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Sherry, Chibwantu and Youth Camp

Liebe Freunde und Förderer,

 

was passiert in Mmabana eigentlich gerade? Was machen die Leute da? Wie läuft Kids Club, was machen die Jugendlichen so und wie viele Kinder werden eigentlich gerade schulisch unterstützt?

 

Da haben wir uns wirklich lange nicht gemeldet!

Als aller erstes muss ich euch von unserem neuen Mitbewohner berichten. Er heißt Sherry, ist rot und ca. 25 Zentimeter lang. Ja richtig, ein Kater! Und der soll, wenn er irgendwann mal groß ist, die Ratten verjagen! Er trägt also auch seine Verantwortung in Mmabana.

 

So und nun zu unserer Arbeit. Gerade letztens hat mich die Frau von unserem Mentor gefragt: „Wie viele Kinder unterstützt ihr denn eigentlich im Moment in Bezug auf deren Schulbildung?“ 56, wenn wir genau sind. Da wir Anfang des Jahres 16 in die Schule integriert haben und 13 vom letzten Jahr noch dabei sind, besuchen derzeit 29 Schüler den After School Club.

Im Reading and Writing Club sind es 27 Kinder, unter denen sieben alte Hasen sind, die sicher nächstes Mal unter denen sein werden, die in die Schule kommen.

Mr. Lweendo, Evelyn und Mum Rose hatten sich also auf den Weg gemacht und sind durch Zambia und Mwapona Compound gelaufen, um schließlich 20 bedürftige Kinder zu Mmabana zu bringen.

Es tut gut zu wissen, dass wir so vielen Kindern mit ihrer Schulbildung helfen. Die würden sonst alle zuhause rum sitzen, mit den Nachbarn spielen und im Haushalt mithelfen. Und wenn sie groß sind, würden sie immer noch dasselbe machen, weil sie nie lesen und schreiben gelernt hätten und so nicht viele Chancen hätten, um etwas aus ihrem Leben machen zu können.

Und es sitzen immer noch ganz viele zuhause.

 

Jetzt gerade sind Schulferien, also ist es auch in Mmabana etwas ruhiger. Reading & Writing Club und After School Club findet also auch nicht statt. Umso mehr freut man sich auf den Kids Club am Sonntag, zu dem im Moment an die 200 Kinder jeden Sonntag kommen!

Die Kinder haben sich sehr gefreut, als neue Diabolos und Bälle ankamen. Die hatte mein Freund aus Deutschland zusammen mit Jongliertüchern und Jonglierbällen mitgebracht.

Kids Club ist jetzt endlich wieder voll am Laufen und ich glaube, es ist nicht nur für die 200 Kinder sondern auch für die Jugendlichen, die als Freiwillige mithelfen jedes Mal ein Event.

Jeden zweiten Sonntag gibt es Chibwantu für die Kinder, das traditionelle Getränk, worauf sie sich immer schon sehr freuen.

 

Es gibt noch ein großes Ereignis, von dem wir berichten müssen. Wir sind nämlich auf einem Youth Camp gewesen in Siamaluba auf dem Village. Dort sind wir als Gruppe gut zusammengewachsen und haben tolle Erfahrungen gemacht. Wir hatten morgens die Stille Zeit nach einem kurzen Impuls mit ein oder zwei Bibelversen von unserer Chefin Nosiku und abends auch noch mal eine Devotion. Tagsüber gab es viel freie Zeit zum Unterhalten, im Fluss baden gehen und Fußball spielen. Zwischendurch hatten wir noch die ein oder andere Facilitation, was den Jugendlichen und uns sehr viel mitgegeben hat. Es war ein super Erlebnis für vier Tage von zuhause weg zu sein und mal nur mit Jugendlichen zusammen zu sein.

 

Die Jugendlichen von dem neuen Computer Course, die nun auch schon das Beginner Exam hinter sich haben, haben sich durch das Camp gut in Mmabana eingelebt und viele kommen gerne einfach so mal zwischendurch vorbei. Dann wird gequatscht, Schach gespielt und manchmal echt rumgealbert!

 

Ich hoffe, dass Mmabana immer so offen und einladend für ganz viele Kinder und Jugendliche bleibt, denn es macht einen so großen Unterschied in der Community, wenn man einen Ort wie Mmabana hat, an dem man sich trifft und von dem man redet.

 

Mit ganz lieben Grüßen aus Choma von Mmabana

Tiyobbonana – See you

 

Freddy und Lulu

von „abgelöst“ bis „Independence Day“

Liebe Leser, liebe Freunde und Förderer von Mmabana,

 

Ende Juli haben wir, Frederik und Lena, die ehemaligen Freiwilligen Megan und Jakob abgelöst. Nach dem wir zusammen eine Woche hier verbracht haben, wurde eine große Farewell-Party gefeiert, bei der mit den Jugendlichen und allen Mitgliedern von Mmabana getanzt, gesungen und auch geweint wurde.

 

Jetzt sind schon unsere ersten drei Monate hier in Choma vergangen und es ist so einiges passiert.

Das Outreach-Projekt lief nur noch bis Ende September. Es wurde beschlossen mehr finanzielle Unterstützung in die OVC-Projekte zustecken, sodass wir das Outreach-Projekt durch eine Erweiterung im Education Support eingetauscht haben. Beim Outreach wurden also fleißig Fotos mit den Klienten gemacht und jeder Abschied war nicht gerade einfach. Unsere Klienten haben Mmabanas Unterstützung in Form von Lebensmitteln, anderen Utensilien und dem monatlichen Besuch von einer großen Gruppe von Jugendlichen sehr genossen und werden sie sicher vermissen. Trotzdem war es schön, die fröhlichen Gesichter bei unseren Besuchen zu sehen und sie mit unseren Liedern und der mitgebrachten neuen Mmabana-Gitarre noch fröhlicher zu machen.

 

Nach einem Monat haben Frederik und ich die Arbeit untereinander aufgeteilt. Frederik macht nun hauptsächlich die Afternoon Class des Computer Courses und ist mit mir zusammen und anderen Freiwilligen von hier Leiter des Youth Clubs. Außerdem ist er Leiter von Mmabanas Fußballclub, der jetzt übrigens nach langem Suchen einheitliche rote Trikots bekommen hat.

Ich bin mit Mr. Lweendo und Evelyn im Team für die OVC-Projekte Reading & Writing Club, Education Support und Kids Club. Beim Kids Club ist Frederik auch immer dabei und spielt Gitarre in der Singing Group.

 

Der Reading & Writing Club hat im September wieder angefangen und läuft nun mit meistens mehr als 20 Kindern sehr gut. Für die Kinder, die nach dem Reading & Writing Club wieder in die Formal School gehen können, weil Mmabana sie mit dem Education Support unterstützt, haben wir nun jeden Mittwoch den After School Club. Hier kommen die Kinder je nach dem, ob sie vormittags oder nachmittags zur Schule gehen, in ihrer freien Zeit zu uns. Wir fragen nach ihren Hausaufgaben und ihren Problemen in der Schule und unterstützen sie somit auch persönlich.

 

Wir haben beschlossen mindestens einmal im Monat die Familien von den Kindern unter unserem Education Support zu besuchen. Also sind haben wir uns vergangene Woche auf den Weg gemacht. Mr. Lweendo ist mit dem Fahrrad nach Mwapona Compound gefahren, um dort sieben Familien zu besuchen und Eveyln und ich sind zu fuß durch Zambia Compound gelaufen und haben dort acht Schüler mit ihren Familien besucht. Das ist immer ein langer Fußmarsch, wenn wir diese sogenannten Home visits machen, aber es ist jedes Mal wieder sehr interessant und macht Spaß. Ob es die Mutter, die Tante, der Bruder oder auch der Nachbar ist, den man dann antrifft, sie sind alle super nett und geben uns Auskunft über das, was sie von dem Kind wissen. Die meisten gehen regelmäßig zur Schule und schaffen es auch, jetzt zu unserem neuen Mittwochsprogramm zu kommen. Für manche ist es aber auch schwierig. Sie sind es nicht gewohnt gewesen, zur Schule zu gehen. Die Eltern können die Schulhefte nicht durchgucken, weil sie selber kein Englisch sprechen. Wir versuchen sie dann mit unseren Besuchen zu motivieren.

 

Aber auch mit den Youths hat schon so einiges stattgefunden. Wir sind schon gemeinsam zum Forest gelaufen um dort zu sehen, wie man Bäume anpflanzt. Wir haben Präsentationen über HIV und AIDS, über Drogen, über Communication Skills und über Leadership Skills gehabt.

Und Mitte August haben wir an dem Fortress Youth Camp teilgenommen. Mit ca. 20 Jugendlichen von Mmabana sind wir zur Choma Secondary School gegangen, wo wir drei Nächte übernachtet haben und mit ganz vielen anderen Jugendlichen aus der ganzen Southern Province drei prägende Tage erlebt haben. Es ging um den Glauben und andere Themen, die für Jugendliche wichtig sind. So haben wir Präsentationen zu Human Trafficking und HIV/AIDS gesehen, Predigten zum Thema Leadership gehört, Diskussionen über Liebe und Beziehungen geführt und an Aktionen wie Armband gestalten, Fußball spielen, Kameras ausprobieren teilgenommen.

Für mich und Frederik waren diese Tage sehr prägend, da wir ganz viel über den Glauben der Menschen hier in Sambia gelernt haben. Es ist etwas ganz anderes. In vielen Punkten unterscheiden sich die Ansichtsweisen und das Verhalten von den Jugendlichen hier von unseren Ansichten und unserem Verhalten, was wir aus Deutschland mitgebracht haben.

 

Geburtstag haben wir auch gefeiert. Das unabhängige Sambia ist am 24. Oktober 49 Jahre alt geworden. Nachdem ich mit einem anderen Freiwilligen von Mmabana am Vorabend zum Independence Eve gegangen bin, wo wir die feierliche Zeremonie mit riesiger Geburtstagstorte, kleinem Feuerwerk und Nationalhymne singen mitgemacht haben, sind wir am darauffolgenden Tag mit knapp 40 Kindern aus dem Reading and Wiritng Club und dem Kids Club und ca. 20 Jugendlichen Teil der Independence-Feier im Stadion in Choma gewesen. Zuerst sind wir in dem großen Marsch durch die Stadt mitgelaufen, haben stolz unseren Mmabana Banner hochgehalten und lauthals gesungen. „We are all Zambians together. Zambia is our country.“ Bis einer am Straßenrand plötzlich ruft „This is not a Zambian!“ und auf Frederik und mich zeigt. Man fällt irgendwie immer auf hier in dem beschaulichen Choma, sage ich zu Frederik und wir lachen. Wir haben trotzdem weitergesungen. „Zambia celebrate. Zambia celebrate.“ Im Stadion hatte Mmabana dann auch seinen Auftritt. Die Kids Club-Kinder haben uns eine super süße Hulla-hoop-show geboten und wir haben zusammen mit den Kindern und den Jugendlichen ein selbst gedichtetes Independence-Lied gesungen. Es war auf jeden Fall ein Erfolg und hat uns allen Spaß gemacht! Ich finde es super, dass Mmabana dort aktiv teilgenommen hat. Und für unsere Kinder ist es auch ein aufregender und einmaliger Tag gewesen. Das hat man in ihren Gesichtern gesehen.

 

So, ich denke, das reicht erstmal für unseren ersten Post. Wir melden uns bald wieder aus der Mmabana-family.

Nicht vergessen: Tulipamozi. We are together.

 

Frederik und Lena

Kälte, Trauer und doch auch etwas erfreuliches

Liebe Leser und Leserinnen,

 

seit dem letzten Blogeintrag von Mutinta ist hier so manches losgewesen, was sich erzählen lässt.

 

Als der letzte Blogeintrag kam waren wir gerade aus dem Urlaub wiedergekommen, waren erholt, glücklich und neu motiviert. Erst einmal liefen die Aktivitäten weiter wie sonst auch. Wir hatten innerhalb des Managements einige Meetings, die zum einen dafür sorgten, dass wir nun einen neuen Manager haben, zum anderen aber auch einen neuen Arbeitsplan und neue Aufgaben.

 

Die Neuerungen bestehen darin, dass einige Aktivitäten auf andere Tage verlegt wurden und neue Arbeitsbereiche dazu kamen. Outreach wird ab jetzt nicht mehr freitags stattfinden, sondern mittwochs. Das macht es für uns und die Jugendlichen einfacher, die sonst den ganzen Freitag im Einsatz wären. Mein Reading & Writing Club wird ab Mitte Mai nun immer 2 mal die Woche am Dienstag und Donnerstag stattfinden und mit insgesamt 60 Kindern starten. Dafür muss noch einiges vorbereitet werden, aber ich freue mich schon darauf endlich wieder loszulegen. Mittwochs nach dem Outreach werden wir dann unseren Garten etwas auf Vordermann bringen. Was früher Louis Hobby war ist jetzt Arbeit für uns alle! Seitdem wir damit angefangen haben, sind wir auch schon richtig erfolgreich gewesen: Wassermelonen, Tomaten, Kürbisse, Salat, Zucchini und Karotten sind schon angepflanzt und werden mit viel Liebe gewässert und umsorgt. Es sollen noch weite Gemüsesorten folgen, unter anderem Zwiebeln.

Wäre richtig schön, wenn das alles wächst und gedeiht und man in ein paar Wochen von den eigenen Früchten profitieren kann!

 

Seit einer Woche haben wir eine weitere Freiwillige aus Livingstone dazu bekommen, die bis Juni hier ebenfalls mitarbeitet und noch durch einen jungen Mann aus England ergänzt werden soll, der zum Abflugdatum einige Probleme mit seinem Reisepass hatte und deshalb erst später hier eintreffen wird. Wir warten gespannt!

 

Erst gestern sind wir aus Siamaluba, aus der „rural Area“ ,wiedergekommen, wo wir für 4 Tage ein Youthcamp hatten. Mal wieder ohne Strom und fließend Wasser, auf offenem Feuer kochen und abends mit Kerzenlicht essen. Wir hatten entgegen unserer Erwartung und unserer Planung über 50 Jugendliche dabei, die sowohl unterhalten, als auch satt werden wollten, was uns vor eine Herausforderung stellte. Am Sonntag gab es als Festessen Hühnchenfleisch. Dafür kauften wir 5 Hühner vom Schulleiter, die dann erst mal noch fröhlich herumgelaufen sind. Ich durfte dann eines davon umbringen, sprich den Hals durchschneiden und mit meinen anderen Küchenhelfern die Federn rupfen und das Tier in essbare Teile zerlegen…

Ich muss sagen, ich hätte es mir wesentlich schlimmer vorgestellt! Als das Huhn in meinen Händen dann noch gezuckt hat, habe ich festgestellt, dass mich das Leben hier schon ganz schön abgehärtet hat.

Allerdings nicht gegen die Kälte, denn obwohl wir in Klassenräumen geschlafen haben, wurde es Nachts eisig kalt. Trotz dickem Pullover, warmen Socken und Schlafsack war man froh, dass die Nacht vorbei ist und die Sonne einen wieder aufwärmen würde.

 

Direkt nach Rückkehr vom Camp stand das nächste große Ereignis bevor, der Tag der Arbeit. Auch dies wird in Sambia groß gefeiert und es wurde marschiert. Unsere Jugendlichen hatten nach einiger Zeit und Mühe dann doch zwei Lieder, die auf Landessprache (Losi und Tonga) gesungen wurden, auf die Beine gestellt und so konnten wir eine super Performance hinlegen.

 

Jonny war mit seiner Freundin in Urlaub und so hatten Louis und ich eine zweier WG die wir sehr genossen haben. Es gab Pfannkuchen und Schnitzel, ausschlafen und einfach unsere Ruhe. Für das Camp und den Labour Day war er wieder hier, ist aber jetzt noch mal Richtung Livingstone und Lake Kariba aufgebrochen. Demnach haben wir noch einmal das Haus nur für uns.

 

Leider war dieser Tage nicht alles rosig. Heute haben wir unsere Freundin, Mitfreiwillige und Mutter eines ungeborenen Kindes im Alter von 21 Jahren zu Grabe getragen. Sie war diejenige, die mir noch die Haare eingeflochten hat und die eine sehr zuverlässige Kids Club Mitarbeiterin war.

 

Bereits gestern sind wir im traditionellen Chitenge und mit Singen zu ihrem Haus gegangen. Dort trauern die Familienangehörigen und Freunde ab dem Todestag mindestens 3 Tage um die Verstorbene, bevor die Beerdigung stattfindet. Viele Familien bringt das in den finanziellen Ruin, da alle anwesenden Trauernden mit Essen versorgt werden müssen. Als wir gestern im Zambia Compound ankamen und vor einer Blechhütte standen, ist mir bewusst geworden, wie gut ich es selbst in unserem Haus hier habe. Die Familie saß im inneren, die anderen außerhalb im Schatten. Geschätzt waren bestimmt 25 – 30 Leute dort.

Wir halfen noch Geschirr zu waschen und Wasser zu holen, beteten und gaben einen kleinen Geldbetrag an die Familie.

Heute war dann die offizielle Beerdigung an der Katholischen Kirche und dem Friedhof etwas außerhalb von Choma. Die Trauernden kamen in ganzen Lastwagen zur Kirche und es wurde geschrieen und geweint, als die Menschen in die Kirche kamen. Die Frauen der Kirche sangen ihre Lieder und insgesamt herrschte eine sehr gedrückte Stimmung.

 

Der Gottesdienst schien mir einem deutschen Trauergottesdienst sehr ähnlich, verstanden habe ich allerdings nichts, weil der Gottesdienst auf einer der Landessprachen gehalten wurde. Als es dann zur „Bodyview“ (den Leichnam anschauen) ging, wurde es uns zu viel und wir sind aus der Kirche gegangen.

Es ist schon traurig und ein seltsames Gefühl, einen Menschen, einen Freund zu beerdigen der genauso alt ist wie man selbst. Es ist schlimm Freunde so trauern zu sehen, die seit der Grundschule beste Freunde waren…

Es gibt allerdings nichts was einem bewusster macht, wie real AIDS eigentlich ist. Manchmal scheint es in Vergessenheit zu geraten, denn es wird ja nicht darüber geredet!

 

Trotz allem werden Louis und ich übers Wochenende nach Lusaka fahren und dort unsere Mentoren besuchen, die hier aus ihrem Haus geschmissen wurden. Ihr neugebautes Haus ist derzeit noch nicht einzugbereit und so leben sie übergangsweise in der Hauptstadt. Obwohl ich Lusaka nicht besonders mag, freue ich mich auf Pizza, Einkaufszentren und gutes Essen J

 

Und vor der Türe steht der Tod,

Abends wird die Sonne rot

Wir leben gern auch ohne Strom

Und spielen mit des Nachbars Sohn.

Im Garten wachsen die Tomaten

Zu Mütz und Handschuh muss ich raten…

Liebste Grüße aus dem Süden in den Norden!

Seid alle gegrüßt und Umarmt!

 

Choolwe

Post Nr. 5 übers Jugendcamp und Aktivitäten

Liebe Leser des „Extended Family of Mmabana“ Blogs,

dies ist der fünfte Blogeintrag über den Freiwilligendienst der beiden ELM-Freiwilligen Miriam Figge und Louis Hesse in dem Mmabana Community Outreach Project (MCOP) in Sambia. In den Monaten Oktober und November ist hier in Choma schon wieder einiges geschehen.

Als erstes hatten wir am zweiten Wochenende dieses Monats wieder ein Jugendcamp. Dieses Mal ging es in das ca. 45 Kilometer entfernte Siamaluba, einem kleinen Dorf im abgelenen Osten Chomas. Wir haben dort in einer Schule gewohnt, die Mädchen und Jungs hatten jeweils ein Klassenzimmer für sich und ein weiteres Klassenzimmer stand uns für die Mahlzeiten und Aktivitäten zur Verfügung. Ansonsten hatten wir noch eine kleine Hütte zum Kochen und wie üblich Plumsklos für andere Geschäfte. Die Umgebung war wunderschön, 100% pures Afrika. Wir erlebten schöne Sonnenunter- und aufgänge, klaren Sternenhimmel in der Nacht, es war sehr grün und in der Nähe war ein kleiner Fluss, in dem gebadet wurde. Das Leben dort war sehr entspannt, verglichen mit der Betriebsamkeit im dichtbevölkerten Choma.

Man kann stolz sagen, dass dieses Camp ein voller Erfolg war. Die Gruppe Jugendlicher mit der wir fuhren war sehr freundlich, pünktlich und pflichtbewusst und es entstand schnell eine tolle Gemeinschaft. Das Programm bestand wie beim letzten Camp wieder aus Unterrichtsstunden, Essen, Spielen und anderen Aktivitäten. Unterrichtet wurde über Selbstwahrnehmung, Beziehungen, den Sinn des Lebens und Gemeinschaft. Vor allem bei der Stunde über Beziehungen waren die Jugendlichen mal wieder voll dabei und haben sich dementsprechend in die Diskussionen involviert. Die Hauptfrage bei dieser Stunde war es, wieso sich junge Erwachsene in Beziehungen stürzen, ohne sich vorher überhaupt richtig kennengelernt und gedatet zu haben. Es geschieht in Sambia öfters, dass vor allem junge Leute früh schwanger werden oder heiraten.

Auch außerhalb der Unterrichtsstunden war die Stimmung sehr gut. Miriam und ich waren verantwortlich für Spiele und Energizer und konnten damit ordentlich punkten. In dem in den Pausen wurde ansonsten oft gebadet. Da viele der Jugendlichen es nie gelernt haben richtig zu schwimmen, habe ich es ihnen etwas beigebracht, was jedoch bei schmutzigem, undurchsichtigem Wasser und glitschigen Steinen relativ schwierig war. Die einzige Niederlage bei diesem Camp geschah am Sonntagnachmittag beim traditionellen Fußballspiel gegen die einheimischen Jugendlichen, als das Team des MCOP gegen das Siamaluba-Team mit 5:2 verlor.

Auch die anderen Aktivitäten des Projekts laufen zur Zeit sehr gut. Im Kids Club wurden am letzten Sonntag über hundert Hochzeitskarten für ein Hochzeitspaar in Deutschland gemalt, dabei kamen sehr schöne und interessante Ergebnisse heraus. Im Accompaniment wurden die Kinder, wie Miriam im letzten Blog schon geschrieben hat, bezüglich ihrer Lese- und Schreibfähigkeiten in Untergruppen untergeteilt. Diese Untergruppen kriegen unterschiedliche Arbeitsaufträge und werden somit ihrem Wissenstand entsprechend bestmöglich gefördert. Bis jetzt kommen wir damit ganz gut voran, nächste Woche Mittwoch werden wir mit den Kindern zum Abschluss des Jahres 2011 zum Choma Museum gehen, dort Spiele spielen und mit ihnen eine besondere Mahlzeit essen.

Im Outreach geht es jetzt auch wieder etwas besser voran, nachdem es einige Schwierigkeiten mit dem letzten Leiter für diese Aktivität gab. Dieser Leiter ist nun nicht mehr in Choma, wurde von mir und zwei anderen Jugendlichen ersetzt und wir bilden ein gutes Team. Für diesen Monat haben wir nur fünf Klienten, da ein Mann verreist und eine Frau gestorben ist. Vor der Regenzeit müssen wir uns darum kümmern, das bei ein oder zwei der Klienten die Häuser repariert werden, da sie sonst durch den vielen Regen einstürzen könnten.

Beim Youth Club am Freitag Nachmittag wird zur Zeit ordentlich für die nächsten wichtigen Daten vorbereitet. Am Anfang Dezember stehen 3 wichtige Termine bevor, der World Aids Day, der World Volunteers Day und die Gender Fortnight, bei denen wir jeweils teilnehmen und etwas aufführen müssen. Da es in letzter Zeit etwas Schwierigkeiten mit solchen wichtigen Terminen gab, haben wir eine Theatergruppe erstellt, die für das Aufführen und Vorbereiten von Theaterstücken auf diesen Veranstaltungen verantwortlich ist. Eine Fußballmannschaft haben wir auch erstellt, da uns die 5:2 Niederlage beim Camp doch etwas zu hoch war 🙂

Nosiku, die seit Mitte Oktober zum Schreiben ihrer Examen in Lusaka wohnt, war für eine Woche in Choma, um dem Camp und dem monatlichen Management Meeting beizuwohnen. Miriam und ich hatten auch einige Meetings mit ihr, in der wir über unsere Arbeit und Probleme sprachen, was uns letztendlich sehr geholfen hat.

Ansonsten bricht hier langsam die Regensaison an, es regnet und gewittert vor allem abends des öfteren sehr stark und es gibt folglich oft Stromausfälle. Im Vergleich zu der letzten Zeit, in der es sehr oft sehr heiß war und man es für eine längere Dauer in der Sonne nicht aushalten konnte, ist die Abkühlung und der Regen sehr erfrischend. Die Jugendlichen finden unsere Tonganamen Choolwe und Mutinta viel besser als Louis und Miriam, da es einigen unter ihnen auch schwer fällt das R von dem L und das L von dem R zu unterscheiden. So kommt des öftelen ein Rouis (mit einem schönen gelorrten R) oder ein Miliam dabei laus. Da ist Mutinta und Choolwe (gesprochen Choolue) schon leichter auszusprechen und wird folglich auch freudig benutzt.

 

Das war es erstmal mit diesem Blog, wobei es kommt noch was:

Genug für diesen Monat,

im nächsten kommt noch einer,

danach ist Weihnachtspause

und 012 geht‘s fröhlich weiter.

Bis dahin wünsch ich euch allen

eine schöne und selige Zeit,

mög‘ euch Freud und Glück ereilen,

bis Miriam wieder schreibt.

 

Viele liebe Grüße, Rrrouis

YouROC: Ein weiteres spaßerfülltes Wochenende mit vielen weisen Worten, Spielen und neuen Begegnungen

Es war wirklich wieder ein wunderbares Wochenende, das 30 Jugendliche des MCOPs erleben durften. Martin Mubvumbo und Barry Musweu erzählen von morgendlichen Joggingrunden, Spaß und Spiel und davon, wie sie gelernt haben auf ihre wahre innere Stimme zu hören.

 

Dieses Mal fand das Youth-Wochenende in der Tara Basic Schule in Kalomo, im südlichen Sambia, circa 30 km entfernt von Choma statt. Als wir nachmittags am Camp ankamen, sprudelten wir über vor Vorfreude auf ein spaßerfülltes Wochenende! Unsere Begeisterung wurde umso größer, als uns zehn Jugendliche der Tara Schule willkommen hießen. Am nächsten Tag stießen zwanzig weitere Jugendliche der Tara Schule dazu, die an unserem Programm teilhaben konnten. Die Aktivitäten begannen am Tag der Ankunft. Herr Davy, ein ehemaliger Angestellter der Kara Counselling Gruppe erklärte uns unter anderem ein Spiel namens „the Limpo“, sowie viele andere Spiele.

 

Nach dem Abendessen hatten wir eine Andacht mit Mum Nosiku. Da das MCOP auf christlichen Werten beruht, feiern wir auf jedem Camp eine kleine Andacht um uns an die Liebe und die Güte Gottes zu erinnern. Mum Nosiku las aus 1 Samuel 3, 1-11. Die Verse erzählen von der Zeit in der Samuel die Stimme Gottes zu hören lernte. Mum Nosiku nahm die Bibelstelle zum Anlass uns zu ermutigen auf unsere wahre innere Stimme zu hören. „Wir müssen auf unsere innere Stimme hören um den wahren von Gott gegebenen Sinn für unser Leben zu erkennen.“ Diese Nachricht wiederholte Nosiku für uns jeden Abend und Morgen. Das Überbringen dieser Nachricht war für uns ein wahrer Segen. Ab diesem Moment habe ich immer darauf geachtet, was mir meine innere Stimme sagt. Am letzten Tag des Camps hatten wir die Aufgabe verschiedene Dramen dazu zu erstellen, welche unterschiedlichen inneren Stimmen wir haben und was passieren kann, wenn man auf sie hört.

 

Schon um 5 Uhr früh am Samstagmorgen standen wir auf um uns physisch mit einer Runde Joggen fit zu halten. Alle Jugendlichen nahmen teil und genossen es, auch unsere Besucherin Nikki aus Deutschland.

 

Später am Tag wurden wir von einer weiteren Angestellten der Kara Counselling Gruppe angeleitet, Evelyn. Herr Davy erzählte davon, wie wir unsere Träume realisieren können und wie wir auch in schwierigen Zeiten an ihnen festhalten können. Evelyn sprach mit uns über unsere verschiedenen mentalen, emotionalen und physischen Stärken. Mindestens 98% der anwesenden Jugendlichen konnten noch etwas dazulernen. Sie sprachen sich für weitere Camps aus, da diese ihnen helfen würden das Licht am Ende des Tunnels nicht aus den Augen zu verlieren. Die Andacht und die Gemeinschaft stärkten die Jugendlichen auch in ihrem Glauben. Nachdem nun das Wochenende vorbei ist, haben wir alle noch einen Ohrwurm von einem Lied, das uns unsere Freundin Nikki aus Deutschland beigebracht hat – „go light a candle“ von Kale Trocoli.

 

Das Camp war das zweite YouRoc Camp des MCOP. Das Erste fand bereits Ende April statt. Das Konzept dieser Camps wurden von den Jugendlichen selbst entworfen: anstatt die ihnen zugesprochene finanzielle Unterstützung jeden Freitag auszugeben, sparen sie das Geld lieber um ein Camp in den entlegenen Regionen rund um Choma zu machen. Dort lassen sie die ansässige Jugend an ihrem Camp teilhaben und multiplizieren somit das Wissen, die Ideen und die Fähigkeiten die sie durch das MCOP in Choma vermittelt bekommen. Die Jugendlichen in den entlegenen Gebieten haben nicht das Privileg die Jugendgruppe im MCOP Center zu besuchen.

 

Wir sind sehr froh darüber unsere Leser über die Ergebnisse unseres Camps informieren zu können und zu verkünden, dass wir unsere Ziele erreicht haben. Die Dörfer die wir besuchen akzeptieren uns und senden ihre Jugendlichen zu uns, um von uns zu lernen. Das Projekt ist willkommen und aus diesem Grund erfahren wir einen offenen und herzlichen Dialog und Austausch zwischen den Jugendlichen.

 

Ein großer Dank geht an unsere Freunde in Deutschland, die diese Aktivität unterstützen und an die Jugendlichen des MCOP, die mit viel Einsatz zu diesem Projekt beitragen. Ein herzliches Dankeschön auch an Evelyn, Herr Davy und Nosiku, die uns immer begleiten und unterstützen.

 

Wir, die Jugendlichen aus Choma, wissen Ihre Hilfe und Unterstützung wirklich zu schätzen! Vielen vielen Dank!

 

Martin Mubvumbo (youth entertainment leader) und Barry Musweu (youth coordinator)