für diese Aktivität gab. Dieser Leiter ist nun nicht mehr in Choma, wurde von mir und zwei anderen Jugendlichen ersetzt und wir bilden ein gutes Team. Für diesen Monat haben wir nur fünf Klienten, da ein Mann verreist und eine Frau gestorben ist. Vor der Regenzeit müssen wir uns darum kümmern, das bei ein oder zwei der Klienten die Häuser repariert werden, da sie sonst durch den vielen Regen einstürzen könnten.

Beim Youth Club am Freitag Nachmittag wird zur Zeit ordentlich für die nächsten wichtigen Daten vorbereitet. Am Anfang Dezember stehen 3 wichtige Termine bevor, der World Aids Day, der World Volunteers Day und die Gender Fortnight, bei denen wir jeweils teilnehmen und etwas aufführen müssen. Da es in letzter Zeit etwas Schwierigkeiten mit solchen wichtigen Terminen gab, haben wir eine Theatergruppe erstellt, die für das Aufführen und Vorbereiten von Theaterstücken auf diesen Veranstaltungen verantwortlich ist. Eine Fußballmannschaft haben wir auch erstellt, da uns die 5:2 Niederlage beim Camp doch etwas zu hoch war 🙂

Nosiku, die seit Mitte Oktober zum Schreiben ihrer Examen in Lusaka wohnt, war für eine Woche in Choma, um dem Camp und dem monatlichen Management Meeting beizuwohnen. Miriam und ich hatten auch einige Meetings mit ihr, in der wir über unsere Arbeit und Probleme sprachen, was uns letztendlich sehr geholfen hat.

Ansonsten bricht hier langsam die Regensaison an, es regnet und gewittert vor allem abends des öfteren sehr stark und es gibt folglich oft Stromausfälle. Im Vergleich zu der letzten Zeit, in der es sehr oft sehr heiß war und man es für eine längere Dauer in der Sonne nicht aushalten konnte, ist die Abkühlung und der Regen sehr erfrischend. Die Jugendlichen finden unsere Tonganamen Choolwe und Mutinta viel besser als Louis und Miriam, da es einigen unter ihnen auch schwer fällt das R von dem L und das L von dem R zu unterscheiden. So kommt des öftelen ein Rouis (mit einem schönen gelorrten R) oder ein Miliam dabei laus. Da ist Mutinta und Choolwe (gesprochen Choolue) schon leichter auszusprechen und wird folglich auch freudig benutzt.

 

Das war es erstmal mit diesem Blog, wobei es kommt noch was:

Genug für diesen Monat,

im nächsten kommt noch einer,

danach ist Weihnachtspause

und 012 geht‘s fröhlich weiter.

Bis dahin wünsch ich euch allen

eine schöne und selige Zeit,

mög‘ euch Freud und Glück ereilen,

bis Miriam wieder schreibt.

 

Viele liebe Grüße, Rrrouis

Blogeintrag Nr.3 über Gärten, Arbeitszeiten und Kurzurlaub

Hallo an Deutschland, den Rest der Welt und Süd Afrika,der langersehnte Blogeintrag Nr. 3 ist da!

Er wär schon seit mindestens einer Woche fertig gewesen, wären da nicht die Masern und die Windpocken gleichzeitig gewesen, die mich vom Schreiben dieses erleuchtenden Eintrags abgehalten haben…Nein, das war ein kleiner Scherz am Rande. Ich bin seit längerer Zeit wieder topfit, Miriam auch und wir genießen einfach unsere Zeit im wundervollen Sambia so sehr, das man kaum Zeit findet auch anderen von seinen Erlebnissen zu berichten. Entschuldigt!

Miriam hat im letzten Eintrag über Outreach und das Birth Certificate Program geschrieben, ich knüpfe beim letzteren einfach mal an. Wir haben die Umfragen beendet und einige Ergebnisse stehen schon fest. Kathrin, die Praktikantin aus Erfurt, die sehr bei der Organisation und Er- und Bearbeitung der Umfrage beteiligt war, ist seit letzter Woche Freitag nicht mehr in Sambia und hat wahrscheinlich den abschließenden Bericht schon fertig geschrieben und abgegeben. Es war sehr interessant bei der Umfrage in die unterschiedlichen Haushalte zu gehen, da man viele Einblicke erhalten konnte wie die Menschen leben und was ihre Tätigkeiten sind etc.. Ich war mit Barry, dem Youth Coordinator des Projekts in einem sehr armen Compound, welcher direkt neben dem Industriegebiet liegt und konnte dort viel beobachten.

Neben den abgeschlossenen Umfragen wurde Miriam und ich nach zwei Monaten endlich fertig eingearbeitet und können nun somit voll unserem Stundenplan nachgehen und arbeiten. Unsere Arbeitszeiten sind in der Woche von 8:30 bis 12:30 Uhr, nachmittags von 14 bis 16:30 oder 17 Uhr. Am Samstag haben wir beide unseren freien Tag und am Sonntag müssen wir nochmals von 14 Uhr bis 17 Uhr arbeiten, da dort Kids Club ist. Am Mittwochnachmittag ist Accompaniment Progamm, bei dem wir zu einer Schule fahren, dort Nachhilfeunterricht geben und den Kindern eine Mahlzeit geben. Freitags ist morgens das Outreach Programm, über das Miriam schon im letzten Blog berichtet hat und nachmittags ist das Youth Empowerment Programm. Dies ist ein Treffen mit Jugendlichen hier im Center, bei dem den Jugendlichen unterschiedliche Kenntnisse beigebracht werden, wie z.B. Fähigkeiten als Jugendleiter, oder auch der Umgang mit HIV/Aids.

Am Dienstag und Donnerstag sind morgens und nachmittags außerdem Computerkurse, an denen die Jugendlichen kostenlos teilnehmen können, sich aber als Gegenleistung bei den Aktivitäten des Projekts einbringen müssen. Am Ende der Kurse wird ein Examen geschrieben und die Jugendlichen erhalten, wenn sie bestehen, ein staatlich anerkanntes Zertifikat, welches ihnen bei der Arbeitssuche helfen soll. Es zählt zu Miriams Aufgaben diese Computerkurse mitzuleiten. Ansonsten liegt für uns beide viel Administrative Arbeit an, wie Berichte und Reporte schreiben, Finanzen machen oder Daten sammeln.

Man, war das ein trockener Abschnitt voller Zahlen und Daten. Ich hoffe aber, dass ihr euch somit ein Bild von unserer hiesigen Arbeit machen könnt. Ausführliche Berichte über die einzelnen Aktivitäten werden im Laufe des Jahres bestimmt noch kommen.

Insgesamt wird es hier in Sambia zur Zeit wärmer und wärmer, der Sommer naht, die Luft ist sehr trocken und es ist sehr staubig. Man müsste theoretisch mindestens einmal die Woche das Zimmer wischen und fegen. Miriam, Kathrin und ich haben letzte Woche einen dreitägigen Kurzurlaub in Livingstone gemacht und es uns sehr gut gehen lassen. Wir haben im Livingstone Backpacker übernachtet, haben uns im dortigen Swimming Pool erfrischt, haben Pizza gegessen und zum zweiten Mal die Victoriafälle besucht. Dieses Mal sind wir mit einem Guide auf die Seite der Fälle gegangen, wo das Wasser über die Kante fließt. Dort haben wir in schwindelerregenden Positionen Fotos von uns machen lassen und einfach genossen.

Nach dem Kurzurlaub sind wir frisch und munter mit neuer Motivation und Lebensfreude wieder nach Choma gefahren, um uns in das dortige Projekt so gut wie möglich einzubringen. Ich habe zum Beispiel am Montag die Computer für den Computerkurs vorbereitet, Viren entfernt, Passwörter erstellt und Programme installliert. Am Dienstag war dann der Garten dran. Der Garten befindet sich auf der Rückseite des Hauses und wird größtenteils zum Gemüseanbau genutzt. Das Grabeland, auf welchem das Gemüse angebaut wird, wird von einem Zaun eingeschlossen.

Ich hab es mir am Dienstag also zur Aufgabe gemacht einen von roten Steinen umrandeten Grünstreifen anzulegen, der entlang des Zaunes läuft. In Deutschland würde ich zu so einem Grünstreifen mit Steinen Spießergarten sagen, aber ich denke so kann ich ein wenig Deutschland nach Sambia bringen und mich kreativ verewigen. Zur Zeit ist das einzige Grüne was dort wächst ist ein Büschel Zitronengras, doch ich bin zuversichtlich, dass dort irgendwann noch Gras wächst und wir vielleicht noch einige Blumen wie Lilien oder Petunien pflanzen können, die man sich hier relativ kostengünstig erwerben kann. Miriam ist auch sehr fleißig, sie regelt die Finanzen, schreibt ne Menge Reporte und bereitet sich auf das Leiten des morgen startenden Computerkurses vor.

Langer Bericht,

ich hoff ihr schlaft noch nicht,

bald kommt wieder einer,

bis dahin: reingehaun!

Viele liebe Grüße aus dem Land des sambianischen Weißkopfseeadlers, euer Louis Daniel